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Literatura
Die Nibelungen
Edição BooksWhale em alemão por Friedrich Hebbel
Hebbels dramatische Bearbeitung des Nibelungenstoffs mit Siegfried, Kriemhild, Hagen, Rache und Untergang.
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Introdução do livro
Die Nibelungen
Die Nibelungen bringt den mittelalterlichen Sagenstoff als dramatische Trilogie auf die Bühne. Hebbel gestaltet Siegfrieds Tod, Kriemhilds Rache, Hagens Härte und den Untergang einer höfischen Welt als monumentalen Konflikt von Treue, Macht und Schuld.
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Friedrich Hebbel starb 1863, und Die Nibelungen wurde 1862 veröffentlicht; diese Daten stützen die Gemeinfreiheit des deutschen Originaltexts.
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Capítulo de préviaPart 1Ler prévia
Die Nibelungen
Friedrich Hebbel
Meiner Frau, Christine Henriette, geb. Engehausen
Ich war an einem schönen Maientag, Ein halber Knabe noch, in einem Garten Und fand auf einem Tisch ein altes Buch. Ich schlug es auf, und wie der Höllenzwang, Der, einmal angefangen, wär es auch Von einem Kindermund, nach Teufelsrecht, Trotz Furcht und Graun, geendigt werden muß, So hielt dies Buch mich fest. Ich nahm es weg Und schlich mich in die heimlichste der Lauben Und las das Lied von Siegfried und Kriemhild. Mir war, als säß ich selbst am Zauberborn, Von dem es spricht: die grauen Nixen gossen Mir alle ird'schen Schauer durch das Herz, Indes die jungen Vögel über mir Sich lebenstrunken in den Zweigen wiegten Und sangen von der Herrlichkeit der Welt. Erst spät am Abend trug ich starr und stumm Das Buch zurück, und viele Jahre flohn An mir vorüber, eh ich's wieder sah. Doch unvergeßlich blieben die Gestalten Mir eingeprägt, und unauslöschlich war Der stille Wunsch, sie einmal nachzubilden, Und wär's auch nur in Wasser oder Sand. Auch griff ich oft mit halb beherztem Finger, Wenn etwas andres mir gelungen schien, Nach meinem Stift, doch nimmer fing ich an. Da trat ich einmal in den Musentempel, Wo sich die bleichen Dichterschatten röten, Wie des Odysseus Schar, von fremdem Blut. Ein Flüstern ging durchs Haus, und heil'ges Schweigen Entstand sogleich, wie sich der Vorhang hob, Denn Du erschienst als Rächerin Kriemhild. Es war kein Sohn Apolls, der Dir die Worte Geliehen hatte, dennoch trafen sie, Als wären's Pfeile aus dem goldnen Köcher, Der hell erklang, als Typhon blutend fiel. Ein lauter Jubel scholl durch alle Räume, Wie Du, die fürchterlichste Qual im Herzen Und grause Schwüre auf den blassen Lippen, Dich schmücktest für die zweite Hochzeitsnacht; Das letzte Eis zerschmolz in jeder Seele Und schoß als glühnde Träne durch die Augen, Ich aber schwieg und danke Dir erst heut. Denn diesen Abend ward mein Jugendtraum Lebendig, alle Nibelungen traten An mich heran, als wär ihr Grab gesprengt, Und Hagen Tronje sprach das erste Wort. Drum nimm es hin, das Bild, das Du beseelt, Denn Dir gehört's, und wenn es dauern kann, So sei's allein zu Deinem Ruhm und lege Ein Zeugnis ab von Dir und Deiner Kunst!
