German Edition
Literature
Don Carlos
German BooksWhale Edition by Friedrich Schiller
Schiller’s historical drama of freedom, friendship, court power, forbidden love, and political idealism.
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Book introduction
Don Carlos
“Don Carlos” sets personal passion and Enlightenment ideals against the machinery of Spanish absolutism. Schiller’s drama follows Carlos, Posa, Elisabeth, and Philip II through friendship, jealousy, tyranny, and the dream of liberty.
BooksWhale edition
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This edition is based on a public domain text and has been prepared for digital reading by BooksWhale.
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Don Carlos is a public-domain work: the author died in 1805, and the text was first published in 1787. This edition uses the original German text.
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Don Carlos
Friedrich Schiller: Don Carlos, Infant von Spanien
von Friedrich Schiller
Verlag: J. G. Cotta'sche Buchhandlung | Jahr: 1879
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Friedrich Schiller
Don Carlos, Infant von Spanien.
Ein dramatisches Gedicht.
Personen:
Mehrere Damen und Granden. Pagen. Officiere. Die Leibwache und verschiedene stumme Personen.
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Friedrich Schiller: Don Carlos, Infant von Spanien
von Friedrich Schiller
Verlag: J. G. Cotta'sche Buchhandlung | Jahr: 1879
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Erster Auftritt.
Erster Akt.
Der königliche Garten in Aranjuez .
Carlos. Domingo.
Domingo. Die schönen Tage in Aranjuez Sind nun zu Ende. Eure königliche Hoheit Verlassen es nicht heiterer. Wir sind Vergebens hier gewesen. Brechen Sie Dies räthselhafte Schweigen. Oeffnen Sie Ihr Herz dem Vaterherzen, Prinz. Zu theuer Kann der Monarch die Ruhe seines Sohns – Des einz'gen Sohns – zu theuer nie erkaufen. (Carlos sieht zur Erde und schweigt.) Wär' noch ein Wunsch zurücke, den der Himmel Dem liebsten seiner Söhne weigerte? Ich stand dabei, als in Toledos Mauern Der stolze Carl die Huldigung empfing, Als Fürsten sich zu seinem Handkuß drängten Und jetzt in einem – einem Niederfall Sechs Königreiche ihm zu Füßen lagen – Ich stand und sah das junge stolze Blut In seine Wangen steigen, seinen Busen Von fürstlichen Entschlüssen wallen, sah Sein trunknes Aug durch die Versammlung fliegen, In Wonne brechen – Prinz, und dieses Auge Gestand: ich bin gesättigt. (Carlos wendet sich weg.) Dieser stille Und feierliche Kummer, Prinz, den wir Acht Monde schon in Ihrem Blicke lesen, Das Räthsel dieses ganzen Hofs, die Angst Des Königreichs, hat Seiner Majestät Schon manche sorgenvolle Nacht gekostet, Schon manche Thräne Ihrer Mutter.
Carlos (dreht sich rasch um) . Mutter? – O Himmel, gib, daß ich es dem vergesse, Der sie zu meiner Mutter machte!
Domingo. Prinz?
Carlos (besinnt sich und fährt mit der Hand über die Stirne) . Hochwürd'ger Herr – ich habe sehr viel Unglück Mit meinen Müttern. Meine erste Handlung, Als ich das Licht der Welt erblickte, war Ein Muttermord.
Domingo. Ist's möglich, gnäd'ger Prinz? Kann dieser Vorwurf Ihr Gewissen drücken?
Carlos. Und meine neue Mutter – hat sie mir Nicht meines Vaters Liebe schon gekostet? Mein Vater hat mich kaum geliebt. Mein ganzes Verdienst war noch, sein Einziger zu sein. Sie gab ihm eine Tochter – O, wer weiß, Was in der Zeiten Hintergrunde schlummert?
Domingo. Sie spotten meiner, Prinz. Ganz Spanien Vergöttert seine Königin. Sie sollten Nur mit des Hasses Auge sie betrachten? Bei ihrem Anblick nur die Klugheit hören? Wie, Prinz? Die schönste Frau auf dieser Welt Und Königin – und ehmals Ihre Braut? Unmöglich, Prinz! Unglaublich! Nimmermehr! Wo Alles liebt, kann Carl allein nicht hassen; So seltsam widerspricht sich Carlos nicht. Verwahren Sie sich, Prinz, daß sie es nie, Wie sehr sie ihrem Sohn mißfällt, erfahre; Die Nachricht würde schmerzen.
Carlos. Glauben Sie?
Domingo. Wenn Eure Hoheit sich des letzteren Turniers zu Saragossa noch entsinnen, Wo unsern Herrn ein Lanzensplitter streifte – Die Königin mit ihren Damen saß Auf des Palastes mittlerer Tribune Und sah dem Kampfe zu. Auf einmal rief's: »Der König blutet!« – Man rennt durch einander, Ein dumpfes Murmeln dringt bis zu dem Ohr Der Königin. »Der Prinz?« ruft sie und will – Und will sich von dem obersten Geländer Herunter werfen. – »Nein, der König selbst!« Gibt man zur Antwort – »So laßt Aerzte holen!« Erwiedert sie, indem sie Athem schöpfte. (Nach einigem Stillschweigen.) Sie stehen in Gedanken?
Carlos. Ich bewundre Des Königs lust'gen Beichtiger, der so Bewandert ist in witzigen Geschichten. (Ernsthaft und finster.) Doch hab' ich immer sagen hören, daß Geberdenspäher und Geschichtenträger Des Uebels mehr auf dieser Welt gethan, Als Gift und Dolch in Mörders Hand nicht konnten. Die Mühe, Herr, war zu ersparen. Wenn Sie Dank erwarten, gehen Sie zum König.
Domingo. Sie thun sehr wohl, mein Prinz, sich vorzusehn Mit Menschen – nur mit Unterscheidung. Stoßen Sie mit dem Heuchler nicht den Freund zurück. Ich mein' es gut mit Ihnen.
Carlos. Lassen Sie Das meinen Vater ja nicht merken. Sonst Sind Sie um Ihren Purpur.
Domingo (stutzt). Wie?
Carlos. Nun ja. Versprach er Ihnen nicht den ersten Purpur, Den Spanien vergeben würde?
Domingo. Prinz, Sie spotten meiner.
Carlos. Das verhüte Gott, Daß ich des fürchterlichen Mannes spotte, Der meinen Vater selig sprechen und Verdammen kann!
Table of contents
Inside this edition
- 01Full text
- 02Kapitel
- 03Kapitel
- 04Kapitel
- 05Kapitel
- 06Kapitel
- 07Kapitel
- 08Kapitel
- 09Kapitel
- 10Kapitel
- 11Kapitel
- 12Kapitel
- 13Kapitel
- 14Kapitel
- 15Kapitel
- 16Kapitel
- 17Kapitel
- 18Kapitel
- 19Kapitel
- 20Kapitel
- 21Kapitel
- 22Kapitel
- 23Kapitel
- 24Kapitel
- 25Kapitel
- 26Kapitel
- 27Kapitel
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