
German Edition
Literature
Herodes und Mariamne
German BooksWhale Edition by Friedrich Hebbel
Herodes’ Liebe und sein Machtanspruch geraten in einen zerstörerischen Konflikt mit Mariamnes Würde, Vertrauen und persönlicher Freiheit.
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Book introduction
Herodes und Mariamne
Friedrich Hebbels Tragödie verbindet die Unsicherheit politischer Herrschaft mit einer Beziehung, die von Misstrauen und verletztem Stolz bestimmt wird. Herodes versucht, Mariamnes Treue durch Verfügungen und Prüfungen zu sichern, während sie darin die Missachtung ihrer eigenen Person erkennt. Das Drama entfaltet den Konflikt in fünf Akten und führt persönliche Entscheidungen, dynastische Interessen und die Grenzen besitzergreifender Liebe zusammen.
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Friedrich Hebbel starb 1863. Diese Ausgabe verwendet den gemeinfreien deutschen Originaltext von Project Gutenberg; spätere Anmerkungen und Abbildungen sind nicht enthalten.
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Herodes und Mariamne
Personen:
König Herodes Mariamne, seine Gemahlin Alexandra, ihre Mutter Salome, Schwester des Königs Soemus, Statthalter von Galiläa Joseph, Vizekönig in Abwesenheit von Herodes Sameas, ein Pharisäer Titus, ein römischer Hauptmann Joab, ein Bote Judas, ein jüdischer Hauptmann Artaxerxes, ein Diener Moses und Jehu desgleichen, sowie noch einige andere Diener Silo, ein Bürger Serubabel und sein Sohn Philo, Galiläer Ein römischer Bote Aaron und fünf andere Richter Drei Könige aus dem Morgenlande, von der christlichen Kirche später die heiligen zubenannt
Ort: Jerusalem
Zeit: Um Christi Geburt
Preview chapterErster AktPreview
Burg Zion. Großer Audienzsaal.
Joab. Sameas. Serubabel und sein Sohn. Titus. Judas und viele andere. Herodes tritt ein.
Preview chapterErste SzenePreview
Joab (tritt dem König entgegen). Ich bin zurück!
Herodes. Dich spreche ich nachher! Das Wichtigste zuerst!
Joab (zurücktretend, für sich). Das Wichtigste! Ich dächte doch, das wäre, zu erfahren, Ob unser Kopf noch fest sitzt oder nicht.
Herodes (winkt Judas). Wie steht es mit dem Feuer?
Judas. Mit dem Feuer? So weißt du schon, was ich zu melden kam?
Herodes. Um Mitternacht brach's aus. Ich war der erste, Der es bemerkte und die Wache rief. Irr ich mich nicht, so weckte ich dich selbst!
Judas. Es ist gelöscht! (Für sich.) So ist es also wahr, Daß er verkleidet durch die Gassen schleicht, Wenn andre schlafen! Hüten wir die Zunge, Sie könnte seinem Ohr einmal begegnen.
Herodes. Ich sah, als alles schon in Flammen stand, Ein junges Weib durchs Fenster eines Hauses, Das ganz betäubt schien. Ward dies Weib gerettet?
Judas. Sie wollte nicht!
Herodes. Sie wollte nicht?
Judas.
Beim Himmel Sie wehrte sich, als man sie mit Gewalt Hinwegzubringen suchte, schlug mit Händen Und Füßen um sich, klammerte am Bett, Auf dem sie saß, sich fest und schrie, sie habe Mit eigner Hand sich eben töten wollen, Nun komme ihr ein Tod von ungefähr!
Herodes. Sie wird verrückt gewesen sein!
Judas. Wohl möglich, Daß sie's in ihrem Schmerz geworden ist! Ihr Mann war augenblicks zuvor gestorben, Der Leichnam lag noch warm in seinem Bett.
