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Das Schloss

德语 BooksWhale 版本 · Franz Kafka

Ein rätselhafter Roman über Macht, Verwaltung, Zugehörigkeit, Fremdheit und unerreichbare Autorität.

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图书简介

Das Schloss

Das Schloss erzählt von K., der in ein Dorf kommt und vergeblich Zugang zu einer undurchsichtigen Schlossverwaltung sucht. Diese deutsche Ausgabe präsentiert Kafkas gemeinfreien Text für klare digitale Lektüre.

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Franz Kafka starb 1924, und Das Schloss wurde 1926 postum veröffentlicht. Diese Daten stützen die Gemeinfreiheit des deutschen Ausgangstextes dieser Ausgabe.

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Das Schloß

Franz Kafka

预览章节Kapitel 1预览

Es war spät abends, als K. ankam. Das Dorf lag in tiefem Schnee. Vom Schloßberg war nichts zu sehen, Nebel und Finsternis umgaben ihn, auch nicht der schwächste Lichtschein deutete das große Schloß an. Lange stand K. auf der Holzbrücke, die von der Landstraße zum Dorf führte, und blickte in die scheinbare Leere empor.

Dann ging er ein Nachtlager suchen; im Wirtshaus war man noch wach, der Wirt hatte zwar kein Zimmer zu vermieten, aber er wollte, von dem späten Gast äußerst überrascht und verwirrt, K. in der Wirtsstube auf einem Strohsack schlafen lassen. K. war damit einverstanden. Einige Bauern waren noch beim Bier, aber er wollte sich mit niemandem unterhalten, holte selbst den Strohsack vom Dachboden und legte sich in der Nähe des Ofens hin. Warm war es, die Bauern waren still, ein wenig prüfte er sie noch mit den müden Augen, dann schlief er ein.

Aber kurze Zeit darauf wurde er schon geweckt. Ein junger Mann, städtisch angezogen, mit schauspielerhaftem Gesicht, die Augen schmal, die Augenbrauen stark, stand mit dem Wirt neben ihm. Die Bauern waren auch noch da, einige hatten ihre Sessel herumgedreht, um besser zu sehen und zu hören. Der junge Mann entschuldigte sich sehr höflich, K. geweckt zu haben, stellte sich als Sohn des Schloß-Kastellans vor und sagte dann: „Dieses Dorf ist im Besitze des Schlosses, wer hier wohnt oder übernachtet, wohnt oder übernachtet gewissermaßen im Schloß. Niemand darf das ohne gräfliche Erlaubnis. Sie aber haben eine solche Erlaubnis nicht oder haben sie wenigstens nicht vorgezeigt.“

K. hatte sich halb aufgerichtet, hatte die Haare zurecht gestrichen, blickte die Leute von unten her an und sagte: „In welches Dorf habe ich mich verirrt? Ist denn hier ein Schloß?“

„Allerdings,“ sagte der junge Mann langsam, während hier und dort einer den Kopf über K. schüttelte, „das Schloß des Herrn Grafen Westwest.“

„Und man muß die Erlaubnis zum Übernachten

haben?“ fragte K., als wolle er sich davon überzeugen, ob er die früheren Mitteilungen nicht vielleicht geträumt hätte.

„Die Erlaubnis muß man haben“, war die Antwort und es lag darin ein grober Spott für K., als der junge Mann mit ausgestrecktem Arm den Wirt und die Gäste fragte: „Oder muß man etwa die Erlaubnis nicht haben?“

„Dann werde ich mir also die Erlaubnis holen müssen“, sagte K. gähnend und schob die Decke von sich, als wolle er aufstehen.

„Ja von wem denn?“ fragte der junge Mann.

„Vom Herrn Grafen,“ sagte K., „es wird nichts anderes übrigbleiben.“

„Jetzt um Mitternacht die Erlaubnis vom Herrn Grafen holen?“ rief der junge Mann und trat einen Schritt zurück.

