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Literatura
Flegeljahre
Edição BooksWhale em alemão por Jean Paul
Jean Pauls Roman über Brüder, Bildung, Empfindsamkeit, Humor und romantische Selbstsuche.
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Introdução do livro
Flegeljahre
Flegeljahre verbindet Jean Pauls erzählerischen Witz mit romantischer Seelenkunde, Satire und Bildungsroman. Der Roman folgt den gegensätzlichen Brüdern Walt und Vult durch Erbschaft, Liebe, Kunst, Freundschaft und Selbstprüfung, getragen von Jean Pauls eigenwilliger Sprache.
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Jean Paul starb 1825, und Flegeljahre wurde 1805 veröffentlicht. Diese Daten stützen die Gemeinfreiheit dieser deutschen Originalausgabe.
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Flegeljahre
Jean Paul
Capítulo de préviaErstes Bändgen.Prévia
Erstes Bändgen.
Capítulo de préviaNro. I. Bleiglanz .Prévia
Testament -- das Weinhaus .
So lange Haslau eine Residenz ist , wußte man sich nicht zu erinnern , daß man darin auf etwas mit solcher Neugier gewartet hätte -- die Geburt des Erbprinzen ausgenommen -- als auf die Eröffnung des Van der Kabelschen Testaments .
Van der Kabel konnte der Haschlauer Krösus -- und sein Leben eine Münzbelustigung heißen oder eine Goldwäsche unter einem goldenen Regen oder wie sonst der Witz wollte .
Sieben noch lebende weitläufige Anverwandten von sieben verstorbenen weitläufigen Anverwandten Kabels machten sich zwar einige Hoffnung auf Plätze im Vermächtnis , weil der Krösus ihnen geschworen , ihrer da zu gedenken ; aber die Hoffnungen blieben zu matt , Flegeljahre I. Bd. 1 weil man ihm nicht sonderlich trauen wollte , da er nicht nur so mürrischsittlich und uneigennützig überall wirtschaftete -- in der Sittlichkeit aber waren die 7 Anverwandten noch Anfänger -- sondern auch immer so spöttisch darein griff und mit einem solchen Herzen voll Streiche und Fallstricke , daß sich auf ihn nicht fußen lies .
Das fortstrahlende Lächeln um seine Schläfe und Wulstlippen und die höhnische Fistel-Stimme schwächten den guten Eindruck , den sein edel gebautes Gesicht und ein Paar große Hände , aus denen jeden Tag Neujahrsgeschenke und Benefiz-Komödien und Graziale fielen , hätten machen können ; deswegen gab das Zug-Gevögel den Mann , diesen lebendigen Vogelbeerbaum , worauf es as und nistete , für eine heimliche Schneuss aus und konnte die sichtbaren Beere vor unsichtbaren Haarschlingen kaum sehen .
Zwischen zwei Schlagflüssen hatte er sein Testament aufgesetzt und dem Magistrate anvertraut .
Noch als er den Depositionsschein den 7 Präsumtiv-Erben halbsterbend übergab : sagte er mit altem Tone , er wolle nicht hoffen , daß dieses Zei chen seines Ablebens gesetzte Männer niederschlage , die er sich viel lieber als lachende Erben denke , denn als weinende ; und nur einer davon , der kalte Ironiker , der Polizei-Inspektor Harprecht , erwiderte dem warmen :
ihr sämtlicher Anteil an einem solchen Verluste siehe wohl nicht in ihrer Gewalt .
Endlich erschienen die 7 Erben mit ihrem Depositions-Schein auf dem Rathause , namentlich der Kirchenrat Glanz , der Polizei-Inspektor , der Hofagent Neupeter , der Hoffiskal Knoll , der Buchhändler Passvogel , der Frühprediger Flachs und Flette aus Elsaß .
Sie drangen bei dem Magistrate auf die vom seel. Kabel insinuierte Charte und die Öffnung des Testaments ordentlich und geziemend .
Der Ober-Exekutor des letzteren war der regierende Bürgermeister selber , die Unter- Exekutors der restierende Stadt-Rat .
Sofort wurden Charte und Testament aus der Raths- Kammer vorgeholt in die Ratsstube -- sämtlichen Raths- und Erbherrn herumgezeigt , damit sie das darauf bedruckte Stadt-Sekret besähen -- die auf die Charte geschriebenen Insinuations-Re gistratur vom Stadtschreiber den 7 Erben laut vorgelesen , und ihnen dadurch bekannt gemacht , daß der Selige die Charte dem Magistrate wirklich insinuiert und scrinio rei publicae anvertraut , und daß er am Tage der Insinuation noch vernünftig gewesen -- endlich wurden die sieben Siegel , die er selber darauf gesetzt , ganz befunden .
