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芸術

Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders

ドイツ語 BooksWhale エディション · Wilhelm Heinrich Wackenroder

Ein Schlüsseltext der deutschen Romantik über Kunst, Musik, Frömmigkeit, Innerlichkeit und Künstlerverehrung.

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本の紹介

Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders

Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders prägte die romantische Vorstellung von Kunst als innerer Andacht und geistiger Erfahrung. Wackenroder verbindet Künstlerlegende, Musikempfinden, religiöse Sprache und eine neue Wertschätzung des subjektiven Kunsterlebnisses.

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Wilhelm Heinrich Wackenroder starb 1798, und Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders erschien 1797. Diese Daten begründen die Gemeinfreiheit des deutschen Originaltextes.

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Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders

Wilhelm Heinrich Wackenroder

An den Leser dieser Blätter.

プレビュー章Iプレビュー

n der Einsamkeit eines klösterlichen

Lebens, in der ich nur noch zuweilen

dunkel an die entfernte Welt zurück

denke, sind nach und nach folgende Auf

sätze entstanden. Ich liebte in meiner

Jugend die Kunst ungemein, und diese

Liebe hat mich, wie ein treuer Freund,

bis in mein jetziges Alter begleitet: ohne

daß ich es bemerkte, schrieb ich aus ei

nem innern Drange meine Erinnerun

gen nieder, die Du, geliebter Leser, mit

einem nachsichtsvollen Auge betrachten

mußt. Sie sind nicht im Ton der heu tigen Welt abgefaßt, weil dieser Ton

nicht in meiner Gewalt steht, und weil

ich ihn auch, wenn ich ganz aufrichtig

sprechen soll, nicht lieben kann. In meiner Jugend war ich in der

Welt und in vielen weltlichen Geschäf ten verwickelt. Mein größter Drang war

zur Kunst, und ich wünschte ihr mein

Leben und alle meine wenigen Talente

zu widmen. Nach dem Urtheile eini ger Freunde war ich im Zeichnen nicht

ungeschickt, und meine Kopien sowohl,

als meine eigenen Erfindungen misfie len nicht ganz. Aber immer dachte ich

mit einem stillen, heiligen Schauer an

die großen, gebenedeyten Kunstheiligen;

es kam mir seltsam, ja fast albern vor,

daß ich die Kohle oder den Pinsel in

meiner Hand führte, wenn mir der

Nahme Raphael's oder Michel Angelo's

in das Gedächtniß fiel. Ich darf es

wohl gestehen, daß ich zuweilen aus ei

ner unbeschreiblichen wehmüthigen Inn

brunst weinen mußte, wenn ich mir

ihre Werke und ihr Leben recht deutlich

vorstellte: ich konnte es nie dahin brin gen, — ja ein solcher Gedanke würde mir

gottlos vorgekommen seyn, — an meinen

auserwählten Lieblingen das Gute von

dem sogenannten Schlechten zu sondern,

und sie am Ende alle in Eine Reihe zu

stellen, um sie mit einem kalten, kriti sirenden Blicke zu betrachten, wie es

junge Künstler und sogenannte Kunst freunde wohl jetzt zu machen pflegen.

So habe ich, ich will es frey gestehn,

in den Schriften des H. von Ramdohr

nur weniges mit Wohlgefallen gelesen;

und wer diese liebt, mag das, was

ich geschrieben habe, nur sogleich aus

der Hand legen, denn es wird ihm

nicht gefallen. Diese Blätter, die ich

anfangs gar nicht für den Druck be

stimmt, widme ich überhaupt nur jun

gen angehenden Künstlern, oder Kna

ben, die sich der Kunst zu widmen ge

denken, und noch die heilige Ehrfurcht

vor der verflossenen Zeit in einem stil len, unaufgeblähten Herzen tragen. Sie

werden vielleicht durch meine sonst un bedeutende Worte noch mehr gerührt,

zu einer noch tiefern Ehrfurcht bewegt;

denn sie lesen mit derselben Liebe, mit

der ich geschrieben habe. Der Himmel hat es so gefügt, daß

ich mein Leben in einem Kloster be schließe: diese Versuche sind daher das

einzige, was ich jetzt für die Kunst zu

thun im Stande bin. Wenn sie nicht

ganz mißfallen, so folgt vielleicht ein

zweyter Theil, in welchem ich die Be urtheilungen einiger einzelnen Kunstwerke

widerlegen möchte, wenn mir der Him mel Gesundheit und Muße verleiht, meine

niedergeschriebenen Gedanken hierüber zu

ordnen, und in einen deutlichen Vor

trag zu bringen. —

Raphaels Erscheinung.

プレビュー章Dプレビュー

ie Begeisterungen der Dichter und Künst

ler sind von jeher der Welt ein großer An

stoß und Gegenstand des Streites gewesen.

