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História

Der Soldatenhandel deutscher Fürsten nach Amerika

Edição BooksWhale em alemão por Friedrich Kapp

Friedrich Kapp untersucht die Vermietung deutscher Soldaten an Großbritannien und ihre Rolle im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg des achtzehnten Jahrhunderts.

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Introdução do livro

Der Soldatenhandel deutscher Fürsten nach Amerika

Friedrich Kapp schildert, wie deutsche Fürsten Soldaten gegen finanzielle Leistungen für den Krieg in Nordamerika bereitstellten. Verträge, politische Interessen und die Erfahrungen der Truppen stehen dabei nebeneinander. Die deutsche historische Darstellung verfolgt die Verbindungen zwischen fürstlicher Macht, britischer Kriegführung und amerikanischer Unabhängigkeit und fragt nach den menschlichen Folgen eines Geschäfts mit militärischer Arbeitskraft.

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Friedrich Kapp starb 1884. Grundlage ist der gemeinfreie deutsche Originaltext aus Project Gutenberg; spätere editorische Zusätze und Abbildungen sind von dieser Rechtegrundlage nicht umfasst.

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Der Soldatenhandel deutscher Fürsten nach Amerika

Friedrich Kapp

Capítulo de préviaLieber Bamberger!Prévia

Als ich Dir vor nunmehr zehn Jahren diese Blätter zuerst übersandte, lebten wir beide gezwungen im Auslande, der Eine in Paris, der Andere in New-York. Damals war der Soldatenhandel ein noch ungesühntes Verbrechen an unsrer nationalen Ehre und darum lastete er auf jedem politisch zurechnungsfähigen Deutschen wie eine persönliche Schmach.

Seitdem ist der Einheitsgedanke, von welchem in unsrer Jugend verhältnißmäßig nur wenige Tausend Köpfe erfüllt waren, durch Millionen von Armen verwirklicht, seitdem ist er mit anderen Worten aus der Theorie zur Praxis unsrer Politik geworden und hat bei Düppel und Königgrätz, bei Sedan und Paris solche überwältigende Beweise für seine Berechtigung geliefert, daß er unser Staatsleben auf neuer nationaler Grundlage wieder aufbauen konnte.

Heute leben wir Beide wieder im Vaterlande und kämpfen im Reichstage, in Reih' und Glied mit vielen alten und neuen Freunden, für die freiheitliche Entwicklung, die Größe und Ehre unsers endlich nach Außen hin geeinigten Volkes.

Der Soldatenhandel ist jetzt eine glücklich überwundene Vergangenheit, über welche wir uns nicht mehr zu grämen brauchen.

Aber ist auch die Erinnerung daran so ganz überflüssig geworden, hat das schmutzige Geschäft gar keine Beziehungen mehr zur Gegenwart?

Das scheint mir eine Frage, welche sich wohl der Beantwortung lohnt.

Allerdings ist seit 1866 „der ganz unhistorische, gott- und rechtlose Souverainitätsschwindel deutscher Fürsten“ in seinen schlimmsten Auswüchsen beschnitten; allerdings können uns die Kleinstaaten, seit ihnen die unbeschränkte Souverainität entwunden, nicht mehr vor uns selbst erniedrigen, noch uns dem Spott und Hohn des Auslandes preisgeben; vor Allem aber tritt den Leidenschaften und den Gelüsten der Kleinen ein fester und großer Staatsgedanke entgegen. Allein das dürfen wir uns nicht verhehlen: der unpolitische Sondergeist ist seit Jahrhunderten zu tief, zu mächtig in das deutsche Volk eingedrungen und hat in dessen Seele eine gewisse zähe Anhänglichkeit an die engeren Stammeseigenthümlichkeiten, einen theils eigennützigen, theils sogar uneigennützigen Partikularismus erzeugt, der von den bewußter und planvoller handelnden dynastischen Intriguanten noch heute höchst erfolgreich ausgebeutet wird. Nur auf Grund dieser Denkweise eines großen Theils unsers Volkes wird der fürstliche Widerstand gegen den einheitlichen Staat, welcher — wenn ich anders unsre geschichtliche Vergangenheit recht verstehe — das letzte Ziel unsrer politischen Entwicklung ist, zu einer positiven politischen Macht, mit welcher wir wohl oder übel rechnen müssen.

