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German Edition

Literature

Die Weber

German BooksWhale Edition by Gerhart Hauptmann

Hauptmanns soziales Drama macht Hunger, Arbeit, Aufstand und Ausbeutung der schlesischen Weber sichtbar.

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Book introduction

Die Weber

Die Weber verzichtet auf einen einzelnen Helden und stellt eine leidende Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Hauptmann gestaltet Armut, Lohnabhängigkeit, Unternehmermacht und Revolte mit dokumentarischer Wucht, sodass das Stück zu einem Schlüsseltext des sozialen Naturalismus wurde.

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This edition is based on a public domain text and has been prepared for digital reading by BooksWhale.

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Gerhart Hauptmann died in 1946, and Die Weber was first published in 1892. These dates support the public-domain basis for the German source text used in this edition.

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Die Weber

Meinem Vater Robert Hauptmann

widme ich dieses Drama

Wenn ich Dir, lieber Vater, dieses Drama zuschreibe, so geschieht es aus Gefühlen heraus, die Du kennst und die an dieser Stelle zu zerlegen keine Nötigung besteht.

Deine Erzählung vom Großvater, der in jungen Jahren, ein armer Weber, wie die Geschilderten hinterm Webstuhl gesessen, ist der Keim meiner Dichtung geworden, die, ob sie nun lebenskräftig oder morsch im Innern sein mag, doch das Beste ist, was ›ein armer Mann wie Hamlet ist‹ zu geben hat.

Dein Gerhart

Dramatis Personae

Dreißiger

, Parchentfabrikant

Frau Dreißiger

bei Dreißiger:

Pfeifer

, Expedient

Neumann

, Kassierer

Der Lehrling

Der Kutscher Johann

Ein Mädchen

Weinhold

, Hauslehrer bei Dreißigers Söhnen

Pastor Kittelhaus

Frau Pastor Kittelhaus

Heide

, Polizeiverwalter

Kutsche

, Gendarm

Welzel

, Gastwirt

Frau Welzel

Anna Welzel

Wiegand

, Tischler

Ein Reisender

Ein Bauer

Ein Förster

Schmidt

, Chirurgus

Hornig

, Lumpensammler

Der alte Wittig

, Schmiedemeister

Weber:

Bäcker

Moritz Jäger

Der alte Baumert

Mutter Baumert

Bertha Baumert

Emma Baumert

Fritz

, Emmas Sohn, vier Jahre alt

August Baumert

Der alte Ansorge

Frau Heinrich

Der alte Hilse

Frau Hilse

Gottlieb Hilse

Luise

, Gottliebs Frau

Mielchen

, seine Tochter, sechs Jahre alt

Reimann

Heiber

Ein Knabe

, acht Jahre alt

Färbereiarbeiter

Eine große Menge junger und alter Weber und Weberfrauen

Die Vorgänge dieser Dichtung geschehen in den vierziger Jahren in Kaschbach im Eulengebirge sowie in Peterswaldau und Langenbielau am Fuße des Eulengebirges. –

Das Weberlied wird gesungen nach der Melodie: »Es liegt ein Schloß in Österreich.«

Dreißiger

, Parchentfabrikant

Frau Dreißiger

bei Dreißiger:

Pfeifer

, Expedient

Neumann

, Kassierer

Der Lehrling

Der Kutscher Johann

Ein Mädchen

Weinhold

, Hauslehrer bei Dreißigers Söhnen

Pastor Kittelhaus

Frau Pastor Kittelhaus

Heide

, Polizeiverwalter

Kutsche

, Gendarm

Welzel

, Gastwirt

Frau Welzel

Anna Welzel

Wiegand

, Tischler

Ein Reisender

Ein Bauer

Ein Förster

Schmidt

, Chirurgus

Hornig

, Lumpensammler

Der alte Wittig

, Schmiedemeister

Weber:

Bäcker

Moritz Jäger

Der alte Baumert

Mutter Baumert

Bertha Baumert

Emma Baumert

Fritz

, Emmas Sohn, vier Jahre alt

August Baumert

Der alte Ansorge

Frau Heinrich

Der alte Hilse

Frau Hilse

Gottlieb Hilse

Luise

, Gottliebs Frau

Mielchen

, seine Tochter, sechs Jahre alt

Reimann

Heiber

Ein Knabe

, acht Jahre alt

Färbereiarbeiter

Eine große Menge junger und alter Weber und Weberfrauen

Die Vorgänge dieser Dichtung geschehen in den vierziger Jahren in Kaschbach im Eulengebirge sowie in Peterswaldau und Langenbielau am Fuße des Eulengebirges. –

