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German Edition

Literature

Gesammelte Werke von Ji Kang

German BooksWhale Edition by Ji Kang

Original title: 嵇康集

Eine deutsche Ausgabe der Schriften Ji Kangs über Dichtung, Denken, Musik, Natur, Freiheit und Lebenshaltung.

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Book introduction

Gesammelte Werke von Ji Kang

Gesammelte Werke von Ji Kang führt in die literarische und philosophische Welt eines der berühmten Sieben Weisen vom Bambushain. Diese deutsche Ausgabe macht Gedichte, Essays und Gedanken zu Musik, Natur, Unabhängigkeit, Gelehrsamkeit und persönlicher Integrität als gemeinfreie Lektüre zugänglich.

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How this edition was prepared

This edition is based on a public domain text and has been prepared for digital reading by BooksWhale.

Public domain basis

Why this edition can be shared

Die Werke Ji Kangs stammen aus dem 3. Jahrhundert und der Autor starb im Jahr 262. Diese deutsche Ausgabe beruht auf einer gemeinfreien Übersetzung beziehungsweise auf gemeinfreien Ausgangstexten; Alter des Originals und abgelaufene Schutzfristen stützen die Gemeinfreiheit.

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Gesammelte Werke von Ji Kang

Ji Kang

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Teil 1

Gedichte

Achtzehn Gedichte in Vier-Zeichen-Versen, meinem älteren Bruder, dem Gelehrten, beim Eintritt ins Heer gewidmet

Mandarinenten fliegen Flügel an Flügel,

ihr glänzendes Gefieder rauscht sanft,

am Morgen überqueren sie die Hochebene,

bei Einbruch der Nacht ruhen sie auf Inseln, wo üppig Orchideen wachsen,

sie antworten einander mit ihren Rufen, voll Zuneigung und Fürsorge,

schweifen frei umher, sorglos und unbeschwert.

Mandarinenten fliegen Flügel an Flügel,

paarweise beisammen, rufen sie nach ihren Gefährten,

am Morgen überfliegen sie die Hochebene,

bei Nacht ruhen sie auf den Inseln,

sie schlagen mit den Flügeln, schmiegen die Hälse aneinander und spielen im Wasser,

kauen Orchideen und duftende Kräuter und verströmen Wohlgeruch,

heben und senken den Blick zwischen Himmel und Erde und wandeln frei umher.

Ich durchschwimme den langen Strom und raste am Ufer,

ersteige die Höhen und schlage mich durch Dorngestrüpp.

Ach, wie endlos ist mein Weg, einsam gehe ich allein.

Ich hebe das Gesicht zum milden, wohltuenden Wind,

senke den Kopf, und Tränen benetzen mein Gewand.

Ich durchschwimme den langen Strom und raste auf einer Sandbank,

steige auf den Hügel und schneide Wolfsbeersträucher.

Ach, allein ziehe ich auf langer Reise dahin, verlassen und ohne Halt.

Ich hebe das Gesicht zum sanft wehenden Südwind,

doch er lässt mich weder sitzen noch liegen, so erfüllt bin ich von Kummer.

Ein milder Wind bewegt den leichten Staub,

auf dem Wasser flimmern die Wellen, Fische kreisen, steigen auf und tauchen wieder hinab.

Erschöpft und abgehärmt bin ich, die Sehnsucht gilt dem Menschen, der mich Tag und Nacht nicht loslässt.

Ob schlafend oder wach,

mein Herz hängt an dem, der mir teuer ist, und in Schwermut versinke ich.

Wo ist der geliebte Mensch in der Ferne?

Er verließ mich und treibt nun in fremdem Land umher.

Die duftenden Blüten vergessend, betritt er Dornen und Wildnis.

Das Gras steht tief und dicht wie eine Schlachtreihe – wie könnte es dort keine Mühsal geben,

keine Verirrung?

Ich denke an dich,

aus der Ferne verletzt die Sehnsucht nur umso leichter.

