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Die Leiden des jungen Werthers

Edizione BooksWhale in tedesco di Johann Wolfgang von Goethe

Ein Schlüsselwerk des Sturm und Drang über Liebe, Empfindsamkeit und innere Zerrissenheit.

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Die Leiden des jungen Werthers

Die Leiden des jungen Werthers erzählt in Briefform von Werthers leidenschaftlicher Liebe, seiner Einsamkeit und seinem seelischen Konflikt. Diese deutsche Originalausgabe ist für BooksWhale zum Online-Lesen sowie als EPUB und PDF vorbereitet.

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Johann Wolfgang von Goethe ist 1832 gestorben; der Quelltext ist gemeinfrei.

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Die Leiden des jungen Werthers

Johann Wolfgang von Goethe

Was ich von der Geschichte des armen Werther nur habe auffinden können, habe ich mit Fleiß gesammelt und lege es euch hier vor, und weiß, daß ihr mir's danken werdet. Ihr könnt seinem Geist und seinem Charakter eure Bewunderung und Liebe, seinem Schicksale eure Tränen nicht versagen.

Und du gute Seele, die du eben den Drang fühlst wie er, schöpfe Trost aus seinem Leiden, und laß das Büchlein deinen Freund sein, wenn du aus Geschick oder eigener Schuld keinen nähern finden kannst.

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Erstes Buch

Erstes Buch

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Am 4. Mai 1771.

Wie froh bin ich, daß ich weg bin! Bester Freund, was ist das Herz des Menschen! Dich zu verlassen, den ich so liebe, von dem ich unzertrennlich war, und froh zu sein! Ich weiß, du verzeihst mir's. Waren nicht meine übrigen Verbindungen recht ausgesucht vom Schicksal, um ein Herz wie das meine zu ängstigen? Die arme Leonore! Und doch war ich unschuldig. Konnt' ich dafür, daß, während die eigensinnigen Reize ihrer Schwester mir eine angenehme Unterhaltung verschafften, daß eine Leidenschaft in dem armen Herzen sich bildete? Und doch – bin ich ganz unschuldig? Hab' ich nicht ihre Empfindungen genährt? hab' ich mich nicht an den ganz wahren Ausdrücken der Natur, die uns so oft zu lachen machten, so wenig lächerlich sie waren, selbst ergetzt? hab' ich nicht – O was ist der Mensch, daß er über sich klagen darf! Ich will, lieber Freund, ich verspreche dir's, ich will mich bessern, will nicht mehr ein bißchen Übel, das uns das Schicksal vorlegt, wiederkäuen, wie ich's immer getan habe; ich will das Gegenwärtige genießen, und das Vergangene soll mir vergangen sein. Gewiß, du hast recht, Bester, der Schmerzen wären minder unter den Menschen, wenn sie nicht – Gott weiß, warum sie so gemacht sind! – mit so viel Emsigkeit der Einbildungskraft sich beschäftigten, die Erinnerungen des vergangenen Übels zurückzurufen, eher als eine gleichgültige Gegenwart zu ertragen.

Du bist so gut, meiner Mutter zu sagen, daß ich ihr Geschäft bestens betreiben und ihr ehstens Nachricht davon geben werde. Ich habe meine Tante gesprochen und bei weitem das böse Weib nicht gefunden, das man bei uns aus ihr macht. Sie ist eine muntere, heftige Frau von dem besten Herzen. Ich erklärte ihr meiner Mutter Beschwerden über den zurückgehaltenen Erbschaftsanteil; sie sagte mir ihre Gründe, Ursachen und die Bedingungen, unter welchen sie bereit wäre, alles herauszugeben, und mehr als wir verlangten – Kurz, ich mag jetzt nichts davon schreiben, sage meiner Mutter, es werde alles gut gehen. Und ich habe, mein Lieber, wieder bei diesem kleinen Geschäft gefunden, daß Mißverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit. Wenigstens sind die beiden letzteren gewiß seltener.

Übrigens befinde ich mich hier gar wohl. Die Einsamkeit ist meinem Herzen köstlicher Balsam in dieser paradiesischen Gegend, und diese Jahrszeit der Jugend wärmt mit aller Fülle mein oft schauderndes Herz. Jeder Baum, jede Hecke ist ein Strauß von Blüten, und man möchte zum Maienkäfer werden, um in dem Meer von Wohlgerüchen herumschweben und alle seine Nahrung darin finden zu können.