Vorläufig freilich ist ein leidlicher modus vivendi hergestellt; aber es bedarf keiner großen Sehergabe, um zu erkennen, daß er nur so lange andauern wird, als ihm nicht mächtige Anstöße von Außen oder Innen zu Hülfe kommen. Nicht wir, die Reichstreuen, werden die Feindseligkeiten beginnen. Die Kleinstaaterei wird und muß, vermöge ihrer zentrifugalen Naturanlage, mit der konsequenten Fortentwicklung der Reichspolitik zusammenstoßen; sie wird den ersten günstigen Augenblick benutzen und den ersten besten Vorwand ergreifen, um, wenn auch unter sich nicht einig, desto einiger im Widerstreben gegen die nationale Einheit, die verlorene Souveränität möglichst wieder zu gewinnen. Das ist die einfache Schlußfolgerung aus der Prämisse des höchst unvollkommnen Bundesstaates. Im Gegensatz zu anderen Bundesstaaten, welche ähnliche Uebergänge zu bestehen hatten, ist glücklicher Weise bei uns die Zentralgewalt unter Preußens Führung stärker als alle Glieder zusammengenommen, so daß der Ausgang des Konfliktes, wenn die leitende Vormacht ihrer Aufgabe nicht untreu wird, keinen Augenblick zweifelhaft sein kann. Er wird mit dem Siege der Staatsidee, der korrekten Durchführung des einheitlichen Staates enden.

Möglich, daß die feindlichen Gegensätze noch lange schlummern, und daß wir ihren Zusammenstoß nicht mehr erleben werden; aber erspart wird Deutschland dieser Kampf nicht bleiben. Die Kleinstaaterei ist unvereinbar mit der fortschreitenden Entwicklung, mit der Ehre und Größe unsers Volkes; ja selbst einzelne ehrenwerthe Ausnahmen bestätigen nur die Regel. Ihr eigentlicher Charakter, den sie im Soldatenhandel mit so erschreckender Offenheit, wenn ich so sagen darf, in puris naturalibus hervorkehrt, ist bis auf den heutigen Tag unveränderlich derselbe geblieben; höchstens sind die Fragen, in denen er sich äußert, andere geworden. Möge unser Volk darum nicht vergessen, daß mit diesen geborenen Widersachern des nationalen Staates nicht paziszirt werden kann und nicht paziszirt werden darf.

Capítulo de préviaAus dem Vorwort zur ersten Auflage.Prévia

The whole is a mere mercenary bargain, for the hire of troops on one side and the sale of human blood on the other; and the devoted wretches thus purchased for slaughter, are mere mercenaries in the worst sense of the word.

Lord Camden, in dem Hause der Lords, Sitzung vom 5. März 1776.

Was ich in den folgenden Blättern erzählen will, ist ein trauriges Stück deutscher Geschichte, ein beschämendes und empörendes Bild unserer öffentlichen Zustände gegen Ende des vorigen Jahrhunderts. Allein so demüthigend es für unser Nationalgefühl auch sein mag, die umständliche Beschreibung der nackten und baar bezahlten Schande zu lesen, welche von dem Namen deutscher Fürsten auf den des deutschen Vaterlandes zurückfällt, so muß dieses Kapitel doch geschrieben werden; denn es ist keine bloße Vergangenheit, die wir glücklich überwunden hätten, sondern handgreifliche Gegenwart, deren Leiden und Schmerzen heute noch ungeheilt sind. Das Verbrechen, dessen Erzählung ich mir vorgenommen habe, ist noch nicht gesühnt; ja es wird noch täglich, wenn auch in zivilisirteren, minder verletzenden Formen überall da begangen, wo das Volk, ohne um seinen Willen gefragt zu werden, für fremde, nicht selten antinationale Zwecke geopfert wird. Die Ursachen, die es erzeugt haben, sind noch heute in derselben zersetzenden Kraft vorhanden; sie wurzeln in unsrer nationalen Zersplitterung, in der deutschen Kleinstaaterei. Trotzdem, daß wir gegenwärtig kaum noch drei Dutzend Souveraine haben, ist sie, wenn nicht noch unerträglicher, doch ebenso unerträglich und hinderlich für unser nationales Gedeihen, als vor nunmehr fast hundert Jahren, wo wir der Landesväter mehr als dreißig Dutzend zählten. Die Fortschritte auf allen übrigen Gebieten des Lebens, die Verwendung des Dampfes und der Elektrizität, die kolossale Verringerung von Raum und Zeit, die revolutionirenden Entdeckungen und Erfindungen in Kunst und Wissenschaft, sie alle haben das Uebel nur noch akuter gemacht, schroffer zum Bewußtsein gebracht und in grellern Widerspruch zu unsrer übrigen Existenz gesetzt. Was im vorigen Jahrhundert noch ein respektabler Mittelstaat war, der unter Umständen sogar nationale Bildungszwecke fördern konnte, ist heut zu Tage eine Anomalie, ein Gemeinschaden.

