
ドイツ語 エディション
文学
Problematische Naturen
ドイツ語 BooksWhale エディション · Friedrich Spielhagen
Ein deutschsprachiger Klassiker über Gesellschaftsroman, politische Ideale, Liebe, bürgerliche Konflikte und Charakterbildung.
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本の紹介
Problematische Naturen
Problematische Naturen von Friedrich Spielhagen ist ein gemeinfreies Originalwerk über Gesellschaftsroman, politische Ideale, Liebe, bürgerliche Konflikte und Charakterbildung. Diese deutsche Ausgabe bietet den Text in klarer Lesefassung für Online-Lektüre, EPUB und PDF.
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Friedrich Spielhagen starb 1911, und Problematische Naturen erschien 1861. Diese Daten stützen die Gemeinfreiheit dieser deutschen Originalausgabe.
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Problematische Naturen
Friedrich Spielhagen
Erste Abteilung
プレビュー章Erstes Kapitelプレビュー
Es war an einem warmen Juniabend des Jahres 1847, als ein mit zwei schwerfälligen Braunen bespannter Stuhlwagen mühsam in dem tiefen Sandwege eines Tannenforstes dahinfuhr.
»Wird dieser Wald denn nie ein Ende nehmen!« rief der junge Mann, der allein in dem Hintersitze des Fuhrwerks saß, und richtete sich ungeduldig in die Höhe.
Der schweigsame Kutscher vor ihm klatschte statt aller Antwort mit der Peitsche. Die schwerfälligen Braunen machten einen verzweifelten Versuch, in Trab zu fallen, standen aber alsbald von einem Vorsatze ab, den ihr Temperament und der tiefe Sand so wenig begünstigten. Der junge Mann legte sich mit einem Seufzer in seine Ecke zurück und fing wieder an, auf die einförmige Musik des mühsam gleisenden Fuhrwerks zu horchen, und ließ wieder die dunklen Stämme der Tannen an sich vorübergleiten, auf die hier und da ein Streifen von dem Licht des Mondes fiel, der soeben über den Forst heraufstieg. Er begann von neuem, sich den Empfang, der seiner auf dem Schlosse harrte, und die so neue Situation, in die er treten sollte, auszumalen; aber die überdies verschwommenen Bilder einer unbekannten Zukunft wurden dunkler und dunkler; die schlummermüden Augen schlossen sich, und der erste Ton, den sein Ohr wieder vernahm, war der dumpfe Hufschlag der Pferde auf einer hölzernen Brücke, die zu einem mächtigen steinernen Torweg führte. »Endlich«, rief der junge Mann, sich emporrichtend und neugierig um sich schauend, als der Wagen rascher durch eine dunkle Allee riesiger Bäume fuhr, auf einem mit Kies bestreuten offenen Platze einen halben Bogen machte und jetzt vor dem Portale des Schlosses hielt, auf dessen dunklen Fenstern die Mondstrahlen glitzerten.
Der schweigsame Kutscher klatschte zum Zeichen der Ankunft mit der Peitsche. Die einzige Antwort war der helle Ton einer Glocke in der Nähe, die langsam elf Uhr schlug. Als der letzte Ton verklungen war, tat sich die Haustür auf, ein Diener trat heraus an den Wagen, und hinter ihm wurde die Gestalt eines alten Herrn sichtbar, dessen runzliges Gesicht von dem Schein der Kerze, die er mit der einen Hand gegen den Luftzug zu schützen suchte, hell beleuchtet wurde.
Der junge Mann sprang rasch aus dem Wagen auf den alten Herrn zu, der ihm die Rechte entgegenstreckte und mit einer Stimme, deren Freundlichkeit das Zittern des Alters und ein etwas ausländischer Akzent nicht verhüllten, sagte:
»Seien der Herr Doktor bestens willkommen!«
Der junge Mann erwiderte herzlich den Druck der dargebotenen welken Hand: »Ich komme zwar etwas spät, Herr Baron«, sagte er, »aber –«
»Das tut nichts, das tut nichts«, unterbrach ihn der alte Herr. »Frau von Grenwitz ist noch auf. Johann, tragen Sie die Sachen auf das Zimmer des Herrn Doktor! Wollen Sie hier eintreten!«
Oswald hatte auf dem mit Steinfliesen ausgelegten Vorsaal seinen Anzug flüchtig geordnet und folgte jetzt dem Baron in ein hohes, schönes Zimmer.
