ドイツ語 エディション
文学
Götz von Berlichingen
ドイツ語 BooksWhale エディション · Johann Wolfgang von Goethe
Goethes Sturm-und-Drang-Drama über Ritterfreiheit, Reichsordnung, Verrat und historische Gewalt.
- プレビュー
- 準備済みテキストからの抜粋
- 形式
- オンラインリーダー, EPUB, PDF
- アクセス
- ライブラリ claim
本の紹介
Götz von Berlichingen
Götz von Berlichingen machte Goethe als Dramatiker berühmt und prägte den Sturm und Drang. Das Stück verknüpft Rittertum, Recht, Rebellion, Freundschaft, Intrige und den Zusammenbruch einer alten politischen Welt.
BooksWhale エディション
このエディションの準備
このエディションはパブリックドメイン本文に基づき、BooksWhale がデジタル読書向けに準備しました。
パブリックドメイン根拠
このエディションを共有できる理由
Johann Wolfgang von Goethe starb 1832, und Götz von Berlichingen erschien 1773; diese Daten stützen die Gemeinfreiheit des deutschen Originaltexts.
プレビューを読む
準備済みテキストからの抜粋
準備済み読書テキストから選んだプレビューです。
プレビュー章Part 1プレビューを読む
Götz von Berlichingen
Johann Wolfgang von Goethe
Personen:
Kaiser Maximilian Götz von Berlichingen Elisabeth, seine Frau Maria, seine Schwester Karl, sein Söhnchen Georg, sein Bube Bischof von Bamberg Weislingen, Adelheid von Walldorf, Liebetraut an des Bischofs Hofe Abt von Fulda Olearius, beider Rechte Doktor Bruder Martin Hans von Selbitz Franz von Sickingen Lerse Franz, Weislingens Bube Kammerfräulein der Adelheid Metzler, Sievers, Link, Kohl, Wild, Anführer der rebellischen Bauern Hoffrauen, Hofleute, am Bambergschen Hofe Kaiserliche Räte Ratsherrn von Heilbronn Richter des heimlichen Gerichts Zwei Nürnberger Kaufleute Max Stumpf, Pfalzgräflicher Diener Ein Unbekannter Brautvater und Bräutigam, Bauern Berlichingsche, Weislingsche, Bambergsche Reiter Hauptleute, Offiziere, Knechte von der Reichsarmee Schenkwirt Gerichtsdiener Heilbronner Bürger Stadtwache Gefängniswärter Bauern Zigeunerhauptmann Zigeuner, Zigeunerinnen
Erster Akt
I. Akt, Szene 1
Schwarzenberg in Franken Herberge
Metzler, Sievers am Tische. Zwei Reitersknechte beim Feuer. Wirt.
Sievers. Hänsel, noch ein Glas Branntwein, und meß christlich.
Wirt. Du bist der Nimmersatt.
Metzler (leise zu Sievers). Erzähl das noch einmal vom Berlichingen! Die Bamberger dort ärgern sich, sie möchten schwarz werden.
Sievers. Bamberger? Was tun die hier?
Metzler. Der Weislingen ist oben auf'm Schloß beim Herrn Grafen schon zwei Tage; dem haben sie das Gleit geben. Ich weiß nicht, wo er herkommt; sie warten auf ihn; er geht zurück nach Bamberg.
Sievers. Wer ist der Weislingen?
Metzler. Des Bischofs rechte Hand, ein gewaltiger Herr, der dem Götz auch auf'n Dienst lauert.
Sievers. Er mag sich in acht nehmen.
Metzler (leise). Nur immer zu! (Laut.) Seit wann hat denn der Götz wieder Händel mit dem Bischof von Bamberg? Es hieß ja, alles wäre vertragen und geschlichtet.
Sievers. Ja, vertrag du mit den Pfaffen! Wie der Bischof sah, er richt nichts aus und zieht immer den kürzern, kroch er zum Kreuz und war geschäftig, daß der Vergleich zustand käm. Und der getreuherzige Berlichingen gab unerhört nach, wie er immer tut, wenn er im Vorteil ist.
Metzler. Gott erhalt ihn! Ein rechtschaffener Herr!
Sievers. Nun denk, ist das nicht schändlich? Da werfen sie ihm einen Buben nieder, da er sich nichts weniger versieht. Wird sie aber schon wieder dafür lausen!