Die gewöhnlichen Menschen können nicht be greifen, was es damit für eine Bewandniß

habe, und machen sich darüber durchaus sehr

falsche und verkehrte Vorstellungen. Daher

sind über die inneren Offenbarungen der Kunst

genies eben so viele Unvernünftigkeiten,

in

und

außer

Systemen, methodisch und un

methodisch abgehandelt und geschwatzt wor

den, als über die Mysterien unsrer heiligen

Religion. Die sogenannten Theoristen und

Systematiker beschreiben uns die Begeiste rung des Künstlers von Hörensagen, und

sind vollkommen mit sich selbst zufrieden,

wenn sie mit ihrer eiteln

profanen Phiuud

und

losophasterey umschreibende Worte zusam mengesucht haben, für etwas, wovon sie

den Geist, der sich in Worte nicht fassen

läßt, und die Bedeutung nicht kennen. Sie

reden von der Künstlerbegeisterung, als von

einem Dinge, das sie vor Augen hätten; sie

erklären es, und erzählen viel davon; und

sie sollten billig das heilige Wort auszuspre

chen erröthen, denn sie wissen nicht,

was

sie damit aussprechen.

Mit wie unendlich vielen unnützen Wor

ten haben sich nicht die überklugen Schrift

steller neuerer Zeiten bey der Materie von

den

Idealen

in den bildenden Künsten ver

sündigt! Sie gestehen ein, daß der Mahler

und Bildner zu seinen Idealen auf einem

außerordentlicheren Wege, als dem Wege

der gemeinen Natur und Erfahrung gelan

gen müsse; sie geben zu, daß dies auf eine

geheimnißvolle

Weise geschehe: und doch

bilden sie sich und ihren Schülern ein, sie

wüßten das Wie; — denn es scheint, als

würden sie sich schämen, wenn irgend etwas

in der Seele des Menschen versteckt und

verborgen liegen sollte, worüber sie wißbe gierigen jungen Leuten nicht Auskunft geben

könnten.

Andre sind nun gar in der That ungläu

bige und verblendete Spötter, welche das

Himmlische im Kunstenthusiasmus mit Hohn lachen gänzlich abläugnen, und durchaus

keine besondere Auszeichnung oder Weihe

gewisser seltener und erhabener Geister an

nehmen wollen, weil sie sich selber allzu ent

fernt von ihnen fühlen. Diese liegen indes

sen ganz außer meinem Wege, und ich rede

mit ihnen nicht.

Aber die Afterweisen, auf welche ich deu

tete, wünsche ich zu belehren. Sie verwahr

losen die jungen Gemüther ihrer Schüler,

indem sie ihnen so kühn und leichtsinnig ab gesprochene Meynungen über göttliche Dinge

beybringen, als wären es menschliche, und

ihnen dadurch den Wahn einpflanzen, als

stände es in ihrer Macht, dreist zu ergrei fen, was die größesten Meister der Kunst, —

ich darf es frey heraus sagen, — nur durch

göttliche Eingebung erlangt haben.

Man hat so manche Anekdoten aufgezeich

net und immer wieder erzählt, so manche

bedeutende Wahlsprüche von Künstlern auf behalten und immer wiederhohlt; und wie

ist es möglich gewesen, daß man sie so bloß

mit oberflächlicher Bewunderung anhörte, daß

keiner darauf kam, aus diesen sprechenden

Zeichen das Allerheiligste der Kunst, worauf

sie hindeuteten, zu ahnden? und nicht auch

hier, wie in der übrigen Natur, die Spur

von dem Finger Gottes anzuerkennen?

Ich, für mein Theil, habe von jeher die

sen Glauben bey mir gehegt; aber mein

dunkler Glauben ist jetzt zur hellsten Über zeugung aufgeklärt worden. Glücklich bin

ich, daß der Himmel mich ausersehen hat,

seinen Ruhm durch einen einleuchtenden Be

weis seiner unerkannten Wunder auszubrei

ten: es ist mir gelungen, einen neuen Altar

zur Ehre Gottes aufzubauen. —

Raphael

, welcher die leuchtende Sonne

unter allen Mahlern ist, hat uns in einem

Briefe von ihm an den Grafen von Castig lione folgende Worte, die mir mehr werth

sind als Gold, und die ich nie ohne ein ge

heimes dunkles Gefühl von Ehrfurcht und

habe lesen können, hinterlassen,

Anbetuug

Anbetung

worin er sagt:

»Da man so wenig schöne weibliche Bil

目次

このエディションの内容

  1. 01Full text
  2. 02I
  3. 03D
  4. 04B
  5. 05D
  6. 06S
  7. 07C
  8. 08Z
  9. 09D
  10. 10D
  11. 11W
  12. 12D
  13. 13E
  14. 14E
  15. 15D
  16. 16G
  17. 17N
  18. 18I
  19. 19D
  20. 20I
  21. 21D
  22. 22I
  23. 23W
  24. 24L
  25. 25N
  26. 26W
  27. 27N
  28. 28A
  29. 29O
  30. 30P
  31. 31P
  32. 32I
  33. 33Q
  34. 34R
  35. 35R

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