Die Stadt selbst ist unangenehm, dagegen rings umher eine unaussprechliche Schönheit der Natur. Das bewog den verstorbenen Grafen von M.., einen Garten auf einem der Hügel anzulegen, die mit der schönsten Mannigfaltigkeit sich kreuzen und die lieblichsten Täler bilden. Der Garten ist einfach, und man fühlt gleich bei dem Eintritte, daß nicht ein wissenschaftlicher Gärtner, sondern ein fühlendes Herz den Plan gezeichnet, das seiner selbst hier genießen wollte. Schon manche Träne hab' ich dem Abgeschiedenen in dem verfallenen Kabinettchen geweint, das sein Lieblingsplätzchen war und auch meines ist. Bald werde ich Herr vom Garten sein; der Gärtner ist mir zugetan, nur seit den paar Tagen, und er wird sich nicht übel dabei befinden.

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Am 10. Mai.

Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße. Ich bin allein und freue mich meines Lebens in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen ist wie die meine. Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, daß meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken. Wenn das liebe Tal um mich dampft, und die hohe Sonne an der Oberfläche der undurchdringlichen Finsternis meines Waldes ruht, und nur einzelne Strahlen sich in das innere Heiligtum stehlen, ich dann im hohen Grase am fallenden Bache liege, und näher an der Erde tausend mannigfaltige Gräschen mir merkwürdig werden; wenn ich das Wimmeln der kleinen Welt zwischen Halmen, die unzähligen, unergründlichen Gestalten der Würmchen, der Mückchen näher an meinem Herzen fühle, und fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält; mein Freund! wenn's dann um meine Augen dämmert, und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn wie die Gestalt einer Geliebten – dann sehne ich mich oft und denke: Ach könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papiere das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie deine Seele ist der Spiegel des unendlichen Gottes! – Mein Freund – Aber ich gehe darüber zugrunde, ich erliege unter der Gewalt der Herrlichkeit dieser Erscheinungen.

Indice

In questa edizione

  1. 01Full text
  2. 02Erstes Buch
  3. 03Am 4. Mai 1771.
  4. 04Am 10. Mai.
  5. 05Am 12. Mai.
  6. 06Am 13. Mai.
  7. 07Am 15. Mai.
  8. 08Den 17. Mai.
  9. 09Am 22. Mai.
  10. 10Am 26. Mai.
  11. 11Am 27. Mai.
  12. 12Am 30. Mai.
  13. 13Am 16. Junius.
  14. 14Am 19. Junius.
  15. 15Am 21. Junius.
  16. 16Am 29. Junius.
  17. 17Am 1. Julius.
  18. 18Am 6. Julius.
  19. 19Am 8. Julius.
  20. 20Am 10. Julius.
  21. 21Am 11. Julius.
  22. 22Am 13. Julius.
  23. 23Am 16. Julius.
  24. 24Am 18. Julius.
  25. 25Den 19. Julius.
  26. 26Den 20. Julius.
  27. 27Am 24. Julius.
  28. 28Am 26. Julius.
  29. 29Am 26. Julius.
  30. 30Am 30. Julius.
  31. 31Am 8. August.
  32. 32Am 10. August.
  33. 33Am 12. August.
  34. 34Am 15. August.
  35. 35Am 18. August.
  36. 36Am 21. August.
  37. 37Am 22. August.
  38. 38Am 28. August.
  39. 39Am 30. August.
  40. 40Am 3. September.
  41. 41Am 10. September.
  42. 42Zweites Buch
  43. 43Am 20. Oktober 1771.
  44. 44Am 26. November 1771.
  45. 45Am 24. Dezember 1771.
  46. 46Den 8. Januar 1772.
  47. 47Am 20. Januar.
  48. 48Den 8. Februar.
  49. 49Am 17. Februar.
  50. 50Am 20. Februar.
  51. 51Den 15. März.
  52. 52Am 16. März.
  53. 53Am 24. März.
  54. 54Am 19. April.
  55. 55Am 5. Mai.
  56. 56Am 9. Mai.
  57. 57Am 25. Mai.
  58. 58Am 11. Junius.
  59. 59Am 16. Junius.
  60. 60Am 18. Junius.
  61. 61Am 29. Julius.
  62. 62Am 4. August.
  63. 63Am 21. August.
  64. 64Am 3. September.
  65. 65Am 4. September.
  66. 66Am 5. September.
  67. 67Am 6. September.
  68. 68Am 12. September.
  69. 69Am 15. September.
  70. 70Am 10. Oktober.
  71. 71Am 12. Oktober.
  72. 72Am 19. Oktober.
  73. 73Am 26. Oktober.
  74. 74Am 27. Oktober.
  75. 75Am 27. Oktober abends.
  76. 76Am 30. Oktober.
  77. 77Am 3. November.
  78. 78Am 8. November.
  79. 79Am 15. November.
  80. 80Am 21. November.
  81. 81Am 22. November.
  82. 82Am 24. November.
  83. 83Am 26. November.
  84. 84Am 30. November.
  85. 85Am 1. Dezember.
  86. 86Am 4. Dezember.
  87. 87Am 6. Dezember.

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