
German Edition
Literature
Jörn Uhl
German BooksWhale Edition by Gustav Frenssen
Ein gemeinfreier Klassiker über norddeutsches Leben, Familie, religiöse Suche, Landschaft und bäuerliche Welt.
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Book introduction
Jörn Uhl
Jörn Uhl von Gustav Frenssen gehört zu den wichtigen deutschsprachigen Werken für Leserinnen und Leser mit Interesse an norddeutsches Leben, Familie, religiöse Suche, Landschaft und bäuerliche Welt. Diese deutsche Ausgabe bietet den gemeinfreien Originaltext in einer klaren BooksWhale-Fassung für Online-Lektüre, EPUB und PDF.
BooksWhale edition
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This edition is based on a public domain text and has been prepared for digital reading by BooksWhale.
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Jörn Uhl erschien erstmals 1901. Diese Ausgabe verwendet den gemeinfreien deutschen Originaltext; Veröffentlichungsjahr und Schutzfrist sprechen für die Gemeinfreiheit.
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Jörn Uhl
Gustav Frenssen
Preview chapterTeil 1Preview
Kommt , wir stoßen auf den Landvogt an !
Jörn Uhl soll leben ! "
" Der Landvogt soll leben ! "
" Vater !
Die Frau , die bei Mutter ist , sagt , wir sollen einen Wagen bereit halten . "
Das drang durch .
" Pferde ? . . . Nanu ?
. . . "
" Steht es nicht gut ? "
" Dann legen wir die Karten hin .
Es ist auch schon nach elf . "
" Kommt , ich gehe . "
" Ich auch . "
" Bleibt doch , " sagte Klaus Uhl , " es ist Frauenängstlichkeit . "
" Nein , doch nicht . . . "
" Nein . . . wir wollen gehen . "
Sie gingen hinaus .
Einige sprachen noch vom Spiel und bedauerten , daß es so rasch abgebrochen war .
" Ich kehre noch ein wenig im Wirtshaus ein . "
" Ich auch .
Wißt ihr was !
Wir gehen zu Fuß nach dem Krug und lassen unsere Wagen nachkommen . "
" Es tut mir leid , " sagte Klaus Uhl , " daß ich nicht mit euch gehen kann . "
" Wenn du mitgehst , kommen wir sicher nicht vor morgen früh nach Hause . "
" Komme mit !
Du hast ja Leute genug im Haus . "
Einer trat an ihn heran , gab ihm die Hand und sagte : " Nein , gehe nicht mit uns , bleibe lieber bei deiner Frau . "
Er ging zu seiner Frau hinein und fand sie leidlich wohl und hörte , daß man hoffte , den Arzt entbehren zu können , und kam wieder nach der Vordiele und horchte durch die noch offene Tür .
Man hörte noch in der Ferne in der stillen Nacht lauten Zuruf und lachende Antwort .
Noch einmal ging er langsam in die Tiefe der großen Diele zurück und kehrte wieder um .
Dann nahm er die Mütze mit sich vom Haken .
Es war , als wenn ein starker Mann ihn an die Schulter faßte und hinauszog .
Er trat aus der Tür und ging den anderen nach .
Einen Überrock trug er beim Gehen nie ; er hatte so viel Lebenskraft und Hitze in sich , daß er ihn nicht brauchte .
Gleich darauf gingen August und Hinrich mit einer vollen Punschbowle in die Leutestube .
Sie spielten sich sonst als Herren auf und lebten mit den Leuten auf dem Hofe in beständigem Streit .
Aber an einem Tage wie diesem waren sie von großmütiger Vertraulichkeit .
Der Großknecht , ein ergrauter Mann , hatte das letzte Gespann besorgt und kam herein .
Er setzte sich schwerfällig hin und trank das Glas aus , das sie ihm hinstellten .
Der Kleinknecht schnitt mit dem Messer in die Tischplatte und versuchte , dem kleinen Fiete Krey das Geldstück wegzunehmen , das er von den Gästen bekommen hatte .
Er war , den Kopf auf den Tisch gelegt , eingeschlafen und hielt das Geldstück fest und sagte nur zuweilen im Schlaf : " Laß das , Jörn . "
Und zog die Hand zurück .
Das zweite Mädchen kam herein , sonst ein lustiges junges Ding .
Aber sie war nun verstört , und in ihren Augen stand große , helle Frauenangst .
" Ist es wahr , Dietrich , daß die Pferde den Lärm gemacht haben , gestern Nacht ? "
Der Großknecht nickte .
" Ich kann es nicht ändern , Jule , " sagte er .
" Ich habe es gehört .
Was es bedeutet , weiß ich nicht . "
" Mit Wieten ist es nicht auszuhalten , " sagte sie .
" Sie ist blaß wie eine Leiche und behauptet , es gibt heute Nacht noch ein Unglück .
Ich will hier nicht mehr bleiben .
Ich bleibe keine Stunde länger auf dem Hofe , wenn es schief geht . "
Sie griff nach dem Tischrand und setzte sich schwerfällig hin , so schwach waren ihr die Knie .
" Hallo , " sagte Hinrich , " nun laß dein Reden !
Laßt uns essen und trinken und fröhlich sein ; denn morgen sind wir tot . "
Er schob ihr ein volles Glas hin , stieß es mit unsicheren Händen um und füllte ein neues .
" Komme näher heran , Jule . "
" Ich danke , " sagte das Mädchen , " sonst kennt Ihr mich nicht .
Ich will nichts mit Euch zu tun haben und Euren Punsch nicht trinken . "
August hob den schweren Kopf .