Der gehörnte Siegfried
Erste Abteilung Vorspiel in einem Akt Personen: König Gunther Hagen Tronje Dankwart , dessen Bruder Volker , der Spielmann Giselher
und
Gerenot , Brüder des Königs Rumolt , der Küchenmeister Siegfried Ute , die Witwe König Dankrats Kriemhild , ihre Tochter Recken , Volk
Erste Abteilung Vorspiel in einem Akt Personen: König Gunther Hagen Tronje Dankwart , dessen Bruder Volker , der Spielmann Giselher
und
Gerenot , Brüder des Königs Rumolt , der Küchenmeister Siegfried Ute , die Witwe König Dankrats Kriemhild , ihre Tochter Recken , Volk
Erste Szene
Burgund, Worms am Rhein. König Gunthers Burg. Große Halle. Früher Morgen. Gunther, Giselher, Gerenot, Dankwart, der Spielmann Volker und andere Recken sind versammelt. Hagen von Tronje tritt ein. Hagen . Nun, keine Jagd? Gunther . Es ist ja heil'ger Tag! Hagen . Daß den Kaplan der Satan selber hole, Von dem er schwatzt. Gunther . Ei, Hagen, mäß'ge dich. Hagen . Was gibt's denn heut? Geboren ist er längst! Das war – laßt sehn! – Ja, ja, zur Zeit der Flocken! Sein Fest verdarb uns eine Bärenhatz. Giselher . Wen meint der Ohm? Hagen . Gekreuzigt ist er auch, Gestorben und begraben. – Oder nicht? Gerenot . Er spricht vom Heiland. Hagen . Ist's denn noch nicht aus? – Wer hält mit mir? Ich eß kein Fleisch zur Nacht, Das nicht bis Mittag in der Haut noch steckt, Auch trink ich keinen Wein, als aus dem Horn, Das ich dem Auerstier erst nehmen muß! Gunther . So wirst du Fische kauen müssen, Freund, Am Ostermorgen gehn wir nicht zur Jagd. Hagen . Was tun wir denn? Wo ist der heil'ge Mann? Was ist erlaubt? Ich hör die Vögel pfeifen, Da darf der Mensch sich doch wohl fiedeln lassen?
Capítulo de préviaPart 2Prévia
(tritt ans Fenster) . Das ist der Held aus Niederland. Gunther . Du kennst ihn? Hagen . Schau nur hin! Wer zöge wohl So trotzig bei uns ein, wenn er's nicht wäre, Und hätte doch nur zwölfe im Gefolg! Gunther
(tritt gleichfalls ans Fenster) . Ich glaub es selbst! Doch sprich, was führt ihn her? Hagen . Ich weiß nicht, was ihn reizt! Er kommt wohl nicht, Um sich vor dir zu bücken, und er hat Zu Haus doch alles, was man wünschen kann. Giselher . Ein edler Degen! Gunther . Wie empfängt man ihn? Hagen . Du dankst ihm, rat ich, wie er dich begrüßt. Giselher . Ich gehe ihm entgegen! Gerenot . So auch ich! Hagen . Wer's tut, der wird sich nicht erniedrigen! Denn, daß er's euch nicht selbst zu melden braucht: Er steckt nicht bloß in seiner Haut von Horn Und hat die Balmung-Klinge an der Seite, Er ist auch Herr des Nibelungenhorts Und trägt die Nebelkappe Alberichs, Und alles das, ich muß es redlich sagen, Durch seine Kraft und nichts durch Hinterlist, Drum geh ich mit. Gunther . Wir kommen schon zu spät. Zweite Szene Siegfried
