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Wilhelm Meisters Lehrjahre
Edición BooksWhale en alemán de Johann Wolfgang von Goethe
Ein Bildungsroman über Theater, Selbsterkenntnis, Berufung und gesellschaftliche Erfahrung.
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Introducción del libro
Wilhelm Meisters Lehrjahre
Wilhelm Meisters Lehrjahre folgt einem jungen Mann auf der Suche nach Kunst, Liebe, Bildung und einem Platz in der Welt. Goethes Roman prägte die Form des Bildungsromans und verbindet Lebensweg, Theaterwelt und Reflexion.
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Johann Wolfgang von Goethe starb 1832, und Wilhelm Meisters Lehrjahre erschien 1795/1796; diese Daten stützen die Gemeinfreiheit dieser deutschen Ausgabe.
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Wilhelm Meisters Lehrjahre
Johann Wolfgang von Goethe
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Das Schauspiel dauerte sehr lange. Die alte Barbara trat einigemal ans Fenster und horchte, ob die Kutschen nicht rasseln wollten. Sie erwartete Marianen, ihre schöne Gebieterin, die heute im Nachspiele, als junger Offizier gekleidet, das Publikum entzückte, mit größerer Ungeduld als sonst, wenn sie ihr nur ein mäßiges Abendessen vorzusetzen hatte; diesmal sollte sie mit einem Paket überrascht werden, das Norberg, ein junger, reicher Kaufmann, mit der Post geschickt hatte, um zu zeigen, daß er auch in der Entfernung seiner Geliebten gedenke.
Barbara war als alte Dienerin, Vertraute, Ratgeberin, Unterhändlerin und Haushälterin in Besitz des Rechtes, die Siegel zu eröffnen, und auch diesen Abend konnte sie ihrer Neugierde um so weniger widerstehen, als ihr die Gunst des freigebigen Liebhabers mehr als selbst Marianen am Herzen lag. Zu ihrer größten Freude hatte sie in dem Paket ein feines Stück Nesseltuch und die neuesten Bänder für Marianen, für sich aber ein Stück Kattun, Halstücher und ein Röllchen Geld gefunden. Mit welcher Neigung, welcher Dankbarkeit erinnerte sie sich des abwesenden Norbergs! Wie lebhaft nahm sie sich vor, auch bei Marianen seiner im besten zu gedenken, sie zu erinnern, was sie ihm schuldig sei und was er von ihrer Treue hoffen und erwarten müsse.
Das Nesseltuch, durch die Farbe der halbaufgerollten Bänder belebt, lag wie ein Christgeschenk auf dem Tischchen; die Stellung der Lichter erhöhte den Glanz der Gabe, alles war in Ordnung, als die Alte den Tritt Marianens auf der Treppe vernahm und ihr entgegeneilte. Aber wie sehr verwundert trat sie zurück, als das weibliche Offizierchen, ohne auf die Liebkosungen zu achten, sich an ihr vorbeidrängte, mit ungewöhnlicher Hast und Bewegung in das Zimmer trat, Federhut und Degen auf den Tisch warf, unruhig auf und nieder ging und den feierlich angezündeten Lichtern keinen Blick gönnte.
"Was hast du, Liebchen?" rief die Alte verwundert aus. "Um 's Himmels willen, Töchterchen, was gibt's? Sieh hier diese Geschenke! Von wem können sie sein, als von deinem zärtlichsten Freunde? Norberg schickt dir das Stück Musselin zum Nachtkleide; bald ist er selbst da; er scheint mir eifriger und freigebiger als jemals."
Die Alte kehrte sich um und wollte die Gaben, womit er auch sie bedacht, vorweisen, als Mariane, sich von den Geschenken wegwendend, mit Leidenschaft ausrief: "Fort! Fort! heute will ich nichts von allem diesen hören; ich habe dir gehorcht, du hast es gewollt, es sei so! Wenn Norberg zurückkehrt, bin ich wieder sein, bin ich dein, mache mit mir, was du willst, aber bis dahin will ich mein sein, und hättest du tausend Zungen, du solltest mir meinen Vorsatz nicht ausreden. Dieses ganze Mein will ich dem geben, der mich liebt und den ich liebe. Keine Gesichter! Ich will mich dieser Leidenschaft überlassen, als wenn sie ewig dauern sollte."