Metzler. Es ist doch dumm, daß ihm der letzte Streich mißglückt ist! Er wird sich garstig erbost haben.
Sievers. Ich glaub nicht, daß ihn lang was so verdrossen hat. Denk auch: alles war aufs genaueste verkundschaft, wann der Bischof aus dem Bad käm, mit wieviel Reitern, welchen Weg; und wenn's nicht wär durch falsche Leut verraten worden, wollt er ihm das Bad gesegnet und ihn ausgerieben haben.
Erster Reiter. Was räsoniert ihr von unserm Bischof? Ich glaub, ihr sucht Händel.
Sievers. Kümmert euch um eure Sachen! Ihr habt an unserm Tisch nichts zu suchen.
Zweiter Reiter. Wer heißt euch von unserm Bischof despektierlich reden?
Sievers. Hab ich euch Red und Antwort zu geben? Seht doch den Fratzen!
Erster Reiter (schlägt ihn hinter die Ohren).
Metzler. Schlag den Hund tot!
(Sie fallen übereinander her.)
Zweiter Reiter. Komm her, wenn du 's Herz hast.
Wirt (reißt sie voneinander). Wollt ihr Ruh haben! Tausend Schwerenot! Schert euch 'naus, wenn ihr was auszumachen habt. In meiner Stub soll's ehrlich und ordentlich zugehen. (Schiebt die Reiter zur Tür hinaus.) Und ihr Esel, was fanget ihr an?
Metzler. Nur nit viel geschimpft, Hänsel, sonst kommen wir dir über die Glatze. Komm, Kamerad, wollen die draußen bleuen.
(Zwei Berlichingsche Reiter kommen.)
Erster Reiter. Was gibt's da?.
Sievers. Ei guten Tag, Peter! Veit, guten Tag! Woher?
Zweiter Reiter. Daß du dich nit unterstehst zu verraten, wem wir dienen.
Sievers (leise). Da ist euer Herr Götz wohl auch nit weit?
Erster Reiter. Halt dein Maul! Habt ihr Händel?
Sievers. Ihr seid den Kerls begegnet draußen, sind Bamberger.
Erster Reiter. Was tun die hier?
Metzler. Der Weislingen ist droben auf'm Schloß, beim gnädigen Herrn, den haben sie geleit.
プレビュー章Part 2プレビュー
Karl. Der war--alt-Maria. Freilich! der kaum mehr gehen konnte, und sagte. "Liebes Kind"-Karl. "Schenk mir was, ich habe kein Brot gessen gestern und heut." Da gab ihm 's Kind das Geld-Maria. Das für sein Frühstück sein sollte.
Karl. Da sagte der alte Mann-Maria. Da nahm der alte Mann das Kind-Karl. Bei der Hand, und sagte--und ward ein schöner glänzender Heiliger, und sagte:--"Liebes Kind"-Maria. "Für deine Wohltätigkeit belohnt dich die Mutter Gottes durch mich: welchen Kranken du an rührst"-Karl. "Mit der Hand"--es war die rechte, glaub ich.
Maria. Ja.
Karl. "Der wird gleich gesund."
Maria. Da lief das Kind nach Haus und konnt für Freuden nichts reden.
Karl. Und fiel seiner Mutter um den Hals und weinte für Freuden-Maria. Da rief die Mutter: "Wie ist mir!" und war--nun Karl!
Karl. Und war--und war-Maria. Du gibst schon nicht acht!--und war gesund. Und das Kind kurierte König und Kaiser, und wurde so reich, daß es ein großes Kloster bauete.
Elisabeth. Ich kann nicht begreifen, wo mein Herr bleibt. Schon fünf Tag und Nächte, daß er weg ist, und er hoffte so bald seinen Streich auszuführen.
Maria. Mich ängstigt's lang. Wenn ich so einen Mann haben sollte, der sich immer Gefahren aussetzte, ich stürbe im ersten Jahr.
Elisabeth. Dafür dank ich Gott, daß er mich härter zusammengesetzt hat.
Karl. Aber muß dann der Vater ausreiten, wenn's so gefährlich ist?
Maria. Es ist sein guter Wille so.
Elisabeth. Wohl muß er, lieber Karl.
Karl. Warum?