" Ihr sollt nicht lachen , ich bin der Herr im Hause ! "
" Du bist gar nichts , " sagte Jule Geerts .
" Du bist nicht mehr als ein dummer Bengel . "
Preview chapterTeil 2Preview
" Wenn du Dummheiten machst , haue ich dir die Strümpfe um die Ohren ; und mit dem Butterbrot ist es ein für allemal aus und vorbei . "
Er sah vor sich auf den Tisch und war einen Augenblick bedrückt und still .
Dann fing er an , Elsbe den Inhalt seiner Tasche zu zeigen .
Und dann mußte er seine Kunststücke machen .
Jörn schob sein ganzes Spielzeug , Bindfaden , Scheren und Holzstücke weg und sagte : " Man zu , Fiete ! "
" Kunststück ! " sagte Fiete Krey .
Und während seine flinken Hände unterm Tische arbeiteten , flogen zwei bunte Kiesel , die er unterwegs in der Sandkuhle gefunden hatte , über die Ecke des Tisches hin und her .
" Noch eins . "
" Kunststück ! " sagte Fiete Krey .
Er zeigte seine leeren Hände und steckte sie wieder unter den Tisch , und gleich darauf glitt ein graues Tierlein mit langem Schwanz , husch , husch über die Tischecke auf Elsbe zu , daß das kleine Ding sich mit erschrockenem Gesicht zurückbog .
Als es aber zum zweitenmal vorüberhuschte , griff Jörn danach und hielt es lachend hoch und sagte : " Das ist ja Elsbes altes Taschentuch ! "
" So , " sagte Wieten , " nun haben wir für diesen Abend Kunststücke genug gesehen .
Nun müßt ihr zu Bett . "
Da gingen die drei ohne Widerrede in die Ecke , wo das Bett stand , und die beiden fingen an , sich zu entkleiden , und Fiete mußte der Kleinen die Bänder des Rumpfes aufmachen und die Strümpfe ausziehen .
Dabei mußte er erzählen , was er an diesem Tage auf seinen Fahrten erlebt hatte : ob der große Hund auf der Hofstelle gewesen wäre , ob er auf irgend einem Hofe Mittagessen bekommen hätte , ob die Jungen in den Marschdörfern seine Hunde gereizt und ihn selbst mit Steinen geworfen hätten .
Er erzählte mit verhaltener Stimme , daß die Jungen da unten in der Marsch ihn wieder nicht in Ruhe gelassen hätten .
" Konntest du dich wehren ? " sagte Elsbe .
" Nein . . . Sie kamen gerade aus der Schule und standen mit einem Male rund um meinen Wagen . "
" Waren es Ulen ? " fragte Jörn .
" Natürlich , lauter Ulen .
Von Dickhussen , von Neudeich und da herum . "
" Konntest nicht auskneifen ? " fragte Elsbe .
" Die Leine hatte sich tütert .
Darum konnten die Hunde nicht laufen . "
" Was tatest du ?
Haben sie dich geschlagen ? "
" Sie wagten sich nicht recht an mich heran , weil meine Hunde auf dem Sprunge standen .
Ich sage euch , die hätten zugebissen , wenn sie mich angerührt hätten .
Aber es war doch eine schlimme Sache für mich : die Steine flogen mir man so um den Kopf . "
" Junge !
Junge ! " sagte Elsbe .
" Was tatst du nun . "
" Ich besann mich rasch und sagte : » Jungen , « sagte ich , » kennt ihr die Geschichte von den Ulen und Kreihen ? «
» Nee « , sagten sie .
Da sagte ich : » Ja , seht .
Da waren ' Mal vier Kreihen , die saßen auf einer Esche bei einem alten Bauernhause .
Das dauerte nicht lange , da sah die Eule , die da wohnte , aus ihrer Türe im Giebel und sagte : » Guten Tag ! «
» Guten Tag , « sagten die Kreihen .
» Habt ihr Zeit , « sagte die Uhl .
» Denn könnt ihr euch einen Groschen verdienen . «
» Gern , « sagten die vier ; denn es lag ein alter , dicker Schnee über dem ganzen Lande , und da war wenig zu verdienen .
» Was mein Compagnon ist , « sagte die Uhl , » der alte Tohms Gehl : der ist gestorben .
Nun dachte ich , ihr solltet ihn zu Grabe tragen .
Als mein alter Freund noch lebte , hat er manchmal zu mir gesagt : » Jan Uhl , « sagte er , » laß mich anständig begraben !
Anständig gelebt , anständig zur Erde , « sagte er , denn er war ein gebildeter Mann .
» Nun seht :
ihr vier habt gute , schwarze Röcke an und seid ehrbare Leute . «
» Denn man zu !
« sagten die Kreihen und krochen hinter ihm her ins Uhlenloch .
Nun war es halb dunkel auf dem Boden .
Und das Strohdach war niedrig .
Sie konnten aber den alten Tohms Gehl doch bald liegen sehen : er lag im Heu und streckte alle Vier von sich und rippte und rührte sich nicht .
Table of contents
Inside this edition
- 01Full text
- 02Teil 1
- 03Teil 2
- 04Teil 3
- 05Teil 4
- 06Teil 5
- 07Teil 6
- 08Teil 7
- 09Teil 8
- 10Teil 9
- 11Teil 10
- 12Teil 11
- 13Teil 12
- 14Teil 13
- 15Teil 14
- 16Teil 15
- 17Teil 16
- 18Teil 17
- 19Teil 18
- 20Teil 19
- 21Teil 20
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