(tritt mit seinen zwölf Recken ein) . Ich grüß dich, König Gunther von Burgund! – Du staunst, daß du den Siegfried bei dir siehst? Er kommt, mit dir zu kämpfen um dein Reich! Gunther . Hier kämpft man nicht um das, was man schon hat! Siegfried . Um das denn, was dran fehlt! Ich hab ein Reich, So groß, wie deins, und wenn du mich besiegst, So bist du Herr darin. Was willst du mehr? Du greifst noch nicht zu deinem Schwert? Ich hörte Ja doch, daß hier die Tapfersten der Recken Versammelt seien, kühn genug, mit Thor Zu kämpfen um den Donner, wenn sie ihn In irgendeinem Eichenhaine träfen, Und stolz genug, die Beute zu verschmähn. Ist das nicht wahr? Wie? Oder zweifelst du An meinem Pfande, glaubst du, daß ich's dir Nicht geben kann, weil noch mein Vater lebt? Herr Sigmund steigt von seinem Thron herunter, Sobald ich wiederkehre, und er wünscht Sich sehnlich diesen Augenblick herbei, Denn selbst der Zepter wird dem Greis zu schwer. Und jeden Helden, der dir dienen mag, Wäg ich dir auf mit dreien, jedes Dorf Mit einer Stadt, und für ein Stück vom Rhein Biet ich den ganzen dir! So komm und zieh! Dankwart . Wer spricht mit einem König so? Siegfried . Ein König! Spricht doch ein Degen so mit einem Degen! Wer kann und mag besitzen, wenn er nicht Bewiesen hat, daß er mit Recht besitzt? Und wer erstickt das Murren um sich her, Bevor er den Gewaltigsten, der lebt, Zu Boden warf, und ihn mit Füßen trat? Bist du das nicht? So sag mir, wen du fürchtest, Und gleich zur Stunde zieh ich wieder ab Und fordre den, statt deiner, vor mein Schwert! Du nennst ihn nicht und greifst auch nicht zur Wehr? Ich brenne, mich zu messen mit dem Recken, Der mir mein Gut verdoppelt oder nimmt – Wär dies Gefühl dir fremd? Das glaub ich nicht, Wenn ich auch nur auf deine Diener blicke: So stolze Männer würden dir nicht folgen, Empfändest du nicht ganz so, wie ich selbst. Dankwart . Du bist gewiß aufs Kämpfen so versessen, Seit du des Lindwurms Schuppenpanzer trägst? Nicht jedermann betrog den Tod, wie du, Er findet eine offne Tür bei uns. Siegfried . Wohl auch bei mir! Hab Dank, du alte Linde, Daß du ein Blatt auf mich herunterwarfst, Als ich mich badete im Blut des Drachen, Hab Dank, o Wind, daß du sie schütteltest! Nun hab ich doch die Antwort für den Spötter, Der seine Feigheit hinter Hohn versteckt. Hagen . Herr Siegfried, Hagen Tronje nennt man mich, Und dieser ist mein Bruder! Volker
(macht einen Geigenstrich) . Siegfried . Hagen Tronje, Ich grüße dich! Doch wenn dich das verdreußt, Was ich hier sprach, so brauchst du's nur zu sagen, Ich setze gern den Königssohn beiseite Und stehe dir, als wärst du Gunther selbst. Gunther . Kein Wort mehr, Hagen, eh dein König sprach. Siegfried . Und wenn du fürchtest, daß dein gutes Schwert An meiner harten Haut zerspringen könnte, So biete ich's dir anders, komm herab Mit in den Hof, dort liegt ein Felsenblock, Der ganz so schwer für mich ist, wie für dich: Wir werfen und erproben so die Kraft. Gunther . Du bist willkommen, Held aus Niederland, Und was dir hier gefällt, du magst dir's nehmen, Nur trink mit uns, eh du's von dannen trägst. Siegfried . Sprichst du so mild mit mir? Da könnt ich bitten: Schick mich sogleich zurück zu meinem Vater, Er ist der einz'ge, der mich zücht'gen darf. Doch, laß mich's, wie die kleinen Kinder machen, Die auch nicht gleich von ihrer Unart lassen: Kommt, werft mit mir, so trinke ich mit Euch! Gunther . So sei's, Herr Siegfried. Siegfried
Capítulo de préviaPart 3Prévia
(Sie schaut aus dem Fenster.) Kriemhild . Er wirbt wohl nicht, so brauch ich's nicht zu tun: Ute