Der Alten fehlte es nicht an Gegenvorstellungen und Gründen; doch da sie in fernerem Wortwechsel heftig und bitter ward, sprang Mariane auf sie los und faßte sie bei der Brust. Die Alte lachte überlaut. "Ich werde sorgen müssen", rief sie aus, "daß sie wieder bald in lange Kleider kommt, wenn ich meines Lebens sicher sein will. Fort, zieht Euch aus! Ich hoffe, das Mädchen wird mir abbitten, was mir der flüchtige Junker Leids zugefügt hat; herunter mit dem Rock und immer so fort alles herunter! Es ist eine unbequeme Tracht, und für Euch gefährlich, wie ich merke. Die Achselbänder begeistern Euch."
Die Alte hatte Hand an sie gelegt, Mariane riß sich los. "Nicht so geschwind!" rief sie aus, "ich habe noch heute Besuch zu erwarten."
"Das ist nicht gut", versetzte die Alte. "Doch nicht den jungen, zärtlichen, unbefiederten Kaufmannssohn?"--"Eben den", versetzte Mariane.
"Es scheint, als wenn die Großmut Eure herrschende Leidenschaft werden wollte", erwiderte die Alte spottend; "Ihr nehmt Euch der Unmündigen, der Unvermögenden mit großem Eifer an. Es muß reizend sein, als uneigennützige Geberin angebetet zu werden."
Índice
Dentro de esta edición
- 01Full text
- 02Erstes Buch
- 03Erstes Kapitel
- 04Zweites Kapitel
- 05Drittes Kapitel
- 06Viertes Kapitel
- 07Fünftes Kapitel
- 08Sechstes Kapitel
- 09Siebentes Kapitel
- 10Achtes Kapitel
- 11Neuntes Kapitel
- 12Zehntes Kapitel
- 13Elftes Kapitel
- 14Zwölftes Kapitel
- 15Dreizehntes Kapitel
- 16Vierzehntes Kapitel
- 17Fünfzehntes Kapitel
- 18Sechzehntes Kapitel
- 19Siebzehntes Kapitel
- 20Zweites Buch
- 21Erstes Kapitel
- 22Zweites Kapitel
- 23Drittes Kapitel
- 24Viertes Kapitel
- 25Fünftes Kapitel
- 26Sechstes Kapitel
- 27Siebentes Kapitel
- 28Achtes Kapitel
- 29Neuntes Kapitel
- 30Zehntes Kapitel
- 31Zwölftes Kapitel
- 32Dreizehntes Kapitel
- 33Vierzehntes Kapitel
- 34Drittes Buch
- 35Erstes Kapitel
- 36Zweites Kapitel
- 37Drittes Kapitel
- 38Viertes Kapitel
- 39Fünftes Kapitel
- 40Sechstes Kapitel
- 41Siebentes Kapitel
- 42Achtes Kapitel
- 43Neuntes Kapitel
- 44Zehntes Kapitel
- 45Elftes Kapitel
- 46Zwölftes Kapitel
- 47Viertes Buch
- 48Erstes Kapitel
- 49Zweites Kapitel
- 50Drittes Kapitel
- 51Viertes Kapitel
- 52Fünftes Kapitel
- 53Sechstes Kapitel
- 54Siebentes Kapitel
- 55Achtes Kapitel
- 56Neuntes Kapitel
- 57Zehntes Kapitel
- 58Zwölftes Kapitel
- 59Dreizehntes Kapitel
- 60Vierzehntes Kapitel
- 61Sechzehntes Kapitel
- 62Siebzehntes Kapitel
- 63Achtzehntes Kapitel
- 64Neunzehntes Kapitel
- 65Zwanzigstes Kapitel
- 66Fünftes Buch
- 67Erstes Kapitel
- 68Zweites Kapitel
- 69Drittes Kapitel
- 70Viertes Kapitel
- 71Fünftes Kapitel
- 72Sechstes Kapitel
- 73Siebentes Kapitel
- 74Achtes Kapitel
- 75Neuntes Kapitel
- 76Zehntes Kapitel
- 77Zwölftes Kapitel
- 78Dreizehntes Kapitel
- 79Vierzehntes Kapitel
- 80Sechzehntes Kapitel
- 81Sechstes Buch
- 82Siebentes Buch
- 83Erstes Kapitel
- 84Zweites Kapitel
- 85Drittes Kapitel
- 86Viertes Kapitel
- 87Fünftes Kapitel
- 88Sechstes Kapitel
- 89Siebentes Kapitel
- 90Achtes Kapitel
- 91Neuntes Kapitel
- 92Achtes Buch
- 93Erstes Kapitel
- 94Zweites Kapitel
- 95Drittes Kapitel
- 96Viertes Kapitel
- 97Fünftes Kapitel
- 98Sechstes Kapitel
- 99Siebentes Kapitel
- 100Achtes Kapitel
- 101Neuntes Kapitel
- 102Zehntes Kapitel
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