
German Edition
Literature
Titan
German BooksWhale Edition by Jean Paul
Ein großer Bildungs- und Zeitroman über Idealismus, Macht, Erziehung, Gefühl und politische Reife.
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Book introduction
Titan
Titan gehört zu Jean Pauls umfangreichsten Romanen und entfaltet eine vielstimmige Welt aus Erziehung, Charakterbildung, politischer Verantwortung, satirischer Beobachtung und romantischer Empfindsamkeit. Diese deutsche Originalausgabe eignet sich für Leser klassischer deutscher Literatur und Romane der Goethezeit.
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Jean Paul starb 1825, und Titan erschien zwischen 1800 und 1803. Diese Daten stützen die Gemeinfreiheit des deutschen Originaltexts.
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Titan
Jean Paul
Teil 1
Preview chapterErster Band.Preview
Den vier schönen und edlen Schwestern auf dem Thron. Der Traum der Wahrheit. " Aphrodite, Aglaja, Euphrosyne und Thalia sahen einst in das irdische Helldunkel hernieder und, müde des ewig heiteren, aber kalten Olympos, sehnten sie sich herein unter die Wolken unserer Erde, wo die Seele mehr liebt weil sie mehr leidet und wo sie trüber, aber wärmer ist. Sie hörten die heiligen Töne heraufsteigen, mit welchen Polyhymnia unsichtbar die tiefe bange Erde durchwandelt, um uns zu erquicken und zu erheben; und sie trauerten, daß ihr Thron so weit abstehe von den Seufzern der Hülflosen. Da beschlossen sie, den Erdenschleier zu nehmen und sich einzukleiden in unsere Gestalt. Sie gingen von dem Olympos herab; Amor und Amorinen und kleine Genien flogen ihnen spielend nach und unsere Nachtigallen flatterten ihnen aus dem Mai entgegen. -- Aber als sie die ersten Blumen der Erde berührten und nur Strahlen und keine Schatten warfen: so hob die ernste Königin der Götter und Menschen, das Schicksal, den ewigen Zepter auf und sagte: der Unsterbliche wird sterblich auf der Erde und jeder Geist wird ein Mensch! -- Da wurden sie Menschen und Schwestern und nannten sich Luise, Charlotte, Therese, Friederike; die Genien und Amorinen verwandelten sich in ihre Kinder und flogen ihnen in die Mutterarme und die mütterlichen und schwesterlichen Herzen schlugen voll neuer Liebe in einer großen Umarmung.
Und als die weiße Fahne des blühenden Frühlings flatterte -- und menschlichere Thronen vor ihnen standen -- und als sie, von der Liebe, der Harmonika des Lebens, see lig-erweicht, sich und die glücklichen Kinder anblickten und verstummten vor Liebe und Seligkeit: so schwebte unsichtbar Polyhymnia vorüber und erkannte sie und gab ihnen die Töne, womit das Herz Liebe und Freude sagt und gibt...... " -- Und der Traum war geendigt und erfüllt; er hatte, wie immer, nach der Wirklichkeit und dem Wachen sich gebildet. Darum sei er den vier schönen und edlen Schwestern geweiht, und alles, was ihm im Titan ähnlich ist, sei es auch! Jean Paul Fr. Richter.
Preview chapter1. Zykel.Preview
An einem schönen Frühlingsabend kam der junge Spanische Graf von Cesara mit seinen Begleitern Schoppe und Dian nach Sesto, um den anderen Morgen nach der borromäischen Insel Isola bella im Lago maggiore überzufahren. Der stolz-aufblühende Jüngling glühte von der Reise und von dem Gedanken an den künftigen Morgen, wo er Titan. I. A die Insel, diesen geschmückten Thron des Frühlings, und auf ihr einen Menschen sehen sollte, der ihm zwanzig Jahre lang versprochen worden. Diese zweifache Glut hob den malerischen Heros zur Gestalt eines zürnenden Musengottes empor. In die welschen Augen zog seine Schönheit mit einem größeren Triumphe ein als in die engen nördlichen, wovon er herkam; in Mailand hatten viele gewünscht, er wäre von Marmor und stände mit älteren versteinerten Göttern entweder im farnesischen Palast oder im klementineschen Museum oder in der Villa Albani; ja hatte nicht der Bischof von Novara mit seinem Degen an der Seite vor wenigen Stunden bei Schoppen, der zuletzt ritt, nachgefragt, wer es sei? Und hatte nicht dieser mit einer närrischen Quadratur seines Runzelen-Zirkels um weitläufig Lippen versetzt, ( um dem geistlichen Herrn Licht zu geben ): " mein Telemach istes und ich mache den " Mentor dabei -- ich bin die Rändelmaschine " und der Prägstock, der ihn münzt -- der Glätte " zahn und die Plattmühle, die ihn bohnt -- " der Mann, der ihn regelt?
