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Deutsch Ausgabe

Literatur

Wallenstein

BooksWhale-Ausgabe auf Deutsch von Friedrich Schiller

Schillers Dramenzyklus zeigt Macht, Heerestreue und Verrat im politischen Labyrinth des Dreißigjährigen Krieges.

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Bucheinführung

Wallenstein

Wallenstein entfaltet in Schillers großer Trilogie den Aufstieg und Sturz des kaiserlichen Feldherrn zwischen militärischer Macht, politischer Berechnung und persönlicher Bindung. Der Zyklus macht Geschichte zum dramatischen Konflikt von Freiheit, Loyalität, Ehrgeiz und Verrat.

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Friedrich Schiller starb 1805, und « Wallenstein » erschien erstmals 1800; diese Daten stützen die Gemeinfreiheit dieser deutschsprachigen Originalausgabe.

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Wallenstein

Vorschaukapitel1. Auftritt.Vorschau

Marketenderzelt, davor eine Kram- und Trödelbude. Soldaten von allen Farben und Feldzeichen drängen sich durcheinander, alle Tische sind besetzt. Kroaten und Ulanen an einem Kohlfeuer kochen, Marketenderin schenkt Wein, Soldatenjungen würfeln auf einer Trommel, im Zelt wird gesungen.

_Ein Bauer_ und sein _Sohn_.

=Bauerknabe.=

Vater, es wird nicht gut ablaufen, Bleiben wir von dem Soldatenhaufen. Sind Euch gar trotzige Kameraden; Wenn sie uns nur nichts am Leibe schaden.

=Bauer.=

Ei was! Sie werden uns ja nicht fressen, Treiben sie's auch ein wenig vermessen. Siehst du? sind neue Völker herein, Kommen frisch von der Saal' und dem Main, Bringen Beut' mit, die rarsten Sachen! Unser ist's, wenn wir's nur listig machen. Ein Hauptmann, den ein andrer erstach, Ließ mir ein paar glückliche Würfel nach. Die will ich heut einmal probieren, Ob sie die alte Kraft noch führen. Mußt dich nur recht erbärmlich stellen, Sind dir gar lockere, leichte Gesellen. Lassen sich gerne schön tun und loben, So wie gewonnen, so ist's zerstoben. Nehmen sie uns das Unsre in Scheffeln, Müssen wir's wieder bekommen in Löffeln; Schlagen sie grob mit dem Schwerte drein, So sind wir pfiffig und treiben's fein.

(Im Zelt wird gesungen und gejubelt.)

Wie sie juchzen -- daß Gott erbarm! Alles das geht von des Bauern Felle. Schon acht Monate legt sich der Schwarm Uns in die Betten und in die Ställe, Weit herum ist in der ganzen Aue Keine Feder mehr, keine Klaue, Daß wir für Hunger und Elend schier Nagen müssen die eignen Knochen. War's doch nicht ärger und krauser hier, Als der Sachs noch im Lande tät pochen. Und die nennen sich Kaiserliche!

=Bauerknabe.=

Vater, da kommen ein paar aus der Küche, Sehen nicht aus, als wär' viel zu nehmen.

=Bauer.=

Sind einheimische, geborne Böhmen, Von des Terschkas Karabinieren, Liegen schon lang in diesen Quartieren. Unter allen die schlimmsten just, Spreizen sich, werfen sich in die Brust, Tun, als wenn sie zu fürnehm wären, Mit dem Bauer ein Glas zu leeren. Aber dort seh' ich die drei scharfe Schützen Linker Hand um ein Feuer sitzen, Sehen mir aus wie Tiroler schier. Emmerich, komm! an die wollen wir, Lustige Vögel, die gerne schwatzen, Tragen sich sauber und führen Batzen.

(Gehen nach den Zelten.)

Vorschaukapitel2. Auftritt.Vorschau

_Vorige. Wachtmeister. Trompeter. Ulan._

=Trompeter.=

Was will der Bauer da? Fort, Halunk!

=Bauer.=

Gnädige Herren, einen Bissen und Trunk! Haben heut noch nichts Warmes gegessen.

=Trompeter.=

Ei, das muß immer saufen und fressen.

=Ulan= (mit einem Glase).

Nichts gefrühstückt? Da trink, du Hund!

(Führt den Bauer nach dem Zelte; jene kommen vorwärts.)

=Wachtmeister= (zum Trompeter).

Meinst du, man hab' uns ohne Grund Heute die doppelte Löhnung gegeben, Nur daß wir flott und lustig leben?

=Trompeter.=

Die Herzogin kommt ja heute herein Mit dem fürstlichen Fräulein --

=Wachtmeister.=

Das ist nur der Schein. Die Truppen, die aus fremden Landen Sich hier vor Pilsen zusammen fanden, Die sollen wir gleich an uns locken Mit gutem Schluck und guten Brocken, Damit sie sich gleich zufrieden finden Und fester sich mit uns verbinden.

=Trompeter.=

Ja, es ist wieder was im Werke!

=Wachtmeister.=

Die Herrn Generäle und Kommendanten --

=Trompeter.=

Es ist gar nicht geheuer, wie ich merke.

=Wachtmeister.=

Die sich so dick hier zusammen fanden --

=Trompeter.=

Sind nicht für die Langweil herbemüht.

=Wachtmeister.=

Und das Gemunkel und das Geschicke --

=Trompeter.=

Ja, ja!

=Wachtmeister.=

Und von Wien die alte Perücke, Die man seit gestern herumgehn sieht, Mit der guldenen Gnadenkette, Das hat was zu bedeuten, ich wette.

=Trompeter.=

Wieder so ein Spürhund, gebt nur acht, Der die Jagd auf den Herzog macht.

=Wachtmeister.=

Merkst du wohl? Sie trauen uns nicht, Fürchten des Friedländers heimlich Gesicht. Er ist ihnen zu hoch gestiegen, Möchten ihn gern herunterkriegen.

=Trompeter.=

Aber wir halten ihn aufrecht, wir, Dächten doch alle, wie ich und Ihr!

=Wachtmeister.=

Unser Regiment und die andern vier, Die der Terschka anführt, des Herzogs Schwager, Das resoluteste Korps im Lager, Sind ihm ergeben und gewogen, Hat er uns selbst doch herangezogen. Alle Hauptleute setzt' er ein, Sind alle mit Leib und Leben sein.

Inhaltsverzeichnis

In dieser Ausgabe

  1. 01Full text
  2. 021. Auftritt.
  3. 032. Auftritt.
  4. 043. Auftritt.
  5. 054. Auftritt.
  6. 065. Auftritt.
  7. 076. Auftritt.
  8. 087. Auftritt.
  9. 098. Auftritt.
  10. 109. Auftritt.
  11. 1110. Auftritt.
  12. 1211. Auftritt.

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