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German Edition

Literature

Penthesilea

German BooksWhale Edition by Heinrich von Kleist

Eine extreme Tragödie, in der Liebe, Krieg, Gesetz und Sprache in mörderische Leidenschaft geraten.

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Book introduction

Penthesilea

Penthesilea gestaltet die Begegnung der Amazonenkönigin mit Achill als Kampf zwischen Begehren, Kriegerkodex und unübersetzbaren Regeln. Kleists Sprache treibt die Figuren in eine Grenzzone aus Missverständnis, Ekstase und Gewalt, fern von klassischer Harmonie.

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How this edition was prepared

This edition is based on a public domain text and has been prepared for digital reading by BooksWhale.

Public domain basis

Why this edition can be shared

Heinrich von Kleist died in 1811, and Penthesilea was first published in 1808. These dates support the public-domain basis for the German source text used in this edition.

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Penthesilea

Ein Trauerspiel

Tübingen 1808

Personen:

Penthesilea, Königinn der Amazonen.

Prothoe, Meroe und Asteria, Fürstinnen der Amazonen.

Die Ober-Priesterinnen der Diana

Achilles, Odysseus, Diomedes und Antilochus, Könige des Griechenvolks.

Griechen und Amazonen

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Scene: Schlachtfeld bei Troja.

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Odysseus und Diomedes (von der einen Seite)

Antilochus (von der andern) Gefolge (treten auf)

Antilochus.

Seyd mir gegrüßt, ihr Könige! Wie geht's,

Seit wir zuletzt bei Troja uns gesehn?

Odysseus.

Schlecht, Antiloch. Du siehst auf diesen Feldern,

Der Griechen und der Amazonen Heer,

Wie zwei erboste Wölfe sich umkämpfen:

Beim Jupiter! sie wissen nicht warum?

Wenn Mars entrüstet, oder Delius,

Den Stecken nicht ergreift, der Wolkenrüttler

Mit Donnerkeilen nicht dazwischen wettert:

Todt sinken die Verbißnen heut noch nieder,

Des einen Zahn im Schlund des anderen.

Schafft einen Helm mit Wasser!

Antilochus. Element!

Was wollen diese Amazonen uns?

Odysseus.

Wir zogen aus, auf des Atriden Rath,

Mit der gesammten Schaar der Myrmidonen,

Achill und ich; Penthesilea, hieß es,

Sei in den scyth'schen Wäldern aufgestanden,

Und führ' ein Heer, bedeckt mit Schlangenhäuten.

Von Amazonen, heißer Kampflust voll,

Durch der Gebirge Windungen heran,

Den Priamus in Troja zu entsetzen.

Am Ufer des Skamandros hören wir,

Deiphobus auch, der Priamide, sei

Aus Ilium mit einer Schaar gezogen;

Die Königinn, die ihm mit Hülfe naht,

Nach Freundesart zu grüßen. Wir verschlingen

Die Straße jetzt, uns zwischen dieser Gegner

Heillosem Bündniß wehrend aufzupflanzen;

Die ganze Nacht durch windet sich der Zug.

Doch, bei des Morgens erster Dämmerröthe,

Welch ein Erstaunen faßt' uns, Antiloch,

Da wir, in einem weiten Thal vor uns,

Mit des Deiphobus Iliern im Kampf

Die Amazonen sehn! Penthesilea,

Wie Sturmwind ein zerrissenes Gewölk,

Weht der Trojaner Reihen vor sich her,

Als gält es über'n Hellespont hinaus,

Hinweg vom Rund der Erde sie zu blasen.

Antilochus.

Seltsam, bei unserm Gott!

Odysseus. Wir sammeln uns,

Der Trojer Flucht, die wetternd auf uns ein,

Gleich einem Anfall keilt, zu widerstehen,

Und dicht zur Mauer drängen wir die Spieße.

Auf diesen Anblick stutzt der Priamide;

Und wir, im kurzen Rath beschließen, gleich,

Die Amazonenfürstinn zu begrüßen:

Sie auch hat ihren Siegeslauf gehemmt.

War je ein Rath einfältiger und besser?

Hätt' ihn Athenä, wenn ich sie befragt,

In's Ohr verständiger mir flüstern können?

Sie muß, beim Hades! diese Jungfrau, doch,

Die wie vom Himmel plötzlich, kampfgerüstet,

In unsern Streit fällt, sich darin zu mischen,

Sie muß zu Einer der Parthein sich schlagen;

Und uns die Freundinn müssen wir sie glauben,

Da sie sich Teukrischen die Feindinn zeigt.

Antilochus.

Was sonst, beim Styx! Nichts anders giebt's.

Odysseus. Nun gut.

Wir finden sie, die Heldinn Scythiens,

Achill und ich--in kriegerischer Feier

An ihrer Jungfraun Spitze aufgepflanzt,

Geschürzt, der Helmbusch wallt ihr von der Scheitel,

Und seine Gold- und Purpurtroddeln regend,

Zerstampft ihr Zelter unter ihr den Grund.

Gedankenvoll, auf einen Augenblick,

Sieht sie in unsre Schaar, von Ausdruck leer,

Als ob in Stein gehau'n wir vor ihr stünden;

Hier diese flache Hand, versichr' ich dich,

Ist ausdrucksvoller als ihr Angesicht:

Bis jetzt ihr Aug auf den Peliden trifft:

Und Glut ihr plötzlich, bis zum Hals hinab,

Das Antlitz färbt, als schlüge rings um ihr

Die Welt in helle Flammenlohe auf.

Sie schwingt, mit einer zuckenden Bewegung,

--Und einen finstern Blick wirft sie auf ihn--

Vom Rücken sich des Pferds herab, und fragt,

Die Zügel einer Dien'rinn überliefernd,

Was uns, in solchem Prachtzug, zu ihr führe.

Ich jetzt, wie wir Argiver hoch erfreut,

Auf eine Feindinn des Dardanervolks zu stoßen;

Was für ein Haß den Priamiden längst

Entbrannt sei in der Griechen Brust, wie nützlich,

So ihr, wie uns, ein Bündniß würde sein;

Und was der Augenblick noch sonst mir beut:

Doch mit Erstaunen, in dem Fluß der Rede,

Bemerk' ich, daß sie mich nicht hört. Sie wendet,

Mit einem Ausdruck der Verwunderung,

Gleich einem sechzehnjähr'gen Mädchen plötzlich,

Das von olymp'schen Spielen wiederkehrt,

Zu einer Freundinn, ihr zur Seite sich,

Table of contents

Inside this edition

  1. 01Full text
  2. 02Scene: Schlachtfeld bei Troja.
  3. 03Erster Auftritt.
  4. 04Zweiter Auftritt.
  5. 05Dritter Auftritt
  6. 06Vierter Auftritt.
  7. 07Fünfter Auftritt.

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