" -- Die jugendlich warme Gestalt Cesara's wurde durch den Ernst eines nur in die Zukunft vertieften Auges und eines männlich-festgeschlossenen Mundes und durch die trotzige Entschlossenheit junger frischer Kräfte noch mehr veredelt; er schien noch ein Brennspiegel im Mondlicht, oder ein dunkler Edelstein von zu vieler Farbe zu sein, den die Welt, wie andere Juwelen, erst durch Hohlschleifen lichtet und bessert. -- In dieser Nähe zog ihn die Insel, wie eine Welt die andere, immer heftiger an. Seine innere Unruhe stieg durch die äußere Ruhe. Noch dazu stellte Dian, ein Grieche von Geburt und ein Künstler, welcher Isola bella und Isola matre öfters umschifft und nachgezeichnet hatte, ihm diese Prachtkegel der Natur in feurigen Gemälden näher vor die Seele; und Schoppe gedachte des wichtigen Menschen öfters, den der Jüngling morgen zum erstenmal sehen sollte. Als man unten auf der Gasse einen festschlafenden Greis vorübertrug, dem die untergehende Sonne Feuer und Leben in das markige starkgegliederte Angesicht warf und der A 2 eine nach italienischer Sitte aufgedeckt getragene -- Leiche war: so fragt ' er erschrocken und schnell die Freunde: " sieht mein Vater so aus? " Was ihn nämlich mit so heftigen Bewegungen der Insel zutreibt, ist Folgendes:
Auf Isola bella hatte er die drei ersten irdischen Jahre mit seiner Schwester, die nach Spanien, und neben seiner Mutter, die unter die Erde ging, mitten in den hohen Blumen der Natur liegend süß vertändelt und verträumt -- die Insel war für den Morgenschlummer des Lebens, für seine Kindheit, Raffaels übermaltes Schlafgemach gewesen. Aber er hatte nichts davon im Kopfe und Herzen behalten als in diesem ein schmerzlich süßes tiefes Aufwallen bei dem Namen, und in jenem das -- Eichhorn, das als Familienwappen der Borromäer auf der obersten Terrasse der Insel steht. Nach dem Tode der Mutter versetzte ihn sein Vater aus der welschen Blumenerde -- einige blieb an den Pfahlwurzeln hängen -- in den deutschen Reichsforst, nämlich nach Blumenbühl -- im Fürstentum Hohenflies, das den Deutschen so gut wie unbekannt ist --; hier ließ er ihn im Hause eines biederen Edelmannes so lange erziehen, oder deutlicher und allegorischer, er ließ hier die pädagogischen Kunstgärtner so lange mit Gießkannen, Inokuliermessern und Gartenscheren um ihn laufen, bis sie an den hohen schlanken Palmenbaum voll Sagomark und Schirmstacheln mit ihren Kannen und Scheren nicht mehr langen konnten.
