
allemand Édition
Littérature
Quitt
Édition BooksWhale en allemand par Theodor Fontane
Ein Roman über Schuld, Vergeltung, koloniale Erfahrung und die Rückkehr einer verdrängten Vergangenheit.
- Aperçu
- Extrait du texte préparé
- Formats
- Lecteur en ligne, EPUB, PDF
- Accès
- Claim Bibliothèque
Introduction du livre
Quitt
Die Geschichte führt von Europa in die nordamerikanische Wildnis und zurück zu den Folgen einer verdrängten Tat. Fontane verbindet Abenteuer, Gewissensprüfung und Gesellschaftskritik.
Édition BooksWhale
Préparation de cette édition
Cette édition repose sur un texte du domaine public et a été préparée par BooksWhale pour la lecture numérique.
Base du domaine public
Pourquoi cette édition peut être partagée
Theodor Fontane starb 1898; dieses 1891 veröffentlichte deutsche Original ist gemeinfrei.
Lire l'aperçu
Extrait du texte préparé
Aperçu sélectionné depuis le texte de lecture préparé.
Chapitre d'aperçuFull textLire l'aperçu
Quitt
Theodor Fontane
Chapitre d'aperçu20Aperçu
Roman von Theodor Fontane.
Chapitre d'aperçu1.Aperçu
Die Kirche war noch nicht aus, aber die alte Frau Menz und ihr Sohn Lehnert – ein schlanker, hübscher Mensch von siebenundzwanzig Jahren, dem man, auch ohne seine siebziger Kriegsdenkmünze (neben der übrigens auch noch ein anderes Ehrenzeichen hing), den gedienten Soldaten schon auf weite Entfernung hin angesehen hätte – hatten den Schluß des Gottesdienstes nicht abgewartet. Sie saßen bereits draußen auf einem großen Grabstein, zu dessen Häupten eine senkrecht stehende Marmorplatte mit einer „Christi Himmelfahrt“ in Relief in die dicht dahinter befindliche Kirchhofsmauer eingelassen war. Der Sohn, der schon während einer ganzen Weile mit der Kante seiner Stiefelsohlen allerlei Rinnen in den Sand gezogen hatte, war augenscheinlich verstimmt und vermied es, die Mutter anzublicken, die ihrerseits ängstlich vor sich hin sah und darauf wartete, daß der Sohn reden solle. Dazu kam es aber nicht, und so hörte man denn nichts als die letzte Liederstrophe, die drinnen eben gesungen wurde. Sonst war alles still. Der grelle Sonnenschein lag auf den Gräbern, die Schmetterlinge flogen dazwischen hin und her und über dem Ganzen wölbte sich der tiefblaue Himmel und versprach einen heißen Tag. Endlich nahm die Mutter ihres Sohnes Hand. Er zog sie aber unwirsch wieder zurück und sagte: „Ach, laß, Mutter! Du meinst es gut. Aber was hab’ ich davon? Eigentlich bist Du doch schuld an allem, weil Du nicht weißt, was Du willst, und es auch nie gewußt hast. Auf Paschen und Wildern hast Du mich erzogen und wenn’s dann schief geht und Du’s mit der Angst kriegst, dann steckst Du Dich hinter Siebenhaar und jammerst ihm was vor, und der soll dann mit einem Mal einen Heiligen aus mir machen.“ „Du weißt ja doch, Lehnert, was er alles für Dich gethan hat.“ „Weiß alles. Aber er darf mich nicht anpredigen, und wenn er’s thut, so darf er nicht nach mir hinsehen, daß auch der Dümmste merken kann, wen er meint. Das darf er nicht, und wenn ich ihn sehe, dann sag’ ich’s ihm auch.“ „Er will Dich sprechen nach der Kirche.“ „Da haben wir’s. Also wieder abgekartet. Dacht’ ich’s doch. Ach Mutter, Du quälst mich und richtest nichts Gutes damit an.