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German Edition

Literature

Miss Sara Sampson

German BooksWhale Edition by Gotthold Ephraim Lessing

Lessings bürgerliches Trauerspiel führt Liebe, väterliche Vergebung, Eifersucht und Schuld in fünf Aufzügen zum tragischen Ende.

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Book introduction

Miss Sara Sampson

Sara Sampson hat ihr Elternhaus verlassen und lebt mit Mellefont in einem Gasthof. Ihr Vater sucht die Versöhnung, während Mellefonts frühere Geliebte Marwood die Beziehung bedroht. Gotthold Ephraim Lessing entfaltet den Konflikt zwischen Zuneigung, Abhängigkeit und verletztem Stolz in fünf Aufzügen. Die deutsche Ausgabe enthält das Personenverzeichnis, sämtliche Szenen und die Bühnenanweisungen des Stücks.

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This edition is based on a public domain text and has been prepared for digital reading by BooksWhale.

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Gotthold Ephraim Lessing starb 1781. Diese Ausgabe verwendet den gemeinfreien deutschen Originaltext aus Project Gutenberg; spätere Herausgebertexte und gesonderte Anmerkungen sind nicht enthalten.

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Preview chapterPersonen:Read preview

Sir William Sampson Miß Sara, dessen Tochter Mellefont Marwood, Mellefonts alte Geliebte Arabella, ein junges Kind, der Marwood Tochter Waitwell, ein alter Diener des Sampson Norton, Bedienter des Mellefont Betty, Mädchen der Sara Hannah, Mädchen der Marwood Der Gastwirt und einige Nebenpersonen

Preview chapterErster AufzugPreview

Erster Aufzug

Preview chapterErster AuftrittPreview

Der Schauplatz ist ein Saal im Gasthofe.

Sir William Sampson und Waitwell treten in Reisekleidern herein.

Sir William. Hier meine Tochter? Hier in diesem elenden Wirtshause?

Waitwell. Ohne Zweifel hat Mellefont mit Fleiß das allerelendeste im ganzen Städtchen zu seinem Aufenthalte gewählt. Böse Leute suchen immer das Dunkle, weil sie böse Leute sind. Aber was hilft es ihnen, wenn sie sich auch vor der ganzen Welt verbergen könnten? Das Gewissen ist doch mehr als eine ganze uns verklagende Welt.—Ach, Sie weinen schon wieder, schon wieder, Sir!—Sir!

Sir William. Laß mich weinen, alter ehrlicher Diener. Oder verdient sie etwa meine Tränen nicht?

Waitwell. Ach! sie verdient sie, und wenn es blutige Tränen wären.

Sir William. Nun so laß mich.

Waitwell. Das beste, schönste, unschuldigste Kind, das unter der Sonne gelebt hat, das muß so verführt werden! Ach Sarchen! Sarchen! Ich habe dich aufwachsen sehen; hundertmal habe ich dich als ein Kind auf diesen Armen gehabt; auf diesen meinen Armen habe ich dein Lächeln, dein Lallen bewundert. Aus jeder kindischen Miene strahlte die Morgenröte eines Verstandes, einer Leutseligkeit, einer—

Sir William. O schweig! Zerfleischt nicht das Gegenwärtige mein Herz schon genug? Willst du meine Martern durch die Erinnerung an vergangne Glückseligkeiten noch höllischer machen? Ändre deine Sprache, wenn du mir einen Dienst tun willst. Tadle mich; mache mir aus meiner Zärtlichkeit ein Verbrechen; vergrößre das Vergehen meiner Tochter; erfülle mich, wenn du kannst, mit Abscheu gegen sie; entflamme aufs neue meine Rache gegen ihren verfluchten Verführer; sage, daß Sara nie tugendhaft gewesen, weil sie so leicht aufgehört hat, es zu sein; sage, daß sie mich nie geliebt, weil sie mich heimlich verlassen hat.

Waitwell. Sagte ich das, so würde ich eine Lüge sagen, eine unverschämte, böse Lüge. Sie könnte mir auf dem Todbette wieder einfallen, und ich alter Bösewicht müßte in Verzweiflung sterben.— Nein, Sarchen hat ihren Vater geliebt, und gewiß! gewiß! sie liebt ihn noch. Wenn Sie nur davon überzeugt sein wollen, Sir, so sehe ich sie heute noch wieder in Ihren Armen.

Sir William. Ja, Waitwell, nur davon verlange ich überzeugt zu sein. Ich kann sie länger nicht entbehren; sie ist die Stütze meines Alters, und wenn sie nicht den traurigen Rest meines Lebens versüßen hilft, wer soll es denn tun? Wenn sie mich noch liebt, so ist ihr Fehler vergessen. Es war der Fehler eines zärtlichen Mädchens, und ihre Flucht war die Wirkung ihrer Reue. Solche Vergehungen sind besser als erzwungene Tugenden—Doch ich fühle es, Waitwell, ich fühle es; wenn diese Vergehungen auch wahre Verbrechen, wenn es auch vorsätzliche Laster wären: ach! ich würde ihr doch vergeben. Ich würde doch lieber von einer lasterhaften Tochter als von keiner geliebt sein wollen.

Waitwell. Trocknen Sie Ihre Tränen ab, lieber Sir! Ich höre jemanden kommen. Es wird der Wirt sein, uns zu empfangen.

Table of contents

Inside this edition

  1. 01Personen:
  2. 02Erster Aufzug
  3. 03Erster Auftritt
  4. 04Zweiter Auftritt
  5. 05Dritter Auftritt
  6. 06Vierter Auftritt
  7. 07Fünfter Auftritt
  8. 08Sechster Auftritt
  9. 09Siebenter Auftritt
  10. 10Achter Auftritt
  11. 11Neunter Auftritt
  12. 12Zweiter Aufzug
  13. 13Erster Auftritt
  14. 14Zweiter Auftritt
  15. 15Dritter Auftritt
  16. 16Vierter Auftritt
  17. 17Fünfter Auftritt
  18. 18Sechster Auftritt
  19. 19Siebenter Auftritt
  20. 20Achter Auftritt
  21. 21Dritter Aufzug
  22. 22Erster Auftritt
  23. 23Zweiter Auftritt
  24. 24Dritter Auftritt
  25. 25Vierter Auftritt
  26. 26Fünfter Auftritt
  27. 27Sechster Auftritt
  28. 28Siebenter Auftritt
  29. 29Vierter Aufzug
  30. 30Erster Auftritt
  31. 31Zweiter Auftritt
  32. 32Dritter Auftritt
  33. 33Vierter Auftritt
  34. 34Fünfter Auftritt
  35. 35Sechster Auftritt
  36. 36Siebenter Auftritt
  37. 37Achter Auftritt
  38. 38Neunter Auftritt
  39. 39Fünfter Aufzug
  40. 40Erster Auftritt
  41. 41Zweiter Auftritt
  42. 42Dritter Auftritt
  43. 43Vierter Auftritt
  44. 44Fünfter Auftritt
  45. 45Sechster Auftritt
  46. 46Siebenter Auftritt
  47. 47Achter Auftritt
  48. 48Neunter Auftritt
  49. 49Zehnter Auftritt
  50. 50Eilfter Auftritt

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