Jetzt soll er nach der Rückreise von der Insel, aus dem Feldbeete des Landes in den Loh- und Treibkübel der Stadt und auf das Gestelle des Hofgartens kommen, mit einem Worte nach Pestiz, der Universität und Residenzstadt von Hohenflies, deren Anblick sogar bisher sein Vater ihm hart verboten hatte. Und morgen sieht er diesen Vater zum -- erstenmal! -- Er mußte brennen vor Verlangen, da sein ganzes Leben eine Anstalt zu dieser gemeinschaftlichen Landung war, und seine Pflegeeltern und Lehrer eine chalkographische Gesellschaft waren, die den Autor seines Lebensbuches so herrlich vor das Titelblatt in Kupfer stach. Sein Vater, Gaspard de Cesara, Ritter des goldenen Vlieses ( ob spanischer oder österreichischer, wünscht ich selber genauer zu wissen ), ein vom Schicksal Dreischneidige und glänzend geschliffener Geist, hatte in der Jugend wilde Kräfte, zu deren Spiel nur ein Schlachtfeld oder Königreich geräumig gewesen wäre und die sich im vornehmen Leben so wenig bewegen konnten als ein Seekraken im Hafen -- er stillte sie durch Gastrollen in allen Ständen, und Lust- und Trauerspielen, durch das Treiben aller Wissenschaften und durch eine ewige Reise -- er wurde mit großen und kleinen Menschen und Höfen vertraut und oft verflochten, zog aber immer als ein Strom mit eigenen Wellen durchs Weltmeer.
Table of contents
Inside this edition
- 01Full text
- 02Erster Band.
- 031. Zykel.
- 043. Zykel.
- 054. Zykel.
- 067. Zykel.
- 079. Zykel.
- 08Z. B.
- 0910. Zykel.
- 1011. Zykel.
- 1112. Zykel.
- 1213. Zykel.
- 1314. Zykel.
- 1415. Zykel.
- 1517. Zykel.
- 1618. Zykel.
- 1720. Zykel.
- 1821. Zykel.
- 1922. Zykel.
- 2023. Zykel.
- 2124. Zykel.
- 2225. Zykel.
- 2326. Zykel.
- 2427. Zykel.
- 2528. Zykel.
- 2629. Zykel.
- 2731. Zykel.
- 2835. Zykel.
- 2936. Zykel. -- --
- 3037. Zykel.
- 3138. Zykel.
- 3239. Zykel.
- 3340. Zykel.
- 3442. Zykel.
- 3543. Zykel.
- 3643. Zykel.
- 3745. Zykel.
- 3846. Zykel.
- 3947. Zykel.
- 4048. Zykel.
- 4149. Zykel.
- 4250. Zykel.
- 4352. Zykel.
- 44Zweiter Band.
- 4553. Zykel.
- 4655. Zykel.
- 4756. Zykel.
- 4857. Zykel.
- 4958. Zykel.
- 5059. Zykel.
- 5160. Zykel.
- 5261. Zykel.
- 5362. Zykel.
- 5463. Zykel.
- 5564. Zykel.
- 5665. Zykel.
- 57Dritter Band.
- 5867. Zykel.
- 5969. Zykel.
- 6070. Zykel.
- 6171. Zykel.
- 6272. Zykel.
- 6373. Zykel.
- 6474. Zykel.
- 6575. Zykel.
- 6676. Zykel.
- 6777. Zykel.
- 6878. Zykel.
- 6979. Zykel.
- 7080. Zykel.
- 7181. Zykel.
- 7282. Zykel.
- 7384. Zykel.
- 7487. Zykel.
- 7588. Zykel.
- 7690. Zykel.
- 7791. Zykel.
- 7892. Zykel.
- 7993. Zykel.
- 8094. Zykel.
- 8196. Zykel.
- 8298. Zykel.
- 8399. Zykel.
- 84Vierter Band. Vorrede.
- 85101. Zykel.
- 86102. Zykel.
- 87104. Zykel.
- 88105. Zykel.
- 89106. Zykel.
- 90107. Zykel.
- 91108. Zykel.
- 92109. Zykel.
- 93112. Zykel.
- 94113. Zykel.
- 95114. Zykel.
- 96115. Zykel.
- 97117. Zykel.
- 98118. Zykel.
- 99119. Zykel.
- 100121. Zykel.
- 101122. Zykel.
- 102123. Zykel.
- 103124. Zykel.
- 104125. Zykel.
- 105126. Zykel.
- 106127. Zykel.
- 107128. Zykel.
- 108129. Zykel.
- 109130. Zykel.
- 1102. B.
- 111133. Zykel.
- 112134. Zykel.
- 113135. Zykel.
- 114136 Zykel.
- 115137. Zykel.
- 116138. Zykel.
- 117140. Zykel.
- 118141. Zykel.
- 119142. Zykel.
- 120144. Zykel.
- 121145. Zykel.
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