German Edition
Literature
Parzival
German BooksWhale Edition by Wolfram von Eschenbach
Das mittelhochdeutsche Gralsepos über Rittertum, Schuld, Mitleid und geistige Reifung.
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Book introduction
Parzival
Parzival gehört zu den großen Epen des europäischen Mittelalters. Wolfram von Eschenbach erzählt den Weg eines unwissenden jungen Ritters durch Abenteuer, Schuld, höfische Welt und Gralsuche bis zu Erkenntnis, Mitleid und verantwortlicher Herrschaft.
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Parzival is a public-domain work: the author died in 1220, and the text was first published in 1210. This edition uses the original German text.
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Parzival
Preview chapterBuch IPreview
1
Ist zwîvel herzen nâchgebûr,
daz muoz der sêle werden sûr.
gesmæhet unde gezieret
ist, swâ sich parrieret
5unverzaget mannes muot,
als agelstern varwe tuot.
der mac dennoch wesen geil:
wand an im sint beidiu teil,
des himels und der helle.
10der unstæte geselle
hât die swarzen varwe gar,
und wirt och nâch der vinster var:
sô habet sich an die blanken
der mit stæten gedanken.
15diz vliegende bîspel
ist tumben liuten gar ze snel,
sine mugens niht erdenken:
wand ez kan vor in wenken
rehte alsam ein schellec hase.
20zin anderhalp ame glase
geleichet, und des blinden troum,
die gebent antlützes roum,
doch mac mit stæte niht gesîn
dirre trüebe lîhte schîn:
25er machet kurze fröude alwâr.
wer roufet mich dâ nie kein hâr
gewuohs, inne an mîner hant?
der hât vil nâhe griffe erkant.
sprich ich gein den vorhten och,
daz glîchet mîner witze doch.
2
wil ich triwe vinden
aldâ si kan verswinden,
als viur in dem brunnen
unt daz tou von der sunnen?
5ouch erkante ich nie sô wîsen man,
ern möhte gerne künde hân,
welher stiure disiu mære gernt
und waz si guoter lêre wernt.
dar an si nimmer des verzagent,
10beidiu si vliehent unde jagent,
si entwîchent unde kêrent,
si lasternt unde êrent.
swer mit disen schanzen allen kan,
an dem hât witze wol getân,
15der sich niht versitzet noch vergêt
und sich anders wol verstêt.
valsch geselleclîcher muot
ist zem hellefiure guot,
und ist hôher werdekeit ein hagel.
20sîn triwe hât sô kurzen zagel,
daz si den dritten biz niht galt,
fuor si mit bremen in den walt.
Dise manger slahte underbint
iedoch niht gar von manne sint.
25für diu wîp stôze ich disiu zil.
swelhiu mîn râten merken wil,
diu sol wizzen war si kêre
ir prîs und ir êre,
und wem si dâ nâch sî bereit
minne und ir werdekeit,
3
sô daz si niht geriuwe
ir kiusche und ir triuwe.
vor gote ich guoten wîben bite,
daz in rehtiu mâze volge mite.
5scham ist ein slôz ob allen siten:
ich endarf in niht mêr heiles biten.
diu valsche erwirbet valschen prîs.
wie stæte ist ein dünnez îs,
daz ougestheize sunnen hât?
10ir lop vil balde alsus zergât.
manec wîbes schœne an lobe ist breit:
ist dâ daz herze conterfeit,
die lob ich als ich solde
daz safer ime golde.
15ich enhân daz niht für lîhtiu dinc,
swer in den kranken messinc
verwurket edeln rubîn
und al die âventiure sîn
(dem glîche ich rehten wîbes muot).
20diu ir wîpheit rehte tuot,
dane sol ich varwe prüeven niht,
noch ir herzen dach, daz man siht.
ist si inrehalp der brust bewart,
so ist werder prîs dâ niht verschart.
25Solt ich nu wîp unde man
ze rehte prüeven als ich kan,
dâ füere ein langez mære mite.
nu hœrt dirre âventiure site.
diu lât iuch wizzen beide
von liebe und von leide:
4
fröud und angest vert tâ bî.
nu lât mîn eines wesen drî,
der ieslîcher sunder phlege
daz mîner künste widerwege:
5dar zuo gehôrte wilder funt,
op si iu gerne tæten kunt
daz ich iu eine künden wil.
si heten arbeite vil.
ein mære wil i'u niuwen,
10daz seit von grôzen triuwen,
wîplîchez wîbes reht,
und mannes manheit alsô sleht,
diu sich gein herte nie gebouc.
sîn herze in dar an niht betrouc,
15er stahel, swa er ze strîte quam,
Preview chapterBuch IIPreview
Dâ ze Spâne im lande
er den künec erkande.
daz was sîn neve Kaylet:
30nâch dem kêrt er ze Dôlet.