Als er eintrat, erhoben sich zwei Damen, die an dem Tisch vor dem Sofa, wie es schien, mit Lesen beschäftigt gewesen waren.
»Meine Frau«, sagte der Baron, Oswald der älteren von den beiden Damen vorstellend, einer hohen, schlanken Frau von etwa vierzig Jahren, die dem Ankömmling ein paar Schritte entgegengegangen war und jetzt mit einiger Förmlichkeit seine Begrüßung erwiderte, und dann verbeugte er sich auch vor der jüngeren, einer zierlichen kleinen Gestalt mit einem etwas scharfen, echt französischen, von langen Locken eingerahmten Gesicht, da er in dem Umstande, daß sie ihm nicht besonders vorgestellt wurde, keinen zwingenden Grund sah, diese Höflichkeit zu unterlassen.
»Sie kommen spät, Herr Doktor Stein«, sagte die Baronin mit einer tiefen, wohllautenden Stimme, die mit dem kalten Licht ihrer großen grauen Augen nicht ganz harmonierte.
»So früh, gnädige Frau«, antwortete der junge Mann heiter, »als es der widrige Wind, der heute morgen das Fährboot um mehrere Stunden aufhielt, und der Kutscher des Herrn Baron, dessen Geduld zu bewundern ich unterwegs reichlich Gelegenheit hatte, erlaubten.«
プレビュー章Zweites Kapitelプレビュー
Oswald war jetzt eine Woche auf Schloß Grenwitz, und die Woche war ihm vergangen wie ein Tag. Es lag in seiner Natur, alles Neue mit Leidenschaft zu ergreifen, selbst das Alltägliche, solange es neu war, und hier hatte er Neues vollauf: eine neue Situation, neue Umgebung, neue Menschen. Das alles versetzte ihn, wie es bei sanguinischen Temperamenten zu geschehen pflegt, auf eine Zeitlang in die heiterste Stimmung, in welcher es ihm ein leichtes war, Dinge und Menschen, und alles und jedes, womit er in Berührung kam, selbst die Baronin mit ihren strengen, kalten Zügen, selbst den schweigsamen Kutscher, gegen den er gleich am ersten Abend einen Haß gefaßt hatte, selbst den kriechenden, zutunlichen Bedienten mit seinem ewigen: »Befehlen der Herr Doktor« – ganz liebenswürdig, zum mindesten interessant zu finden. Von dieser heiteren, versöhnlichen Stimmung gaben auch die Briefe Zeugnis, die er um diese Zeit an seine Freunde schrieb: »Da wäre ich denn nun«, heißt es in dem einen, »auf dieser neuen Station meines wunderlichen Lebens angelangt, und wahrlich, ich glaube es hier, bis Schwager Kronos die Pferde gewechselt hat und wieder in sein ewiges Horn stößt, trotz meiner so oft von Ihnen gescholtenen Ungeduld, wohl aushalten zu können. Ja, wenn ich nicht fürchten müßte, durch voreiligen Enthusiasmus ihren Spott herauszufordern, so hätte ich nicht übel Lust, dem guten Stern, der mich hierher geführt, ein Danklied zu singen. Ich bin durchaus in der dazu nötigen Stimmung. Ich habe in diesen Tagen schon so viel Wald- und Seeluft geatmet, daß mein armes, vom Staube nichtsnutziger Folianten betäubtes Gehirn schier trunken ist. Wahrlich, wenn die Menschen dieses paradiesischen Aufenthaltes nicht ganz unwürdig sind, so öffnet sich mir für die nächsten Jahre eine schöne Zukunft.
