
German Edition
Literature
Godwi
German BooksWhale Edition by Clemens Brentano
Brentanos romantischer Roman entfaltet Liebe, Kunst, Ironie, Liedform und erzählerisches Spiel.
- Preview
- A sample from the prepared text
- Formats
- Online reader, EPUB, PDF
- Access
- Library claim
Book introduction
Godwi
Godwi ist ein Schlüsselwerk der Frühromantik, in dem Clemens Brentano Roman, Lied, Reflexion, Liebesgeschichte und ironisches Erzählen ineinander verschränkt. Die Ausgabe eignet sich für Leser deutscher Romantik, experimenteller Prosa und poetischer Selbstspiegelung.
BooksWhale edition
How this edition was prepared
This edition is based on a public domain text and has been prepared for digital reading by BooksWhale.
Public domain basis
Why this edition can be shared
Clemens Brentano starb 1842, und Godwi wurde 1801 veröffentlicht. Diese Daten stützen die Gemeinfreiheit dieser deutschen Originalausgabe.
Read preview
A sample from the prepared text
Preview selected from the prepared reader text.
Preview chapterFull textRead preview
Godwi
Clemens Brentano
Preview chapter[ Widmung ]Preview
Den schönen Launen der lieblichen Minna , dem guten Geiste Juliens und dem stillen heiteren Sinne Henriettes weihe ich dies Buch ohne Tendenz Erster Band Vorrede Vorrede Dies Buch hat keine Tendenz , ist nicht ganz gehalten , fällt hie und da in eine falsche Sentimentalität .
Ich fühlte es jetzt .
Da ich es schrieb , kannte ich alles das noch nicht , ich wollte damals ein Buch machen , und jetzt erscheint es nur noch , weil ich mir in ihm die erste Stufe , die freilich sehr niedrig ist , gelegt habe .
Ich vollendete es zu Anfang des Jahres 99 , hatte mich damals der Kunst noch nicht geweiht , und war unschuldig in ihrem Dienste .
Ich werde sie an diesem Buche rächen , oder untergehen .
Diese Blätter gebe ich nicht wie ein Opfer hin , nein , sie sollen die Flamme nähren , in der ich ihr einst mein reines Opfer bringen will .
Du wirst mir darum wohlwollen , lieber Leser , daß ich mich mit diesem Buche , das nur zu sehr mehr von mir als sich selbst durchdrungen ist , gleichsam selbst vernichte , um schneller zur Macht der Objektivität zu gelangen , und von meinem Punkte aus zu tun , was ich vermag .
Es ist mir schon jetzt ein inniger Genuß , alle Mängel , die ich vor zwei Jahren hatte , zu übersehen ; sie alle zu verbessern , dazu müßte ich auf der letzten Höhe stehen , die ewig vor uns flieht .
Doch will ich schneller , kunstreicher und begeisterter immer vorwärts schreiten , damit der Raum , der mich vom Ziele trennt , stets kleiner wird , und endlich nur dem Seher sichtbar bleibt . 1800 .
Juni .
Maria Erster Brief Erster Brief Godwi an Römer Schloß Eichenwehen Hu !
es ist hier gar nicht heimisch , ein jeder Federstrich hallt wider , wenn der Sturm eine Pause macht .
Es ist kühl , mein Licht flackert auf einem Leuchter , der aus einem in Silber gefaßten Hirschhorne besteht .
In dem Gemache , in dem ich sitze , herrscht eine eigene altfränkische Natur ; es ist , als sei ein Stück des fünfzehnten Jahrhunderts bei Erbauung des Schlosses Eichenwehen eingemauert worden , und die Welt sei draußen einstweilen weitergegangen .
Alles , was mich umgibt , mißhandelt mich , und greift so derb zu wie ein Fehde-Handschuh .
Die Fenster klirren und rasseln , und der Wind macht ein so sonderbares Geheule durch die Winkel des Hofes , daß ich schon einigemal hinaussah und glaubte , es führen ein halb Dutzend Rüstwagen im Galopp das Burgtor herein .
Diesem äußeren Sturme hast du meinen Brief zu danken , er stürzt sich zwischen mir und meiner Umgebung wie ein brausender Waldstrom hin , und alle Betrachtungen liegen am jenseitigen Ufer .
So muß ich dann meine Zuflucht in mich zurück , in mein Herz nehmen , wo du noch immer in der Stellung der Abschiedsstunde gegen mir über in unserem Garten sitzest und mir gute Lehren gibst .
Es ist oft so , wie in diesem Augenblicke , und ich glaube , daß der Sturm in der Natur und dem Glücke , ja daß alles Harte und Rauhe da ist , um unseren unsteten Sinn , der ewig nach der Fremde strebt , zur Rückkehr in die Heimat zu bewegen .
Wenn draußen der wilde Sturm in vollen Wogen braust , dann habe ich nie meinen so oft beklagten Drang nach Reisen empfunden .
Mein Ideal - kennst du es noch ? - verschwindet in der Nacht .
Ich wünsche nicht , zwischen hohen schwarzbewachsenen Bergwänden , ein liebliches leichtsinniges Weib an meiner Seite , auf weißer mondbeglänzter Bahn , im leichten Wagen hinzurollen ; daß mir die schönste Heimat in dem Arme ruht , die mich nie mit trägen Fesseln bindet , wo , Ring an Ring gereiht , höchstens ein bewegliches Einerlei entsteht ; daß vor mir laut das muntere Horn des Schwagers die lockenden Töne nach der Fremde glänzend durch die Büsche ruft , und Echo von allen Felsen niederspringt , und alles frei und froh die verbotenen Worte durch die Nacht ruft :
So weit als die Welt , So mächtig der Sinn , So viel Fremde er umfangen hält , So viel Heimat ist ihm Gewinn .
Table of contents
Inside this edition
- 01Full text
- 02[ Widmung ]
Language availability
Other languages
Additional language editions are not published yet. This section will link to other BooksWhale editions when they become available.
Request another language