
German Edition
Psychology
Komik und Humor
German BooksWhale Edition by Theodor Lipps
Theodor Lipps untersucht Komik und Humor anhand psychologischer Theorien, literarischer Beispiele und der Beziehungen zwischen Gefühl, Urteil und ästhetischer Erfahrung.
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Book introduction
Komik und Humor
Theodor Lipps prüft Erklärungen des Komischen und entwickelt eine psychologische Untersuchung von Witz, Naivität, Ironie und Humor. Die fünf Abschnitte behandeln konkurrierende Theorien, verschiedene Gattungen sowie die Bedingungen und Wirkungen komischer Erfahrung. Literarische und alltägliche Beispiele dienen dazu, das Verhältnis von Wahrnehmung, Gefühl und Werturteil zu bestimmen und den Humor von verwandten Erscheinungen abzugrenzen.
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Theodor Lipps starb 1914. Diese Ausgabe verwendet den gemeinfreien deutschen Originaltext von Project Gutenberg ohne spätere Anmerkungen und Abbildungen.
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Preview chapterVorwortRead preview
Vor jetzt zehn Jahren habe ich in den "Philosophischen Monatsheften" eine Reihe von Aufsätzen über die "Psychologie der Komik" zu veröffentlichen begonnen. Teils eigenes Bedürfnis, teils der Wunsch anderer, hat mich zu einer Umarbeitung und Erweiterung dieser Aufsätze veranlasst. Daraus ist schliesslich dies Buch geworden.
Ich bezeichne den Inhalt desselben als "psychologisch-ästhetische Untersuchung". Dabei könnte das "psychologisch" überflüssig erscheinen. Eine ästhetische Untersuchung ist immer psychologisch. Aber ich wollte mit diesem Ausdruck andeuten, dass es mir vor allem ankam auf die psychologische Analyse meines Gegenstandes, auf die breite psychologische Fundamentierung des Problems, auf die Einfügung desselben in den Zusammenhang mit angrenzenden, verwandten und allgemeineren psychologischen und ästhetischen Problemen.
Darüber trat ein anderes Interesse zurück. Ich habe darauf verzichtet, den Humor oder die künstlerische Verwendung des Komischen weiter, als es die Natur der Sache erforderte, in die verschiedenen Kunstgattungen und Kunstrichtungen hinein zu verfolgen, oder gar bestimmte humoristische Kunstwerke im einzelnen zu analysieren. Es genügte mir, die verschiedenen Möglichkeiten, die Arten, Daseinsweisen und Stufen der Komik und des Humors allgemein aufgezeigt und in ihrer Wirkung verständlich gemacht zu haben. Jene mehr kunst- und litterarhistorische Aufgabe möchte ich gerne anderen, womöglich solchen, die dazu geschickter sind, überlassen. Ich hoffe aber freilich, dass für solche Arbeit das in diesem Buche Gebotene als die geeignete Grundlage erscheinen wird.
Ich gedenke noch mit besonderem Danke der Anregung, die ich bei Abfassung dieses Buches aus einem die Komik betreffenden Aufsatze Heymans' in der Zeitschrift für Psychologie habe schöpfen können.
Starnberg, Mai 1898.
Th. L.
Preview chapterI. ABSCHNITT. THEORIEN DER KOMIK.Preview
Die Psychologie der Komik kann ihre Aufgabe auf doppeltem Wege zu lösen versuchen. Komisch heissen Gegenstände, Vorgänge, Aussagen, Handlungen, weil sie ein eigenartiges Gefühl, nämlich eben das Gefühl der Komik in uns erwecken. Das Wort "komisch" will, allgemein gesagt, zunächst nicht wie das Wort "blau" eine Eigenschaft bezeichnen, die an einem Gegenstände angetroffen wird, sondern die Wirkung angeben, die der Gegenstand auf unser Gemüt ausübt. Freilich muss dieser Wirkung irgendwelche Beschaffenheit des Gegenstandes zu Grunde liegen. Insofern dies der Fall ist, heisst dann auch die Beschaffenheit selbst oder der Träger derselben komisch.