Das Menschenleben ist kurz,

doch Himmel und Erde währen lange.

Selbst ein Leben von hundert Jahren ist nicht beständig.

Ich sehne mich danach, Federn zu gewinnen und als Unsterblicher aufzusteigen,

um so lange zu dauern wie Himmel und Erde.

Auf dem Pferderücken zögere ich,

denke an meine Freunde, und die Sehnsucht nimmt kein Ende.

Wo befinden sich meine Freunde?

Über Berge und Gewässer hinweg schauen wir einander entgegen.

Die Berge sind hoch, die Gewässer weit, doch selbst ein Schilfblatt könnte zur Überfahrt dienen.

Nur die lange Trennung schmerzt,

und der Weg, der vor mir liegt, ist endlos.

Ich recke den Hals und spähe hinaus, doch sehe nur grenzenlose Weite.

Unruhig wälze ich mich hin und her, verweilend und zögernd.

Das edle Ross ist sicher gelenkt,

die Ausrüstung funkelt im Licht.

Links halte ich den guten Bogen, rechts lege ich den scharfen Pfeil an.

Wie Wind und Blitz jage ich dahin, Schatten verfolgend, Flugwild nachsetzend,

überquere die grenzenlose Ebene,

voll Freude und strahlender Haltung.

Mit guten Freunden an meiner Seite

besteige ich den leichten Wagen.

Im Süden durchqueren wir Ebenen und hohe Berge, im Norden setzen wir über den langen Strom und klare Kanäle.

Erschrockene Wildgänse fallen auf den Klang der Sehne,

Fische aus tiefem Wasser strecken die Köpfe hervor.

Die Freude der Jagd ist grenzenlos.

Ich steige auf eine Anhöhe und blicke weit hinaus.

Zwischen Aufblicken und Senken des Hauptes erfüllt mich plötzlich tiefe Wehmut.

Mich schmerzt nur die unsichtbare Fessel, und der Weg vor mir ist weit.

Es gibt klare Lieder und liebliche Melodien – doch wer stimmt mit ein?

Es gibt Gesichter schön wie Blüten und Mond – doch wer vermag sie zu würdigen?

Den ziehenden Wolken am hohen Himmel vertraue ich meine Klage an,

Preview chapterTeil 2Preview

In der Ferne blicke ich auf die grünen Kiefern am Gipfel des Berges.

Mitten im strengen Winter stehen sie üppig und grün.

So stolz und erhaben, allein im kalten Wind –

wie sehr wünsche ich, unter ihnen verweilen zu können,

doch der Weg ist versperrt und ungangbar.

Der Unsterbliche Wang Qiao führt mich voran,

auf Wolken fahrend lenkt er sechs Drachen.

Mit dem Wind schwebe ich spielend durch den Dunklen Garten

und begegne Huangdi und Laozi.

Sie lehren mich den Weg der Natürlichkeit,

und plötzlich durchdringe ich alles, wie ein Kind, dem sich Erkenntnis eröffnet.

In den Schluchten des Kunlun pflücke ich heilige Kräuter und Unsterblichkeitsdrogen.

Nachdem ich sie gegessen habe, verändert sich sogleich meine Gestalt.

Wie eine Zikade, die ihre Hülle abstreift, werfe ich den befleckten, gewöhnlichen Leib fort.

Ich schließe Freundschaft mit den Unsterblichen und verlege meine Wohnstatt in das Feenreich Bantong.

Vor dem Weinbecher spiele ich die „Neun Shao“.

Edle Lieder erklingen, von allen Seiten antwortet der Chor.

Von nun an nehme ich Abschied von den gewöhnlichen Menschen der Staubwelt.

Wer könnte noch wissen, wohin meine schwebenden Spuren führen?

Zwei Gedichte über meine Lebensabsicht

Der verborgene Drache nährt in der Tiefe des Abgrunds seinen heiligen Leib,

spielt im Orchideenteich und wäscht seine Schuppen.