Elisabeth. Weißt du noch, wie er das letztemal ausritt, da er dir Weck mitbrachte?
Karl. Bringt er mir wieder mit?
Elisabeth. Ich glaub wohl. Siehst du, da war ein Schneider von Stuttgart, der war ein trefflicher Bogenschütz, und hatte zu Köln auf'm Schießen das Beste gewonnen.
Karl. War's viel?
Elisabeth. Hundert Taler. Und darnach wollten sie's ihm nicht geben.
Maria. Gelt, das ist garstig, Karl?
Karl. Garstige Leut!
Elisabeth. Da kam der Schneider zu deinem Vater und bat ihn, er möchte ihm zu seinem Geld verhelfen. Und da ritt er aus und nahm den Kölnern ein paar Kaufleute weg, und plagte sie so lang, bis sie das Geld herausgaben. Wärst du nicht auch ausgeritten?
Karl. Nein! da muß man durch einen dicken, dicken Wald, sind Zigeuner und Hexen drin.
Elisabeth. Ist ein rechter Bursch, fürcht sich vor Hexen!
Maria. Du tust besser, Karl! leb du einmal auf deinem Schloß als ein frommer christlicher Ritter. Auf seinen eigenen Gütern findet man zum Wohltun Gelegenheit genug. Die rechtschaffensten Ritter begehen mehr Ungerechtigkeit als Gerechtigkeit auf ihren Zügen.
Elisabeth. Schwester, du weißt nicht, was du redst. Gebe nur Gott, daß unser Junge mit der Zeit braver wird, und dem Weislingen nicht nachschlägt, der so treulos an meinem Mann handelt.
Maria. Wir wollen nicht richten, Elisabeth. Mein Bruder ist sehr erbittert, du auch. Ich bin bei der ganzen Sache mehr Zuschauer, und kann billiger sein.
Elisabeth. Er ist nicht zu entschuldigen.
Maria. Was ich von ihm gehört, hat mich eingenommen. Erzählte nicht selbst dein Mann so viel Liebes und Gutes von ihm! Wie glücklich war ihre Jugend, als sie zusammen Edelknaben des Markgrafen waren!
Elisabeth. Das mag sein. Nur sag, was kann der Mensch je Gutes gehabt haben, der seinem besten treusten Freunde nachstellt, seine Dienste den Feinden meines Mannes verkauft, und unsern trefflichen Kaiser der uns so gnädig ist, mit falschen widrigen Vorstellungen einzunehmen sucht.
Karl. Der Vater! der Vater! Der Türner bläst 's Liedel: "Heisa, mach 's Tor auf."
Elisabeth. Da kommt er mit Beute.
(Ein Reiter kommt.)
Reiter. Wir haben, gejagt! wir haben gefangen! Gott grüß Euch, edle Frauen.
Elisabeth. Habt ihr den Weislingen?
Reiter. Ihn und drei Reiter.
Elisabeth. Wie ging's zu, daß ihr so lang ausbleibt?
プレビュー章Part 3プレビュー
Weislingen. Berlichingen!
Götz. Kein Wort mehr davon! Ich bin ein Feind von Explikationen; man betriegt sich oder den andern, und meist beide.
Karl. Zu Tisch, Vater.
Götz. Fröhliche Botschaft!--Kommt! ich hoffe, meine Weibsleute sollen Euch munter machen. Ihr wart sonst ein Liebhaber, die Fräulein wußten von Euch zu erzählen. Kommt! (Ab.)
Im bischöflichen Palaste zu Bamberg Der Speisesaal
Bischof von Bamberg. Abt von Fulda. Olearius. Liebetraut. Hofleute. An Tafel. Der Nachtisch und die großen Pokale werden aufgetragen.
Bischof. Studieren jetzt viele Deutsche von Adel zu Bologna?
Olearius. Vom Adel- und Bürgerstande. Und ohne Ruhm zu melden, tragen sie das größte Lob davon. Man pflegt im Sprichwort auf der Akademie zu sagen: "So fleißig wie ein Deutscher von Adel." Denn indem die Bürgerlichen einen rühmlichen Fleiß anwenden, durch Talente den Mangel der Geburt zu ersetzen, so bestreben sich jene, mit rühmlicher Wetteiferung, ihre angeborne Würde durch die glänzendsten Verdienste zu erhöhen.
