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Literatura

Erzählungen von Lu Xun

Edição BooksWhale em alemão por Lu Xun

Título original: 鲁迅小说全集

Eine deutsche Ausgabe zentraler Erzählungen Lu Xuns über Gesellschaft, Erinnerung und geistige Erschütterung.

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Introdução do livro

Erzählungen von Lu Xun

Diese Ausgabe versammelt zentrale Erzählungen Lu Xuns in deutscher Sprache. Die Texte führen in die Anfänge der modernen chinesischen Literatur und verbinden scharfe Beobachtung, Satire, soziale Kritik und psychologische Spannung.

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Lu Xun starb 1936; die chinesischen Ausgangstexte dieser Erzählsammlung stammen aus der frühen modernen Literatur. Diese deutsche Ausgabe wird als KI-unterstützte Übersetzung mit menschlicher Prüfung aus gemeinfreien chinesischen Texten vorbereitet.

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Lu Xun: Erzählungen

Lu Xun

Capítulo de préviaDer RufPrévia

Der Ruf

Capítulo de préviaVorwort des AutorsPrévia

In meiner Jugend habe auch ich viele Träume gehabt. Später vergaß ich die meisten davon, doch ich hielt es selbst nicht für bedauerlich. Was man Erinnerungen nennt, kann zwar Freude bereiten, doch bisweilen macht es einen auch einsam; wenn die feinen Fäden des Geistes noch an längst vergangene einsame Zeiten gebunden bleiben, welchen Sinn hat das? Und doch leide ich gerade darunter, dass ich sie nicht völlig vergessen kann. Dieser Teil, den ich nicht ganz vergessen konnte, ist bis heute der Grund für „Der Ruf“ geworden.

Über vier Jahre lang ging ich oft, fast täglich, in Pfandleihen und Apotheken ein und aus. Wie alt ich damals war, habe ich vergessen; jedenfalls war der Ladentisch der Apotheke genau so hoch wie ich, der der Pfandleihe aber doppelt so hoch. Vor diesem doppelt hohen Tresen reichte ich Kleider oder Schmuck hinauf, nahm unter Demütigungen Geld entgegen und ging dann zu dem gleich hohen Tresen, um für meinen lange kranken Vater Arznei zu kaufen. Wenn ich nach Hause kam, musste ich mich noch um andere Dinge kümmern, denn der Arzt, der die Rezepte schrieb, war der berühmteste, und daher waren auch die Arzneizutaten, die er verlangte, sonderbar: Schilfwurzeln im Winter, Zuckerrohr, das drei Jahre lang Frost erlebt hatte, Grillen mussten als ursprüngliches Paar beschafft werden, der flachwachsende Strauch musste Früchte tragen … das meiste davon war nicht leicht zu bekommen. Doch mein Vater starb schließlich von Tag zu Tag schwerer dahin.

Wer von einer wohlhabenden Familie in Not und Elend hinabgestürzt ist, der kann, so meine ich, auf diesem Weg wohl das wahre Gesicht der Menschen sehen. Ich wollte nach N gehen und in die K-Schule eintreten, als wollte ich einen anderen Weg gehen, an einen anderen Ort fliehen und andere Menschen suchen. Meine Mutter hatte keine andere Möglichkeit, sie brachte acht Yuan Reisegeld zusammen und sagte, ich könne selbst entscheiden. Doch sie weinte. Das war ganz verständlich, denn damals war Lernen und zur Beamtenprüfung antreten der rechte Weg; das sogenannte Lernen westlicher Dinge galt in der Gesellschaft als etwas, wozu nur Menschen griffen, die keinen Ausweg mehr hatten und ihre Seele an die fremden Teufel verkaufen mussten, weshalb man sie doppelt verspottete und ausschloss. Überdies konnte sie ihren Sohn nun nicht mehr sehen. Doch ich konnte mich darum nicht mehr kümmern und ging schließlich nach N, um in die K-Schule einzutreten. Erst in dieser Schule erfuhr ich, dass es auf der Welt sogenannte Naturkunde, Mathematik, Geographie, Geschichte, Zeichnen und Turnen gab. Physiologie wurde nicht unterrichtet, doch wir bekamen einige Holzschnittbücher wie „Eine neue Lehre vom ganzen Körper“ und „Chemie und Hygiene“ zu sehen. Ich erinnerte mich noch an die Ansichten und Rezepte der früheren Ärzte; verglich ich sie mit dem, was ich nun wusste, begriff ich allmählich, dass die chinesische Medizin nichts weiter war als eine Art absichtlicher oder unabsichtlicher Betrug. Zugleich erwachte in mir großes Mitgefühl für die betrogenen Kranken und ihre Familien. Außerdem erfuhr ich aus übersetzten Geschichtsbüchern, dass die japanische Restauration zum großen Teil von der westlichen Medizin ausgegangen war.