59der was nâh rîterschefte gevarn,
dâ man niht schilde dorfte sparn.
dô hiez ouch er bereiten sich
(sus wert diu âventiure mich)
5mit speren wol gemâlen
mit grüenen zindâlen:
ieslîchez hete ein banier,
drî härmîn anker dran sô fier
daz man ir jach für rîcheit.
10si wâren lang unde breit,
und reichten vaste unz ûf die hant,
sô mans zem spers îser bant
dâ niderhalp ein spanne.
der wart dem küenen manne
15hundert dâ bereitet
und wol hin nâch geleitet
von sînes neven liuten.
êren unde triuten
kunden sin mit werdekeit.
20daz was ir hêrren niht ze leit.
er streich, in weiz wie lange, nâch,
unzer geste herberge ersach
ime lande ze Wâleis.
dâ was geslagen für Kanvoleis
25manc poulûn ûf die plâne.
ine sagez iu niht nâch wâne:
Gebiet ir, sô ist ez wâr.
sîn volc hiez er ûf halden gar:
der hêrre sande vor hin în
30den kluogen meisterknappen sîn.
60der wolde, als in sîn hêrre bat,
herberge nemen in der stat.
dô was im snellîchen gâch:
man zôch im soumære nâch.
5sîn ouge ninder hûs dâ sach,
schilde wærn sîn ander dach,
und die wende gar behangen
mit spern al umbevangen.
diu künegîn von Wâleis
10gesprochen hete ze Kanvoleis
einen turney alsô gezilt,
dês manegen zagen noch bevilt
swa er dem gelîche werben siht:
von sîner hant es niht geschiht.
15si was ein maget, niht ein wîp,
und bôt zwei lant unde ir lîp
swer dâ den prîs bezalte.
diz mære manegen valte
hinderz ors ûf den sâmen.
20die solch gevelle nâmen,
ir schanze wart gein flust gesagt.
des phlâgen helde unverzagt,
si tâten rîters ellen schîn.
mit hurteclîcher rabbîn
25wart dâ manc ors ersprenget
und swerte vil erklenget.
Ein schifprücke ûf einem plân
gieng übr einen wazzers trân,
mit einem tor beslozzen.
30der knappe unverdrozzen
61tetez ûf, als im ze muote was.
dar ob stuont der palas:
ouch saz diu küneginne
zen venstern dar inne
5mit maneger werden frouwen.
die begunden schouwen,
waz dise knappen tâten.
die heten sich berâten
und sluogen ûf ein gezelt.
10umb unvergolten minnen gelt
wart ez ein künec âne:
des twang in Belacâne.
mit arbeit wart ûf geslagn
daz drîzec soumær muosen tragn,
15ein gezelt: daz zeigte rîcheit.
ouch was der plân wol sô breit,
daz sich die snüere stracten dran.
Gahmuret der werde man
die selben zît dort ûze enbeiz.
20dar nâch er sich mit vlîze vleiz,
wier höfslîche kœme geritn.
des enwart niht langer dô gebitn,
sîne knappen an den stunden
sîniu sper ze samne bunden,
25ieslîcher fünviu an ein bant:
daz sehste fuorter an der hant
Mit einer baniere.
sus kom gevarn der fiere.
vor der küngîn wart vernomn
30daz ein gast dâ solte komn
62ûz verrem lande,
den niemen dâ rekande.
«sîn volc daz ist kurtoys,
beidiu heidensch und franzoys:
5etslîcher mag ein Anschevîn
mit sîner sprâche iedoch wol sîn.
ir muot ist stolz, ir wât ist clâr,
wol gesniten al für wâr.
ich was sînen knappen bî:
10die sint vor missewende frî:
sie jehent, swer habe geruoche,
op der ir hêrren suoche,
den scheid er von swære.
von im vrâgt ich der mære:
15dô sageten si mir sunder wanc,
ez wære der künec von Zazamanc.»
Table of contents
Inside this edition
- 01Parzival
- 02Buch I
- 03Buch II
- 04Buch III
- 05Buch IV
- 06Buch V
- 07Buch VI
- 08Buch VII
- 09Buch VIII
- 10Buch IX
- 11Buch X
- 12Buch XI
- 13Buch XII
- 14Buch XIII
- 15Buch XIV
- 16Buch XV
- 17Buch XVI
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