Darnach scheint der naturgemässeste Weg zur Bestimmung des Wesens der Komik, dass man erst jene Wirkung feststellt, also das Gefühl der Komik in seiner Eigentümlichkeit zu begreifen sucht, um dann zuzusehen, welche Besonderheiten der Gegenstände diese Wirkung nach psychologischen Gesetzen ergehen können, bezw. wie sie dieselbe ergeben können.
Daran müsste sich natürlich die Probe auf das Exempel anschliessen, d. h. es müsste festgestellt werden, inwiefern die thatsächlich gegebenen Arten des Komischen diese Besonderheiten an sich tragen.
Andererseits hindert doch nichts, auch in anderer Weise die Untersuchung zu beginnen. Das Gefühl der Komik ist ein so eigenartiges, dass wir im gegebenen Falle kaum zweifeln können, ob wir einen Gegenstand, ein Verhalten, ein Ereignis, eine Gebärde, Rede, Handlung unter die komischen zu rechnen haben. Darauf beruht die Möglichkeit, zunächst von diesen Gegenständen auszugehen. Wir fassen dieselben ins Auge, analysieren sie, vergleichen die verschiedenartigen Fälle, variieren die Bedingungen, und gelangen so zu den Momenten, auf denen die Wirkung beruhen muss. Auch hier ist dann eine Probe erforderlich. Wir müssen uns überzeugen, ob diese Momente auch nach allgemeinen psychologischen Gesetzen die komische Wirkung hervorbringen können, bezw. wiefern sie dazu fähig sind. Darin ist dann die Analyse des Gefühls der Komik schon eingeschlossen.
Diese beiden Wege unterscheiden sich nicht hinsichtlich dessen, was zu leisten ist, sondern lediglich hinsichtlich des Ausgangspunktes. Offenbar hat aber der zweite Weg insofern einen Vorzug, als man dabei von vornherein in den Gegenständen der Komik einen sicheren Halt hat. Im Übrigen wird individuelle Neigung und Befähigung die Wahl des Wegs bestimmen, oder zum Mindesten darüber entscheiden, ob die eine oder die andere Weise der Untersuchung vorherrscht.
Preview chapterI. KAPITEL. THEORIE DES GEFÜHLSWETTSTREITES.Preview
I. KAPITEL. THEORIE DES GEFÜHLSWETTSTREITES.
Table of contents
Inside this edition
- 01Vorwort
- 02I. ABSCHNITT. THEORIEN DER KOMIK.
- 03I. KAPITEL. THEORIE DES GEFÜHLSWETTSTREITES.
- 04HECKERS THEORIE. KOMIK, LUST UND UNLUST.
- 05GEFÜHL UND "GEFÜHLSSWETTSTREIT".
- 06GEFÜHL DER TRAGIK UND DER KOMIK.
- 07GEFÜHLSKONTRAST.
- 08DER WECHSEL DER GEFÜHLE.
- 09SCHADENFREUDE UND GESTEIGERTES SELBSTGEFÜHL.
- 10II. KAPITEL. DIE KOMIK UND DAS GEFÜHL DER ÜBERLEGENHEIT.
- 11HOBBES' UND GROOS' THEORIE.
- 12GEFÜHL UND GRUND DES GEFÜHLS.
- 13ALLERLEI ÄSTHETISCHE THEORIEN.
- 14DIE KOMIK DES OBJEKTES UND MEINE ÜBERLEGENHEIT.
- 15ÜBERLEGENHEIT UND "ERLEUCHTUNG".
- 16DAS WESEN DER "ÜBERLEGENHEIT".
- 17ZIEGLERS THEORIE.
- 18III. KAPITEL. KOMIK UND VORSTELLUNGSKONTRAST.