Herodes (für sich). Das will ich Mariamnen doch erzählen Und ihr dabei ins Auge schaun! (Laut.) Dies Weib Hat wohl kein Kind gehabt! Wär' es der Fall, So sorg ich für das Kind! Sie selber aber Soll reich und Fürsten gleich bestattet werden, Sie war vielleicht der Frauen Königin!
Sameas (tritt zu Herodes). Bestattet werden? Geht doch wohl nicht an! Zum wenigsten nicht in Jerusalem! Es steht geschrieben—
Herodes. Kenne ich dich nicht?
Sameas. Du hast mich einmal kennenlernen können; Ich war die Zunge des Synedriums, Als es vor dir verstummte!
Herodes. Sameas, Ich hoffe doch, du kennst mich auch! Du hast Den Jüngling hart verfolgt, du hättest gern Mit seinem Kopf dem Henker ein Geschenk Gemacht; der Mann und König hat vergessen, Was du getan: Du trägst den deinen noch!
Sameas. Wenn ich ihn darum, weil du mir ihn ließest, Nicht brauchen soll, so nimm ihn hin; das wäre Ja schlimmer, als ihn eingebüßt zu haben.
Herodes. Weswegen kamst du? Niemals sah ich dich Bis jetzt in diesen Mauern.
Sameas. Deshalb eben Siehst du mich heut! Du hast vielleicht geglaubt, Daß ich dich fürchtete! Ich fürcht dich nicht! Auch jetzt nicht, wo dich mancher fürchten lernte, Der dich bisher, ich meine, bis zum Tode Des Aristobolus, nicht fürchtete! Und nun sich die Gelegenheit mir beut, Dir zu beweisen, daß ich dankbar bin, Nehm ich sie wahr und warne dich mit Ernst Vor einer Handlung, die der Herr verdammt. Die Knochen dieses Weibes sind verflucht, Sie hat die Rettung heidnisch abgewehrt, Das ist, als hätte sie sich selbst getötet, Und da—
Herodes. Ein andermal! (Zu Serubabel.) Aus Galiläa! Und Serubabel, der mich—Sei gegrüßt! Du selbst bist schuld, daß ich dich jetzt erst sah!
Serubabel. Viel Ehre, König, daß du mich noch kennst! (Deutet auf seinen Mund.) Nun freilich, diese beiden großen Zähne, Die mich zum Vetter eines Ebers machen—
Herodes. Mein eigenes Gesicht vergeß ich eher, Als das des Mannes, der mir treu gedient! Du warst, als ich bei euch die Räuber jagte, Mein bester Spürhund. Was bringst du mir jetzt?
Serubabel (winkt seinem Sohn). Nicht eben viel! Den Philo, meinen Sohn! Du brauchst Soldaten, ich, ich brauche keine, Und dieser ist ein Römer, aus Versehn Durch ein ebräisch Weib zur Welt gebracht!
Herodes. Aus Galiläa kommt mir nichts, als Gutes! Ich lasse dich noch rufen.
Table of contents
Inside this edition
- 01Full text
- 02Erster Akt
- 03Erste Szene
- 04Zweite Szene
- 05Dritte Szene
- 06Vierte Szene
- 07Fünfte Szene
- 08Sechste Szene
- 09Zweiter Akt
- 10Erste Szene
- 11Zweite Szene
- 12Dritte Szene
- 13Vierte Szene
- 14Fünfte Szene
- 15Sechste Szene
- 16Siebente Szene
- 17Dritter Akt
- 18Erste Szene
- 19Zweite Szene
- 20Dritte Szene
- 21Vierte Szene
- 22Fünfte Szene
- 23Sechste Szene
- 24Vierter Akt
- 25Erste Szene
- 26Zweite Szene
- 27Dritte Szene
- 28Vierte Szene
- 29Fünfte Szene
- 30Sechste Szene
- 31Siebente Szene
- 32Achte Szene
- 33Fünfter Akt
- 34Erste Szene
- 35Zweite Szene
- 36Dritte Szene
- 37Vierte Szene
- 38Fünfte Szene
- 39Sechste Szene
- 40Siebente Szene
- 41Achte Szene
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