BooksWhaleBooksWhale
Ahnung und Gegenwart cover

German Edition

Literature

Ahnung und Gegenwart

German BooksWhale Edition by Joseph von Eichendorff

Ein romantischer Roman über Wanderschaft, Liebe, Erinnerung und die Suche nach innerer Heimat.

Preview
A sample from the prepared text
Formats
Online reader, EPUB, PDF
Access
Library claim

Book introduction

Ahnung und Gegenwart

Ahnung und Gegenwart entfaltet Eichendorffs romantische Welt zwischen Schloss, Wald, Reise, Musik und religiöser Sehnsucht. Der Roman verbindet Liebesgeschichte, Gesellschaftsbilder und poetische Naturerfahrung zu einem Klassiker deutscher Romantik.

BooksWhale edition

How this edition was prepared

This edition is based on a public domain text and has been prepared for digital reading by BooksWhale.

Public domain basis

Why this edition can be shared

Joseph von Eichendorff starb 1857, und Ahnung und Gegenwart erschien erstmals 1815. Diese Daten stützen die Gemeinfreiheit dieser deutschen Originalausgabe.

Read preview

A sample from the prepared text

Preview selected from the prepared reader text.

Preview chapterFull textRead preview

Ahnung und Gegenwart

Joseph von Eichendorff

Preview chapterErſtes Buch.Preview

Erſtes Buch.

Preview chapterErſtes Kapitel.Preview

Die Sonne war eben prächtig aufgegangen, da fuhr ein Schiff zwiſchen den grünen Bergen und Wäldern auf der Donau herunter. Auf dem Schiffe befand ſich ein luſtiges Häufchen Studenten. Sie begleiteten einige Tagereiſen weit den jungen Grafen Friedrich, welcher ſo eben die Univerſität verlaſſen hatte, um ſich auf Reiſen zu begeben. Einige von ihnen hatten ſich auf dem Verdecke auf ihre ausgebreitete Mäntel hingeſtreckt und würfelten. Andere hatten alle Augenblick neue Burgen zu ſalutiren, neue Echo's zu verſuchen, und waren daher ohne Unterlaß beſchäftigt, ihre Gewehre zu laden und abzufeuern. Wieder andere übten ihren Witz an allen, die das Unglück hatten am Ufer vorüberzugehen, und dieſe aus der Luft gegriffene Unterhaltung endigte dann gewöhnlich mit luſtigen Schimpfreden, welche wechſelſeitig ſo lange fortgeſezt wurden, bis beide Partheyen einander längſt nicht mehr verſtanden. Mitten unter ihnen ſtand Graf Friedrich in ſtiller, beſchaulicher Freude. Er war größer als die andern, und zeichnete ſich durch ein einfaches, freyes, faſt altritterliches Anſehen aus. Er ſelbſt ſprach wenig, ſondern ergözte ſich vielmehr ſtill in ſich an den den Ausgelaſſenheiten der luſtigen Geſellen; ein gemeiner Menſchenſinn hätte ihn leicht für einfältig gehalten.

Von beiden Seiten ſangen die Vögel aus dem Walde, der Wiederhall von dem Rufen und Schießen irrte weit in den Bergen umher, ein friſcher Wind ſtrich über das Waſſer, und ſo fuhren die Studenten in ihren bunten, phantaſtiſchen Trachten wie das Schiff der Argonauten. Und ſo fahre denn, friſche Jugend! Glaube es nicht, daß es einmal anders wird auf Erden. Unſere freudigen Gedanken werden niemals alt und die Jugend iſt ewig.

Wer von Regensburg her auf der Donau hinabgefahren iſt, der kennt die herrliche Stelle, welche der Wirbel genannt wird. Hohe Bergſchluften umgeben den wunderbaren Ort. In der Mitte des Stromes ſteht ein ſeltſam geformter Fels, von dem ein hohes Kreutz Troſt- und Friedenreich in den Sturz und Streit der empörten Wogen hinabſchaut. Kein Menſch iſt hier zu ſehen, kein Vogel ſingt, nur der Wald von den Bergen und der furchtbare Kreis, der alles Leben in ſeinen unergründlichen Schlund hinabzieht, rauſchen hier ſeit Jahrhunderten gleichförmig fort. Der Mund des Wirbels öffnet ſich von Zeit zu Zeit dunkelblickend, wie das Auge des Todes. Der Menſch fühlt ſich auf einmal verlaſſen in der Gewalt des feindſeligen, unbekannten Elements, und das Kreutz auf dem Felſen tritt hier in ſeiner heiligſten und größten Bedeutung hervor. Alle wurden bey dieſem Anblicke ſtill und athmeten tief über dem Wellenrauſchen. Hier bog plötzlich ein anderes fremdes Schiff, daß ſie lange in weiter Entfernung verfolgt hatte, hinter ihnen um die Felſenecke. Eine hohe, junge, weibliche Geſtalt ſtand ganz vorn auf dem Verdecke und ſah unverwandt in den Wirbel hinab. Die Studenten waren von der plötzlichen Erſcheinung in dieſer dunkelgrünen Oede überraſcht und brachen einmüthig in ein freudiges Hurrah aus, daß es weit an den Bergen hinunterſchallte.

Da ſah das Mädchen auf einmal auf, und ihre Augen begegneten Friedrichs Blicken. Er fuhr innerlichſt zuſammen. Denn es war, als deckten ihre Blicke plötzlich eine neue Welt von blühender Wunderpracht, uralten Erinnerungen und niegekannten Wünſchen in ſeinem Herzen auf. Er ſtand lange in ihrem Anblick verſunken, und bemerkte kaum, wie indeß der Strom nun wieder ruhiger geworden war und zu beiden Seiten ſchöne Schlöſſer, Dörfer und Wieſen vorüberflogen, aus denen der Wind das Geläute weidender Heerden herüberwehte.

Sie fuhren ſo eben an einer kleinen Stadt vorüber. Hart am Ufer war eine Promenade mit Alleen. Herren und Damen giengen im Sonntagsputze ſpazieren, führten einander, lachten, grüßten und verbeugten ſich hin und wieder, und eine luſtige Muſik ſchallte aus dem bunten, fröhlichen Schwalle. Das Schiff, worauf die ſchöne Unbekannte ſtand, folgte unſeren Reiſenden immerfort in einiger Entfernung nach. Der Strom war hier ſo breit und ſpiegelglatt wie ein See. Da ergriff einer von den Studenten ſeine Guitarre, und ſang der Schönen auf dem andern Schiffe drüben luſtig zu:

Table of contents

Inside this edition

  1. 01Full text
  2. 02Erſtes Buch.
  3. 03Erſtes Kapitel.
  4. 04Zweites Kapitel.
  5. 05Drittes Kapitel.
  6. 06Viertes Kapitel.
  7. 07Drittes Buch.

Language availability

Other languages

Additional language editions are not published yet. This section will link to other BooksWhale editions when they become available.

Request another language

Ahnung und Gegenwart

Membership $9.99 / year · claim access

PreviewJoin