Die Großväter feilschten zur Aufrechterhaltung ihrer Scheinexistenz sogar noch um die zerschossenen Knochen ihrer Landeskinder und ließen sich ihre Leichen — 51 Thlr. 15 Sgr per Stück! — von England baar bezahlen. Die Söhne, die legitimen Herren von Gottes Gnaden, eilten, um sich nur noch eine Spanne süßen Daseins zu erkaufen, unter die schützenden Fittige des korsikanischen Advokatensohnes, des bürgerlichen Emporkömmlings, und stifteten unter seiner hohen Protektion den Rheinbund, wofür sie ihm ebenfalls ihre Landeskinder zu Hunderttausenden auf die von Spanien bis Rußland reichende Schlachtbank liefern mußten. Das Geschäft war ganz dasselbe, nur lautete der Kaufpreis anders und wurde dies Mal von Frankreich in deutschen Länderfetzen und Titeln, statt von England in baarem Gelde bezahlt. Der Kleinhandel des Jahres 1776 wurde eine Generation später Großhandel: das ist der ganze Unterschied. Und die Enkel? Sie sitzen noch auf den Thrönchen von Napoleon's Gnaden. Wenn sich nur ein Gewitter am politischen Himmel zeigt, so suchen sie natürlich Schutz beim Czaaren, bei Louis Napoleon, beim Kaiser von Oesterreich, oder beim Meistbietenden, wie es gerade das Interesse ihrer Person oder Dynastie erheischt. Die deutschen Fürsten also sind und müssen wegen ihrer Ausnahmestellung sein, was sie waren; sie können nicht anders, selbst wenn sie wollten. Was vor hundert Jahren von ihnen galt, gilt daher noch heute von ihnen.

Das deutsche Volk dagegen strebt mit unwiderstehlicher Macht aus den feudalen Zuständen heraus. Seit der Reformation seinem Wesen und Beruf als Großmacht entfremdet, seit dem westfälischen Frieden durch die von diesem anerkannte Souverainität der früheren Reichsvasallen in sich uneins und schwach, darum zum Schleppenträger fremder ausländischer Interessen herabgesunken, in der französischen Revolution bei der ersten Berührung mit einem starken Feind haltlos in sich zusammenbrechend, beginnt Deutschland erst in neuester Zeit, sich aus seiner Zersplitterung und seinem trostlosen politischen Verfall allmälich wieder zu Wohlstand und nationaler Selbständigkeit emporzuarbeiten; es fängt an, einzusehen, daß es in sich einig und frei sein muß, wenn es in der europäischen Völkerfamilie die seiner Größe und Bildung würdige Stellung wieder einnehmen will.

Sumário

Nesta edição

  1. 01Full text
  2. 02Lieber Bamberger!
  3. 03Aus dem Vorwort zur ersten Auflage.
  4. 04Vorwort zur zweiten Auflage.
  5. 05Erstes Kapitel.
  6. 06Zweites Kapitel.
  7. 07Drittes Kapitel.
  8. 08Viertes Kapitel.
  9. 09Fünftes Kapitel.
  10. 10Sechstes Kapitel.
  11. 11Siebentes Kapitel.
  12. 12Achtes Kapitel.
  13. 13Neuntes Kapitel.
  14. 14Zehntes Kapitel.
  15. 15Elftes Kapitel.
  16. 16Zwölftes Kapitel.
  17. 17Anhang.
  18. 18I.
  19. 19II.
  20. 20III.
  21. 21IV.
  22. 22V.
  23. 23VI.
  24. 24VII.
  25. 25VIII.
  26. 26IX.
  27. 27X.
  28. 28XI.
  29. 29XII.
  30. 30XIII.
  31. 31XIV.
  32. 32XV.
  33. 33XVI.
  34. 34XVII.
  35. 35XVIII.
  36. 36XIX.
  37. 37XX.
  38. 38XXI.
  39. 39XXII.
  40. 40XXIII.

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