„Ist das nicht möglich?“ fragte K. gleichmütig. „Warum haben Sie mich also geweckt?“

Nun geriet aber der junge Mann außer sich. „Landstreichermanieren!“ rief er, „ich verlange Respekt vor der gräflichen Behörde! Ich habe Sie deshalb geweckt, um Ihnen mitzuteilen, daß Sie sofort das gräfliche Gebiet verlassen müssen.“

„Genug der Komödie“, sagte K. auffallend leise, legte sich nieder und zog die Decke über sich. „Sie gehen, junger Mann, ein wenig zu weit und ich werde morgen noch auf Ihr Benehmen zurückkommen. Der Wirt und die Herren dort sind Zeugen, soweit ich überhaupt Zeugen brauche. Sonst aber lassen Sie es sich gesagt sein, daß ich der Landvermesser bin, den der Graf hat kommen lassen. Meine Gehilfen mit den Apparaten kommen morgen im Wagen nach. Ich wollte mir den Marsch durch den Schnee nicht entgehen lassen, bin aber leider einigemal vom Weg abgeirrt und deshalb erst so spät angekommen. Daß es jetzt zu spät war, mich im Schloß zu melden, wußte ich schon aus Eigenem, noch vor Ihrer Belehrung. Deshalb habe ich mich auch mit diesem Nachtlager hier begnügt, das zu stören Sie die – gelinde gesagt – Unhöflichkeit hatten. Damit sind meine Erklärungen beendet. Gute Nacht, meine Herren.“ Und K. drehte sich zum Ofen hin.

预览章节Kapitel 2预览

Als sie - K. erkannte es an einer Wegbiegung - fast beim Wirtshaus waren, war es zu seinem Erstaunen schon völlig finster. War er so lange fort gewesen? Doch nur ein, zwei Stunden etwa nach seiner Rechnung. Und am Morgen war er fortgegangen. Und kein Essenbedürfnis hatte er gehabt. Und bis vor kurzem war gleichmäßige Tageshelle gewesen, erst jetzt die Finsternis. „Kurze Tage, kurze Tage“, sagte er zu sich, glitt vom Schlitten und ging dem Wirtshaus zu.

Oben auf der kleinen Vortreppe des Hauses stand, ihm sehr willkommen, der Wirt und leuchtete mit erhobener Laterne ihm entgegen. Flüchtig an den Fuhrmann sich erinnernd, blieb K. stehn, irgendwo hustete es im Dunkeln, das war er. Nun, er würde ihn ja nächstens wiedersehen. Erst als er oben beim Wirt war, der demütig grüßt, bemerkte er zu beiden Seiten der Tür je einen Mann. Er nahm die Laterne aus der Hand des

Wirts und beleuchtete die zwei; es waren die Männer, die er schon getroffen hatte und die Artur und Jeremias angerufen worden waren. Sie salutierten jetzt. In Erinnerung an seine Militärzeit, an diese glücklichen Zeiten, lachte er. „Wer seid ihr?“ fragte er und sah von einem zum andern. „Euere Gehilfen“, antworteten sie. „Es sind die Gehilfen“, bestätigte leise der Wirt. „Wie?“ fragte K. „Ihr seid meine alten Gehilfen, die ich nachkommen ließ, die ich erwarte?“ Sie bejahten es. „Das ist gut,“ sagte K. nach einem Weilchen, „es ist gut, daß ihr gekommen seid.“ „Übrigens,“ sagte K. nach einem weiteren Weilchen, „ihr habt euch sehr verspätet, ihr seid sehr nachlässig.“ „Es war ein weiter Weg“, sagte der eine. „Ein weiter Weg,“ wiederholte K., „aber ich habe euch getroffen, wie ihr vom Schlosse kamt.“ „Ja“, sagten sie ohne weitere Erklärung. „Wo habt ihr die Apparate?“ fragte K. „Wir haben keine“, sagten sie. „Die Apparate, die ich euch anvertraut habe“, sagte K. „Wir haben keine“, wiederholten sie. „Ach, seid ihr Leute!“ sagte K., „versteht ihr etwas von Landvermessung?“ „Nein“, sagten sie. „Wenn ihr aber meine alten Gehilfen seid, müßt

ihr das doch verstehen“, sagte K. Sie schwiegen. „Dann kommt also“, sagte K. und schob sie vor sich ins Haus.