- 19KRÄPELINS "INTELLEKTUELLER KONTRAST".
- 20WUNDTS THEORIE.
- 21VERWANDTE THEORIEN.
- 22II. ABSCHNITT. DIE GATTUNGEN DES KOMISCHEN.
- 23IV. KAPITEL. DIE OBJEKTIVE KOMIK.
- 24KONTRAST DES GROSSEN UND KLEINEN.
- 25NACHAHMUNG UND KARIKATUR.
- 26SITUATIONSKOMIK.
- 27DIE ERWARTUNG.
- 28DIE KOMIK ALS GRÖSSE UND KLEINHEIT DESSELBEN.
- 29V. KAPITEL. OBJEKTIVE KOMIK. ERGÄNZUNGEN.
- 30DAS KOMISCHE "LEIHEN".
- 31"SELBSTGEFÜHL IN STATU NASCENDI". KOMIK UND LACHEN.
- 32KOMIK DES "NEUEN".
- 33KOMISCHE UNTERBRECHUNG.
- 34POSITIVE BEDEUTUNG DER NEUHEIT.
- 35"VERBLÜFFUNG" UND "VERSTÄNDNIS".
- 36VI. KAPITEL. DIE SUBJEKTIVE KOMIK ODER DER WITZ.
- 37ABGRENZUNG DER SUBJEKTIVEN KOMIK.
- 38VERSCHIEDENE THEORIEN.
- 39BEGRIFFSBESTIMMUNG UND VERSCHIEDENE FÄLLE.
- 40WITZIGE HANDLUNGEN.
- 41VERWANDTE THEORIEN.
- 42"VERBLÜFFUNG UND ERLEUCHTUNG" BEIM WITZ.
- 43VII. KAPITEL. DAS NAIV-KOMISCHE.
- 44DIE THEORIEN.
- 45DIE DREI ARTEN DER KOMIK.
- 46MÖGLICHKEITEN DES NAIV-KOMISCHEN.
- 47KOMBINATION DER DREI ARTEN DER KOMIK.
- 48"VERBLÜFFUNG" UND "ERLEUCHTUNG" BEIM NAIV-KOMISCHEN.
- 49III. ABSCHNITT. PSYCHOLOGIE DER KOMIK.
- 50VIII. KAPITEL. DAS GEFÜHL DER KOMIK UND SEINE VORAUSSETZUNGEN.
- 51KOMIK ALS "WECHSELNDES" ODER "GEMISCHTES" GEFÜHL.
- 52DIE GRUNDFARBE DES GEFÜHLS DER KOMIK.
- 53"PSYCHISCHE KRAFT" UND IHRE BEGRENZTHEIT.
- 54GENAUERES ÜBER DIE "PSYCHISCHE KRAFT".
- 55"AUFMERKSAMKEIT". "PSYCHISCHE ENERGIE".
- 56DIE BESONDEREN BEDINGUNGEN DER KOMIK.
- 57IX. KAPITEL. DAS GEFÜHL DER KOMIK.
- 58GESETZ DES LUSTGEFÜHLS.
- 59"QUALITATIVE ÜBEREINSTIMMUNG" ALS GRUND DER LUST.
- 60"QUANTITATIVE VERHÄLTNISSE". GEFÜHL DER "GRÖSSE".
- 61"GRÖSSE" UND UNLUST.
- 62GEFÜHL DES "HEITEREN".
- 63DAS ÜBERRASCHEND GROSSE.
- 64DAS ÜBERRASCHEND KLEINE. DIE KOMIK.
- 65X. KAPITEL. DAS GANZE DES KOMISCHEN AFFEKTES.
- 66UMFANG UND ERNEUERUNG DER KOMISCHEN VORSTELLUNGSBEWEGUNG.
- 67RÜCKLÄUFIGE WIRKUNG DER PSYCHISCHEN "STAUUNG".