Diese kindlichen Kenntnisse führten später dazu, dass mein Name in das Schülerverzeichnis einer medizinischen Fachschule in einem ländlichen Ort Japans eingetragen wurde. Mein Traum war sehr schön: Ich wollte nach dem Abschluss zurückkehren und die Leiden von Kranken heilen, die wie mein Vater durch Irrtum geschädigt worden waren; in Kriegszeiten wollte ich als Militärarzt dienen und zugleich den Glauben meiner Landsleute an die Erneuerung fördern. Ich weiß nicht mehr, welche Fortschritte die Lehrmethoden der Mikrobiologie heute gemacht haben; jedenfalls benutzte man damals Filme, um die Gestalt der Mikroben zu zeigen. Daher zeigte der Lehrer, wenn ein Abschnitt der Vorlesung beendet war, die Stunde aber noch nicht vorbei, den Schülern manchmal Landschafts- oder Zeitungsbilder, um die übrige Zeit zu füllen. Damals war gerade der Russisch-Japanische Krieg im Gange, und Bilder vom Krieg gab es naturgemäß recht viele. In jenem Hörsaal musste ich oft dem Klatschen und Jubeln meiner Mitschüler zustimmen. Einmal erblickte ich auf der Leinwand plötzlich viele Chinesen, denen ich lange nicht begegnet war: Einer war in der Mitte gefesselt, viele standen links und rechts; alle hatten gleich kräftige Körper, doch zeigten sie stumpfe Mienen. Der Erklärung zufolge war der Gefesselte ein militärischer Spion für Russland gewesen und sollte nun von japanischen Soldaten enthauptet und zur Schau gestellt werden; die Umstehenden waren gekommen, um dieses großartige Schaustück zu bewundern.

Sumário

Nesta edição

  1. 01Full text
  2. 02Der Ruf
  3. 03Vorwort des Autors
  4. 04Tagebuch eines Verrückten
  5. 05I
  6. 06II
  7. 07III
  8. 08IV
  9. 09V
  10. 10VI
  11. 11VII
  12. 12VIII
  13. 13IX
  14. 14X
  15. 15XI
  16. 16XII
  17. 17XIII
  18. 18Kong Yiji
  19. 19Die Arznei
  20. 20I
  21. 21II
  22. 22III
  23. 23IV
  24. 24Morgen
  25. 25Eine kleine Begebenheit
  26. 26Die Geschichte des Haares
  27. 27Aufruhr
  28. 28Heimat
  29. 29Die wahre Geschichte des Ah Q
  30. 30Erstes Kapitel
  31. 31Vorwort
  32. 32Zweites Kapitel
  33. 33Kurze Aufzeichnungen über Siege
  34. 34Drittes Kapitel
  35. 35Fortsetzung der kurzen Aufzeichnungen über Siege
  36. 36Viertes Kapitel
  37. 37Die Tragödie der Liebe
  38. 38Fünftes Kapitel
  39. 39Das Problem des Lebensunterhalts
  40. 40Sechstes Kapitel
  41. 41Von der Wiederauferstehung zum Ende
  42. 42Siebtes Kapitel
  43. 43Revolution
  44. 44Achtes Kapitel
  45. 45Nicht zur Revolution zugelassen
  46. 46Neuntes Kapitel
  47. 47Das große glückliche Ende
  48. 48Das Drachenbootfest
  49. 49Weißes Licht
  50. 50Kaninchen und Katzen
  51. 51Die Komödie der Enten
  52. 52Dorftheater
  53. 53Umherirren
  54. 54Segensopfer
  55. 55Im Weinlokal
  56. 56Eine glückliche Familie
  57. 57Seife
  58. 58Der Einsame
  59. 59I
  60. 60II
  61. 61III
  62. 62IV
  63. 63V
  64. 64Trauer um die Vergangenheit
  65. 65Brüder
  66. 66Scheidung
  67. 67Neue Geschichten aus alten Stoffen
  68. 68Vorwort
  69. 69Die Ergänzung des Himmels
  70. 70I
  71. 71II
  72. 72III
  73. 73Der Flug zum Mond
  74. 74I
  75. 75II
  76. 76III
  77. 77Die Wasserregulierung
  78. 78I
  79. 79II
  80. 80III
  81. 81IV
  82. 82Das Sammeln von Farnkraut
  83. 83I
  84. 84II
  85. 85III
  86. 86IV
  87. 87V
  88. 88VI
  89. 89Das Schwertschmieden
  90. 90I
  91. 91II
  92. 92III
  93. 93IV
  94. 94Durch den Pass
  95. 95Nichtangriff
  96. 96I
  97. 97II
  98. 98III
  99. 99IV
  100. 100V
  101. 101Vom Tod erwecken
  102. 102Nachlese
  103. 103Nostalgie

Erzählungen von Lu Xun

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