Das Weberlied wird gesungen nach der Melodie: »Es liegt ein Schloß in Österreich.«

Preview chapterErster AktPreview

Ein geräumiges, graugetünchtes Zimmer in Dreißigers Haus zu Peterswaldau. Der Raum, wo die Weber das fertige Gewebe abzuliefern haben. Linker Hand sind Fenster ohne Gardinen, in der Hinterwand eine Glastür, rechts eine ebensolche Glastür, durch welche fortwährend Weber, Weberfrauen und Kinder ab- und zugehen. Längs der rechten Wand, die wie die übrigen größtenteils von Holzgestellen für Parchent verdeckt wird, zieht sich eine Bank, auf der die angekommenen Weber ihre Ware ausgebreitet haben. In der Reihenfolge der Ankunft treten sie vor und bieten ihre Ware zur Musterung. Expedient Pfeifer steht hinter einem großen Tisch, auf welchen die zu musternde Ware vom Weber gelegt wird. Er bedient sich bei der Schau eines Zirkels und einer Lupe. Ist er zu Ende mit der Untersuchung, so legt der Weber den Parchent auf die Waage, wo ein Kontorlehrling sein Gewicht prüft. Die abgenommene Ware schiebt derselbe Lehrling ins Repositorium. Den zu zahlenden Lohnbetrag ruft Expedient Pfeifer dem an einem kleinen Tischchen sitzenden Kassierer Neumann jedesmal laut zu.

Es ist ein schwüler Tag gegen Ende Mai. Die Uhr zeigt zwölf. Die meisten der harrenden Webersleute gleichen Menschen, die vor die Schranken des Gerichts gestellt sind, wo sie in peinigender Gespanntheit eine Entscheidung über Tod und Leben zu erwarten haben. Hinwiederum haftet allen etwas Gedrücktes, dem Almosenempfänger Eigentümliches an, der, von Demütigung zu Demütigung schreitend, im Bewußtsein, nur geduldet zu sein, sich so klein als möglich zu machen gewohnt ist. Dazu kommt ein starrer Zug resultatlosen, bohrenden Grübelns in aller Mienen. Die Männer, einander ähnelnd, halb zwerghaft, halb schulmeisterlich, sind in der Mehrzahl flachbrüstige, hüstelnde, ärmliche Menschen mit schmutzigblasser Gesichtsfarbe: Geschöpfe des Webstuhls, deren Knie infolge vielen Sitzens gekrümmt sind. Ihre Weiber zeigen weniger Typisches auf den ersten Blick; sie sind aufgelöst, gehetzt, abgetrieben – während die Männer eine gewisse klägliche Gravität noch zur Schau tragen – und zerlumpt, wo die Männer geflickt sind. Die jungen Mädchen sind mitunter nicht ohne Reiz; wächserne Blässe, zarte Formen, große, hervorstehende, melancholische Augen sind ihnen dann eigen.

Kassierer Neumann

,

Geld aufzählend

. Bleibt sechzehn Silbergroschen, zwei Pfennig.

Erste Weberfrau

,

dreißigjährig, sehr abgezehrt, streicht das Geld ein mit zitternden Fingern

. Sind Se bedankt.

Neumann

,

als die Frau stehenbleibt

. Nu? stimmt's etwa wieder nich?

Erste Weberfrau

,

bewegt, flehentlich

. A paar Fenniche uf Vorschuß hätt' ich doch halt aso neetig.

Neumann

. Ich hab' a paar hundert Taler neetig. Wenn's ufs Neetighaben ankäm' –!

Schon mit Auszahlen an einen andern Weber beschäftigt, kurz

. Ieber den Vorschuß hat Herr Dreißiger selbst zu bestimmen.

Erste Weberfrau

. Kennt' ich da vielleicht amal mit'n Herrn Dreißiger selber red'n?

Expedient Pfeifer

,

ehemaliger Weber. Das Typische an ihm ist unverkennbar; nur ist er wohlgenährt, gepflegt gekleidet, glatt rasiert, auch ein starker Schnupfer. Er ruft barsch herüber

. Da hätte Herr Dreißiger weeß Gott viel zu tun, wenn er sich um jede Kleenigkeit selber bekimmern sollte. Dazu sind wir da.