- 68HIN- UND HERGEHEN DER KOMISCHEN VORSTELLUNGSBEWEGUNG.
- 69DAS ENDE DER KOMISCHEN VORSTELLUNGSBEWEGUNG.
- 70EINZIGARTIGKEIT DES KOMISCHEN PROZESSES.
- 71XI. KAPITEL. LUST- UND UNLUSTFÄRBUNGEN DER KOMIK.
- 72PRIMÄRE MOMENTE DER LUST UND UNLUST.
- 73QUALITATIVE ÜBEREINSTIMMUNG UND QUANTITATIVER KONTRAST.
- 74AUSSERKOMISCHE GEFÜHLSMOMENTE.
- 75BESONDERHEIT DER NAIVEN KOMIK.
- 76IV. ABSCHNITT. DIE UNTERARTEN DES KOMISCHEN.
- 77XII. KAPITEL. DIE UNTERARTEN DER OBJEKTIVEN UND NAIVEN KOMIK.
- 78STUFEN DER OBJEKTIVEN KOMIK.
- 79SITUATIONS- UND CHARAKTERKOMIK.
- 80NATÜRLICHE UND GEWOLLTE KOMIK.
- 81POSSENHAFTE, BURLESKE, GROTESKE KOMIK.
- 82XIII. KAPITEL. DIE UNTERARTEN DER SUBJEKTIVEN KOMIK.
- 83ALLGEMEINES.
- 84DER WORT- ODER BEGRIFFSWITZ.
- 85DIE WITZIGE BEGRIFFSBEZIEHUNG.
- 86DAS WITZIGE URTEIL.
- 87DIE WITZIGE URTEILSBEZIEHUNG.
- 88DER WITZIGE SCHLUSS.
- 89V. ABSCHNITT. DER HUMOR.
- 90XIV. KAPITEL. KOMIK UND ÄSTHETISCHER WERT.
- 91ALLGEMEINES ÜBER "ÄSTHETISCHEN WERT".
- 92ERKENNTNISWERT UND ÄSTHETISCHER WERT.
- 93"VERSTÄNDNIS" DES KUNSTWERKES.
- 94"KUNSTWERT".
- 95DIE KOMIK ALS "SPIEL".
- 96ARTEN VON GEGENSTÄNDEN DES GEFÜHLS ÜBERHAUPT.
- 97DER WERT DER KOMIK KEIN ÄSTHETISCHER WERT.
- 98XV. KAPITEL. DIE TRAGIK ALS GEGENSTÜCK DES HUMORS.
- 99DIE TRAGIK ALS "SPIEL".
- 100TRAGIK UND "ÄSTHETISCHE SYMPATHIE".
- 101VOLKELTS AUSSERÄSTHETISCHE BEGRÜNDUNG DER TRAGIK.
- 102DAS SPEZIFISCHE DES TRAGISCHEN GENUSSES.
- 103WEITERE ÄSTHETISCHE WIRKUNGEN DES KONFLIKTES.
- 104ÄSTHETISCHE BEDEUTUNG DES BÖSEN.
- 105XVI. KAPITEL. DAS WESEN DES HUMORS.
- 106LAZARUS' THEORIE.
- 107NAIVITÄT UND HUMOR.
- 108HUMOR UND "PSYCHISCHE STAUUNG".
- 109XVII. KAPITEL. ARTEN DES HUMORS.
- 110DIE DASEINSWEISEN DES HUMORS.
- 111HUMOR DER DARSTELLUNG.
- 112STUFEN DES HUMORS.
- 113UNTERARTEN DES HUMORS.
- 114DIE HUMORISTISCHE DARSTELLUNG UND DER WITZ.
- 115XVIII. KAPITEL. DER OBJEKTIVE HUMOR.
- 116UNENTZWEITER HUMOR.
- 117SATIRISCHER HUMOR.
- 118DER IRONISCHE HUMOR.
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