Sie saßen dann zu dritt ziemlich schweigsam in der Wirtsstube beim Bier, an einem kleinen Tischchen, K. in der Mitte, rechts und links die Gehilfen. Sonst war nur ein Tisch mit Bauern besetzt, ähnlich wie am Abend vorher. „Es ist schwer mit euch,“ sagte K. und verglich wie schon öfters ihre Gesichter, „wie soll ich euch denn unterscheiden. Ihr unterscheidet euch nur durch die Namen, sonst seid ihr euch ähnlich wie“ - er stockte, unwillkürlich fuhr er dann fort - „sonst seid ihr euch ja ähnlich wie Schlangen.“ Sie lächelten. „Man unterscheidet uns sonst gut“, sagten sie zur Rechtfertigung. „Ich glaube es,“ sagte K., „ich war ja selbst Zeuge dessen, aber ich sehe nur mit meinen Augen und mit denen kann ich euch nicht unterscheiden. Ich werde euch deshalb wie einen einzigen Mann behandeln und beide Artur nennen, so heißt doch einer von euch, du etwa?“ - fragte K. den einen. „Nein,“ sagte dieser, „ich heiße Jeremias.“ „Es ist ja gleichgültig,“ sagte K., „ich werde euch beide Artur nennen.

Schicke ich Artur irgendwohin, so geht ihr beide, gebe ich Artur eine Arbeit, so macht ihr sie beide, das hat zwar für mich den großen Nachteil, daß ich euch nicht für gesonderte Arbeit verwenden kann, aber dafür den Vorteil, daß ihr für alles, was ich euch auftrage, gemeinsam ungeteilt die Verantwortung tragt. Wie ihr unter euch die Arbeit aufteilt, ist mir gleichgültig, nur ausreden dürft ihr euch nicht aufeinander, ihr seid für mich nur ein einziger Mann.“ Sie überlegten das und sagten: „Das wäre uns recht unangenehm.“ „Wie denn nicht,“ sagte K., „natürlich muß euch das unangenehm sein, aber es bleibt so.“ Schon ein Weilchen lang hatte K. einen der Bauern den Tisch umschleichen sehn, endlich entschloß er sich, ging auf einen Gehilfen zu und wollte ihm etwas zuflüstern. „Verzeiht,“ sagte K., schlug mit der Hand auf den Tisch und stand auf, „dies sind meine Gehilfen und wir haben jetzt eine Besprechung. Niemand hat das Recht, uns zu stören.“ „O bitte, o bitte“, sagte der Bauer ängstlich und ging rücklings zu seiner Gesellschaft zurück. „Dieses müßt ihr vor allem beachten“, sagte K. dann wieder sitzend. „Ihr dürft mit niemand

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本版本内容

  1. 01Full text
  2. 02Kapitel 1
  3. 03Kapitel 2
  4. 04Kapitel 3
  5. 05Kapitel 4
  6. 06Kapitel 5
  7. 07Kapitel 6
  8. 08Kapitel 7
  9. 09Kapitel 8
  10. 10Kapitel 9
  11. 11Kapitel 10
  12. 12Kapitel 11
  13. 13Kapitel 12
  14. 14Kapitel 13
  15. 15Kapitel 14
  16. 16Kapitel 15
  17. 17Kapitel 16
  18. 18Kapitel 17
  19. 19Kapitel 18

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