Verzeihen Sie mir, mein Freund, daß ich zu dem großen Schritte, der mich hierher geführt, nicht Ihre spezielle Erlaubnis eingeholt habe, wie Sie nach dem blinden Gehorsam, mit dem ich Ihrer höheren Einsicht bis jetzt immer gefolgt bin, wohl erwarten konnten. Ich war einmal entschlossen, ihn zu tun. Sie, das wußte ich, würden mir Ihre Einwilligung versagen; so wollte ich denn Ihren geharnischten Gründen ein ebenso geharnischtes Fait accompli entgegenstellen, und Ihrem guten Rat das uralte Vorrecht, zu spät zu kommen, nicht rauben. Überdies kam mir die Sache so plötzlich, und ich mußte meinen Entschluß so schnell fassen, daß ich eben nur Zeit hatte, ihn Ihnen mit wenigen Worten anzukündigen; und endlich ist es auch der Professor Berger, der die ganze Schuld trägt, wenn überhaupt von Schuld die Rede sein kann, und auf dessen Schultern ich hiermit feierlich alle Verantwortung wälze.
Wir haben uns, seitdem wir uns vor nun fast einem Jahr in der Residenz trennten, sehr selten und immer nur sehr flüchtig geschrieben. So werde ich auch wohl des Professors Berger kaum ein paarmal Erwähnung getan haben, und es ist daher die höchste Zeit, daß ich Sie mit diesem originellen Manne endlich bekannt mache, der in meiner jüngsten Vergangenheit eine so große Rolle gespielt hat und dem ich es einzig und allein zu verdanken habe, daß ich in der Haupt- und Staatsaktion der Tragikomödie – Examen genannt – keine kläglichere Rolle spielte.
Als ich damals von Berlin nach Grünwald zog, in der vagen Hoffnung, ich werde in dieser stillen Musenstadt, in der, wie ich mir hatte sagen lassen, das Gras in idyllischer Ruhe auf den Straßen wachse, die nötige Sammlung finden, an der es mir in den literarischen Zirkeln, ästhetischen Tees und singenden Butterbroten der Residenz so gänzlich gebrach, erschien mir unter den fürchterlichen Männern, die mich selig machen oder verdammen konnten, Professor Berger bald als der fürchterlichste. Ich hörte von den paar Kommilitonen, deren dreimal bedenkliche Bekanntschaft zu machen ich nicht umhin konnte, wahrhaft unheimliche Dinge von seiner erstaunlichen Gelehrsamkeit und allerlei Beunruhigendes über sein exzentrisches Wesen, seine tolle Launenhaftigkeit und seinen großen Einfluß auf die übrigen Mitglieder der Prüfungskommission, denen er durch sein Wissen, mehr aber noch durch seinen Witz, mit dessen beißender Lauge er jeden ohne Ansehen der Person überschüttete, gründlich imponierte. Leibhaftig hatte ich den Entsetzlichen noch nicht gesehen. Er hatte einen seiner hypochondrischen Anfälle, in welchen er sich, wie man mir sagte, bei Tage in seine Stube einschlösse und des Nachts in den Wäldern der Nachbarschaft umherschweife.
目次
このエディションの内容
- 01Full text
- 02Erstes Kapitel
- 03Zweites Kapitel
- 04Drittes Kapitel
- 05Viertes Kapitel
- 06Fünftes Kapitel
- 07Sechstes Kapitel
- 08Siebentes Kapitel
- 09Achtes Kapitel
- 10Neuntes Kapitel
- 11Zehntes Kapitel
- 12Elftes Kapitel
- 13Zwölftes Kapitel
- 14M. M.
- 15Erstes Kapitel
- 16Zweites Kapitel
- 17Drittes Kapitel
- 18Viertes Kapitel
- 19Fünftes Kapitel
- 20Sechstes Kapitel
- 21Siebentes Kapitel
- 22Achtes Kapitel
- 23Neuntes Kapitel
- 24Zehntes Kapitel
- 25Elftes Kapitel
- 26Zwölftes Kapitel
- 27D. O.