Abt. Ei!
Liebetraut. Sag einer, was man, nicht erlebet. So fleißig wie ein Deutscher von Adel! Das hab ich mein Tage nicht gehört.
Olearius. Ja, sie sind die Bewunderung der ganzen Akademie. Es werden ehestens einige von den ältesten und geschicktesten als Doktores zurückkommen. Der Kaiser wird glücklich sein, die ersten Stellen damit besetzen zu können.
Bischof. Das kann nicht fehlen.
Abt. Kennen Sie nicht zum Exempel einen Junker?--Er ist aus Hessen-Olearius. Es sind viel Hessen da.
Abt. Er heißt--er ist--Weiß es keiner von euch?--Seine Mutter war eine von--Oh! Sein Vater hatte nur ein Aug--und war Marschall.
Liebetraut. Von Wildenholz?
Abt. Recht--von Wildenholz.
Olearius. Den kenn ich wohl, ein junger Herr von vielen Fähigkeiten. Besonders rühmt man ihn wegen seiner Stärke im Disputieren.
Abt. Das hat er von seiner Mutter.
Liebetraut. Nur wollte sie ihr Mann niemals drum rühmen.
Bischof. Wie sagtet Ihr, daß der Kaiser hieß, der Euer "Corpus Juris" geschrieben hat?
Olearius. Justinianus.
Bischof. Ein trefflicher Herr! er soll leben!
Olearius. Sein Andenken!
(Sie trinken.)
Abt. Es mag ein schön Buch sein.
Olearius. Man möcht's wohl ein Buch aller Bücher nennen; eine Sammlung aller Gesetze; bei jedem Fall der Urteilsspruch bereit; und was ja noch abgängig oder dunkel wäre, ersetzen die Glossen, womit die gelehrtesten Männer das vortrefflichste Werk geschmückt haben.
Abt. Eine Sammlung aller Gesetze! Potz! Da müssen wohl auch die Zehn Gebote drin sein.
Olearius. Implicite wohl, nicht explicite.
Abt. Das mein ich auch, an und vor sich, ohne weitere Explikation.
Bischof. Und was das Schönste ist, so könnte, wie Ihr sagt, ein Reich in sicherster Ruhe und Frieden leben, wo es völlig eingeführt und recht gehandhabt würde.
Olearius. Ohne Frage.
Bischof. Alle Doctores Juris!
Olearius. Ich werd's zu rühmen wissen. (Sie trinken.) Wollte Gott, man spräche so in meinem Vaterlande!
Abt. Wo seid Ihr her, hochgelahrter Herr?
Olearius. Von Frankfurt am Main, Ihro Eminenz zu dienen.
Bischof. Steht ihr Herrn da nicht wohl angeschrieben? Wie kommt das?
Olearius. Sonderbar genug. Ich war da, meines Vaters Erbschaft abzuholen; der Pöbel hätte mich fast gesteinigt, wie er hörte, ich sei ein Jurist.
Abt. Behüte Gott!
Olearius. Aber das kommt daher: Der Schöppenstuhl, der in großem Ansehn weit umher steht, ist mit lauter Leuten besetzt, die der Römischen Rechte unkundig sind. Man glaubt, es sei genug, durch Alter und Erfahrung sich eine genaue Kenntnis des innern und äußern Zustandes der Stadt zu erwerben. So werden, nach altem Herkommen und wenigen Statuten, die Bürger und die Nachbarschaft gerichtet.
Abt. Das ist wohl gut.
Olearius. Aber lange nicht genug. Der Menschen Leben ist kurz, und in einer Generation kommen nicht alle Kasus vor. Eine Sammlung solcher Fälle von vielen Jahrhunderten ist unser Gesetzbuch. Und dann ist der Wille und die Meinung der Menschen schwankend; dem deucht heute das recht, was der andere morgen mißbilliget; und so ist Verwirrung und Ungerechtigkeit unvermeidlich. Das alles bestimmen die Gesetze; und die Gesetze sind unveränderlich.
目次
このエディションの内容
- 01Part 1
- 02Part 2
- 03Part 3
- 04Part 4
- 05Part 5
- 06Part 6
- 07Part 7
- 08Part 8
- 09Part 9
- 10Part 10
- 11Part 11