Er zirkelt und untersucht mit der Lupe

. Schwerenot! Das zieht.

Er packt sich einen dicken Schal um den Hals

. Macht de Tiere zu, wer reinkommt.

Der Lehrling

,

laut zu Pfeifer

. Das is, wie wenn man mit Kletzen red'te.

Pfeifer

. Abgemacht sela! – Waage!

Der Weber legt das Webe auf die Waage

. Wenn Ihr ock Eure Sache besser verstehn tät't. Trepp'n hat's wieder drinne . . . ich seh' gar nich hin. A guter Weber verschiebt's Aufbäumen nich wer weeß wie lange.

Bäcker

ist gekommen. Ein junger, ausnahmsweise starker Weber, dessen Gebaren ungezwungen, fast frech ist. Pfeifer, Neumann und der Lehrling werfen sich bei seinem Eintritt Blicke des Einvernehmens zu

. Schwerenot ja! Da soll eener wieder schwitz'n wie a Laugensack.

Preview chapterErster WeberPreview

halblaut

. 's sticht gar sehr nach Regen.

Der alte Baumert

drängt sich durch die Glastür rechts. Hinter der Tür gewahrt man die Schulter an Schulter gedrängt zusammengepfercht wartenden Webersleute. Der Alte ist nach vorn gehumpelt und hat sein Pack in der Nähe des Bäcker auf die Bank gelegt. Er setzt sich daneben und wischt sich den Schweiß

. Hier is 'ne Ruh' verdient.

Bäcker

. Ruhe is besser wie a Beehmen Geld.

Der alte Baumert

. A Beehmen Geld mechte ooch sein. Gu'n Tag ooch, Bäcker!

Bäcker

. Tag ooch, Vater Baumert! Ma muß wieder lauern wer weeß wie lange!

Table of contents

Inside this edition

  1. 01Full text
  2. 02Erster Akt
  3. 03Erster Weber
  4. 04Erster Weber
  5. 05Erster Weber
  6. 06Erster Weber
  7. 07Zweiter Akt
  8. 08Dritter Akt
  9. 09Erster und zweiter alter Weber kommen und setzen sich zu Ansorge, Baumert und Hornig.
  10. 10Erster alter Weber
  11. 11Zweiter alter Weber
  12. 12Erster junger Weber
  13. 13Erster alter Weber
  14. 14Erster alter Weber
  15. 15Erster alter Weber
  16. 16Zweiter alter Weber
  17. 17Erster alter Weber
  18. 18Dritter alter Weber
  19. 19Dritter alter Weber
  20. 20Erster alter Weber
  21. 21Dritter alter Weber
  22. 22Erster und zweiter alter Weber kommen und setzen sich zu Ansorge, Baumert und Hornig.
  23. 23Erster alter Weber
  24. 24Zweiter alter Weber
  25. 25Erster junger Weber
  26. 26Erster alter Weber
  27. 27Erster alter Weber
  28. 28Erster alter Weber
  29. 29Zweiter alter Weber
  30. 30Erster alter Weber
  31. 31Dritter alter Weber
  32. 32Dritter alter Weber
  33. 33Erster alter Weber
  34. 34Dritter alter Weber
  35. 35Vierter Akt
  36. 36Erster junger Weber
  37. 37Zweiter junger Weber
  38. 38Zweiter junger Weber
  39. 39Erster junger Weber
  40. 40Zweiter junger Weber
  41. 41Zweiter junger Weber
  42. 42Fünfter Akt
  43. 43Erster junger Weber
  44. 44Zweiter junger Weber
  45. 45Zweiter junger Weber
  46. 46Dritter junger Weber
  47. 47Zweiter junger Weber
  48. 48Erster junger Weber
  49. 49Zweiter junger Weber
  50. 50Zweiter junger Weber
  51. 51Erster junger Weber
  52. 52Erster junger Weber
  53. 53Erster junger Weber
  54. 54Zweiter junger Weber
  55. 55Erster junger Weber
  56. 56Erster junger Weber
  57. 57Zweiter junger Weber
  58. 58Zweiter junger Weber
  59. 59Dritter junger Weber
  60. 60Zweiter junger Weber
  61. 61Erster junger Weber
  62. 62Zweiter junger Weber
  63. 63Zweiter junger Weber
  64. 64Erster junger Weber
  65. 65Erster junger Weber
  66. 66Erster junger Weber
  67. 67Zweiter junger Weber
  68. 68Erster junger Weber

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