“ In diesem Augenblicke schwieg es drin und statt des Gesanges der Gemeinde hörte man nur noch das Nachzittern der Orgel und bald danach den eigenthümlichen Klapperton, mit dem die Pfennigstücke der einzeln und in Gruppen aus der Kirche Kommenden in die dicht an der Kirchenthür aufgestellte Sammelbüchse fielen. Und nun kamen auch die Leute selbst und gingen an dem Grabstein vorüber, auf die weit offenstehende kaum dreißig Schritt entfernte Kirchhofspforte zu, wobei sie der Frau Menz und ihrem Sohne freundlich zunickten; aber ehe sie noch den Ausgang erreicht hatten, erschien auch schon im Gesichtskreis der nach wie vor auf dem Grabstein Sitzenden ein breitschultriger und kurzhalsiger Mann von Mitte dreißig, dessen Stutzhut und hechtgrauer Rock mit grünen Rabatten, des Hirschfängers ganz zu geschweigen, über seinen Beruf keinen Zweifel lassen konnten. Vorn, im zweiten Knopfloch, an einem absichtlich nicht allzu kurzen Bande, trug er das Eiserne Kreuz, das sich, eben weil das Band zu lang war, bei jedem Schritt in herausfordernder und jedenfalls in respekterwartender Weise hin und her bewegte. Der ganze Mann ein Bild von Selbstbewußtsein und Hochmuth! „Guten Tag, Herr Förster,“ sagte Frau Menz und stand rasch auf, um ihm einen Knix zu machen. Der Förster Opitz nickte kurz, streifte Lehnert, der sich nicht gerührt hatte, mit einem Blick und ging dann weiter. „Was bliebst Du nicht sitzen, Mutter? Warum hast Du geknixt? Er kam, er mußte grüßen, nicht Du. Aber das ist immer die alte Geschichte mit Dir. Du hast nur zwei Gedanken: Angst und Vortheil, und hast keinen Stolz und keine Ehre. Du bist noch ganz aus der Kriechezeit. Und nun gar kriechen vor dem , vor solchem Schubbejack! Ist er denn Dein Herr? Unser Feind ist er, weiter nichts. Gott sei Dank, er fürchtet sich vor mir. Aber ich wollt’ es ihm auch rathen! Er kennt mich noch vom Görlitzer Scheibenstand her und weiß, ich hab’ eine sichere Hand und ein gutes Auge.“ „Sei doch still, Junge! Du red’st Dich noch ins Gericht. Und wenn Du durchaus reden willst, so rede nicht so laut. Es kann’s ja jeder hören.“ „Soll’s auch!“ Er hätte wohl noch weiter gesprochen, wenn nicht in eben diesem Augenblicke der alte Pastor Siebenhaar in Person von der Kirche her den Kirchhofsgang heraufgekommen wäre, neben ihm der Küster, zu dem er leise sprach. Und jetzt erhob sich auch Lehnert. „Ich möchte Dich noch sprechen,“ sagte der Alte, während er Lehnert im Vorübergehen die Hand reichte. „Komm in einer Viertelstunde! Das heißt, so Dir’s beliebt.“ Und mit einem freundlichen Blick, der Lehnert zu Herzen ging, schritt der Alte weiter, erst auf die Pforte und dann, etwas rechts abbiegend, auf das hinter einer Reihe verschnittener Linden gelegene Pfarrhaus zu.
Table des matières
Dans cette édition
- 01Full text
- 0220
- 031.
- 042.
- 0522
- 06III.
- 0723
- 083.
- 0924
- 104.
- 1126
- 1227
- 1353
- 145.
- 1554
- 166.
- 1755
- 187.
- 1958
- 2059
- 218.
- 221
- 2360
- 2484
- 2586
- 269.
- 2787
- 2890
- 2910.
- 3091
- 3111.
- 3292
- 3312.
- 3494
- 35115
- 3613.
- 37116
- 38118
- 3914.
- 40119
- 4115.
- 42122
- 4316.
- 44123
- 4517.
- 46124
- 47144
- 48146
- 4918.
- 50147
- 5119.
- 52148
- 53150
- 5420.
- 55151
- 5621.
- 57154
- 5822.
- 59155
- 6023.
- 61156
- 62180
- 6324.
- 64182
- 6525.
- 66183
- 6726.
- 68186
- 6927.
Disponibilité linguistique
Autres langues
Aucune autre édition linguistique n'est encore publiée. Cette section les reliera lorsqu'elles seront disponibles.
Demander une autre langue