Er hebt die Fersen, streckt den Hals und sehnt sich nach dem fernen Zeitalter der göttlichen Drachen.

Mit angezogenen Gliedern und gesenktem Kopf wartet er auf die Zeit des höchsten Tugendherrschers Fuxi.

Fünffarbige Glückswolken steigen nicht zur niederen Welt herab,

der göttliche Drache verweilt am Ostberg im Licht der Morgensonne.

Das ferne Altertum ist unerreichbar.

Wie könnte man es mit der gewöhnlichen Welt vermischen und für vereinbar halten?

Was seiner Art nach verschieden ist, kann schwerlich harmonisch zusammenleben.

Niedrige weltliche Urteile treiben wirr umher.

Der Weg der Welt ist holprig und bringt viel Reue und Kummer hervor,

doch ein Herz voll edler Absicht findet keine Möglichkeit zu handeln.

Die Mühsal des Ackerbaus bewog Ning Yue, ein Amt anzustreben.

Eine Sattelunterlage als Sitz erniedrigte Zhang Yi und trieb ihn zum Aufbegehren.

Ich schwöre, mich von der Menge und allen Gefährten zu entfernen,

mit dem Stab voranzuschreiten und dem Unsterblichen Hongya nachzufolgen.

Der Jiaoming-Vogel schlägt die Flügel und steigt hoch empor –

wie könnten Netze und Fallen ihn binden?

Er streift durch die grenzenlose höchste Klarheit

und sucht dort einen neuen Seelenfreund.

Gemeinsam fliegen wir Flügel an Flügel durch die Milchstraße,

speisen vom Wind und trinken Tau zwischen Jadebäumen und Juwelenzweigen.

Ich denke an die zahllosen Menschen der Welt –

warum spannt ihr nicht früh die Wagen an und jagt mit mir davon?

Still und leer, gelassen und natürlich:

Ruhm und Reichtum – warum sollte man sich daran festhalten?

Der kleine Zaunkönig schlüpft durch niedriges Buschwerk

und blickt empor, um über Luan und Phönix am hohen Himmel zu spotten.

Ein Frosch kann in einem engen Brunnen wohnen,

doch eine göttliche Schildkröte findet dort keinen Platz.

Ich beklage meine Ungeschicklichkeit im Umgang mit der Welt.

Lange seufze ich vor Sorge und gehe eigensinnig meinen Weg.

Von handfestem Vorteil halte ich mich fern und unterscheide mich von der Menge.

Ruhm und moralische Anerkennung suche ich nicht.

Alles Vergangene war bereits verfehlt.

Ändere ich nun Saiten und Spur, kann die Zukunft noch eingeholt werden.

Warum sollte ich mich in die Kleinigkeiten der Menschenwelt verstricken,

mir selbst Kummer bereiten und Leib und Geist beunruhigen?

Mein Gefühl ist erregt, ich sehne mich nach den hohen Männern und Weisen des Altertums,

träume davon, ihr edles Antlitz einmal zu sehen.

Möge ich einem wahrhaft verstehenden Freund begegnen,

um den verborgenen Groll auszusprechen und mein Innerstes zu offenbaren.

In Felsenhöhlen und Wildnissen leben viele Einsiedler.

Hoch wollen sie sich erheben, Lehrer suchen und den Weisen folgen.

Table of contents

Inside this edition

  1. 01Full text
  2. 02Teil 1
  3. 03Teil 2
  4. 04Teil 3
  5. 05Teil 4
  6. 06Teil 5
  7. 07Teil 6
  8. 08Teil 7
  9. 09Teil 8
  10. 10Teil 9
  11. 11Teil 10
  12. 12Teil 11
  13. 13Teil 12
  14. 14Teil 13
  15. 15Teil 14
  16. 16Teil 15
  17. 17Teil 16

Gesammelte Werke von Ji Kang

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