Jetzt konnte das Testament -- nachdem der Stadtschreiber wieder über dieses alles eine kurze Registratur abgefasst -- in Gottes Namen aufgemacht und vom regierenden Bürgermeister so vorgelesen werden , wie folgt : Ich Van der Kabel testiere 179 * den 7. Mai hier in meinem Hause in Haslau in der Hundgasse ohne viele Millionen Worte , ob ich gleich ein deutscher Notarius und ein holländischer Domine gewesen .
Doch glaube ich , werde ich in der Notariatskunst noch so zu Hause sein , daß ich als ordentlicher Testator und Erblasser auftreten kann .
Testatoren stellen die bewegenden Ursachen ihrer Testamente voran .
Diese sind bei mir , wie gewöhnlich , der selige Hintritt und die Verlas senschaft , welche von vielen gewünscht wird .
Über Begraben und dergleichen zu reden , ist zu weich und dumm .
Das aber , als was Ich übrig bleibe , setze die ewige Sonne droben in einen ihrer grünen Frühlinge , in keinen düstern Winter .
Die milden Gestifte , nach denen Notarien zu fragen haben , mache ich so , daß ich für drei Tausend hiesige Stadtarmen jeder Stände eben so viele leichte Gulden aussetze , wofür sie an meinem Todes-Tage im künftigen Jahre auf der Gemeinhut , wenn nicht gerade das Revüe-Lager da steht , ihres aufschlagen und beziehen , das Geld froh verspeisen , und dann in die Zelte sich kleiden können .
Sumário
Nesta edição
- 01Full text
- 02Erstes Bändgen.
- 03Nro. I. Bleiglanz .
- 04Nro. 2. Katzensilber aus Thüringen. J. P. F. Rs Brief an den Stadtrat .
- 05Nro. 3. Terra miraculosa Saxoniae .
- 06Nro. 4. Mammuthtsknochen aus Astrakan .
- 07Nro. 5. Vogtländischer Marmor mit mäusefahlen Adern .
- 08Nro. 6. Kupfernickel .
- 09Nro. 7. Violenstein .
- 10Nro. 8. Koboldblüte .
- 11Nro. 9. Schwefelblumen . Streckverse .
- 12Nro. 10. Stinkholz .
- 13Nro. 12. Unechte Wendeltreppe .
- 14Nro. 13. Berliner Marmor mit glänzenden Flecken .
- 15Nro. 14. Model eines Hebammenstuhls .
- 16Nro. 15. Riesenmuschel .
- 17Nro.16. Bergguhr .
- 18Nro. 17. Rosenholz .
- 19Nro. 18. Echinit .
- 20Nro. 19. Mergelstein .
- 21Nro. 20. Zeder von Libanon .
- 22Nr. 21 .
- 23Nro. 22. Sassafras .
- 24Nro. 23. Congeries von mäusefahlen Katzenschwänzen .
- 25Nro. 24. Glanzkohle .
- 26Nro. 25. Smaragdfluß .
- 27Nro. 26 .
- 28Nro. 27. Spatdrüse von Schneeberg .
- 29Nro. 28. Seehaase .
- 30Nro. 29. Grobspeisiger Bleiglanz .
- 31Nro. 30. Misspickel aus Sachsen .
- 32Nro. 31. Pillenstein .
- 33Nro. 32. Heller im Straußenmagen .
- 34Nro. 33. Strahlglimmer .
- 35Nro. 34. Inkrustierte Kletten .
- 36Nro. 35. Chrysopras .
- 37Nro. 36. Kompassmuschel .
- 38Nro. 37 .
- 39Nro. 38. Marienglas .
- 40Nro. 39. Papiernautilus .
- 41Nro. 40. Cedo nulli .
- 42Nro. 41. Trödelschnecke .
- 43Nro. 42. Schillerspat .
- 44Nro. 43. Polierter Bernsteinstengel .
- 45Nro. 44. Katzengold aus Sachsen .
- 46Nro. 45. Katzenauge .
- 47Nro. 46. Edler Granat .
- 48Nr. 47. Titanium .
- 49Nr. 48. Strahlkies .
- 50Nro. 49. Blätter-Erz. Beschluß der Reise .
- 51Nro. 50. Halber Blasenstein , eines Dachshunds. J. P. F. Rs. Brief an den Haschlauer Stadtrat .
- 52Nro. 51. Ausgestopfter Blaumüller .
- 53Nro. 52. Ausgestopfter Fliegenschnäpper .
- 54Nro. 53. Kreuzstein bei Gefrees im Bayreuthischen .
- 55Nro. 54. Surinamischer Aeneas .
- 56Nro. 55. Pfefferfraß .
- 57Nro. 56. Fliegender Hering .
- 58Nro. 57. Regenpfeifer .
- 59Nro. 60. Scheerschwänzel .
- 60Nro. 61. Labrador Blende von der Insel St. Paul .
- 61Nro. 62. Saustein .
- 62Nro. 11000 . ( Vult ) , gewann ein erträgliches blaues Fuhrmanns-Hemd .
- 63Nro. 63. Titan-Schörl .
- 64Nro. 64. Mondmilch vom Pilatusberg .
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