(lacht) . Ei, so weit spring ich noch, so alt ich bin. Kriemhild . Was gibt's da drunten, Mutter, daß du lachst? Ute . Sie werfen in die Wette, wie es scheint, Und Giselher, dein Bruder, warf zuerst. Nun, nun, er ist der Jüngste. Aber schau; Jetzt kommt der fremde Recke. Ach, mein Sohn, Wo wirst du bleiben? Sieh, nun tritt er an, Nun holt er aus, nun – Ha, der Stein wird fliegen, Als würde er zum Vogel – Komm doch her Und stell dich hinter mich, du siehst es nicht Zum zweitenmal, es gilt das Äußerste, Er will's mit einem Wurf zu Ende bringen! Jetzt – Hab ich Augen oder hab ich keine? Nicht weiter? Kriemhild
(nähert sich) . Hast du ihn zu früh gelobt? Ute . Das ist ja nur ein Schuh! Kriemhild
(tritt hinter Ute) . Noch immer mehr, Als wär es nur ein Zoll. Ute . Um einen Schuh Dies Kind zu überwerfen – Kriemhild . Ist nicht viel! Besonders, wenn man sich dabei noch spreizt. Ute . Und wie er keucht! Kriemhild . Für einen solchen Riesen Possierlich g'nug! Wär ich's, verdient ich Mitleid, Denn für ein Mädchen wär es schon ein Stück. Ute . Nun macht sich unser Gerenot ans Werk. Es steht ihm gut, nicht wahr? Er hat von allen Die meiste Ähnlichkeit mit seinem Vater, Nur mutig zu, mein Sohn! – Das ist ein Wurf! Kriemhild . Der Bär sogar ist überrascht, er hat Sich's nicht erwartet und wird plötzlich flink. Ute . Zieh du auf Abenteuer, wann du willst! – Doch Giselher bleibt hier. Kriemhild . Wie geht's denn fort? – Nein, mache mir nicht Platz, ich seh's schon so. Ute . Jetzt kommt der Recke wieder! Doch er strengt Sich nicht mehr an, er scheint sich im voraus Des Sieges zu begeben. Wie man sich Doch irren kann! – Was tut er aber da? Er dreht sich um – er kehrt dem Ziel den Rücken, Anstatt der Augen zu – er wirft den Stein Hoch über Kopf und Achsel weg – Ja wohl, Man kann sich irren! Gerenot ist auch Besiegt, wie Giselher. Kriemhild . Es macht zwar wieder Nur einen Schuh! Doch diesmal keucht er nicht. Ute . Es sind doch gute Kinder, die ich habe. Treuherzig reicht ihm Gerenot die Hand, Ein andrer würde nach der Klinge greifen, Denn solch ein Übermut ist gar nicht fein. Kriemhild . Man sieht's ja wohl, daß er's nicht übel meint. Ute . Herr Volker legt die Geige still beiseite, Die er so höhnisch strich! Kriemhild . Der eine Schuh Stört ihn in seiner Lust. Die Reihe wäre Am Marschall jetzt, wenn's langsam, wie bei Treppen, Hinauf gehn soll, doch König Gunther drängt Herrn Dankwart ungestüm zurück, er will Sich selbst versuchen. Ute . Und er tut's mit Glück. Zweimal so weit, als Gerenot. Kriemhild . Und dennoch Nicht weit genug. Du siehst, der Recke folgte Sogleich, und wieder fehlt der eine Schuh. Ute . Der König lacht. Ei nun, so lach ich auch! – Ich sah's ja längst, daß dies der Falke ist, An dem dein Traum sich nicht erfüllen kann; Doch hat er jetzt die volle Kraft gebraucht. Kriemhild . Nun tritt der Tronjer an. Ute . Dem schwärt's im Herzen, So fröhlich er auch tut! – Er packt den Stein, Als wollt er ihn zermalmen. Wie der fliegt! Bis an die Wand! Nun, weiter kann er nicht. Das ist ein Wurf, den keiner übertrifft, Selbst für den einen Schuh ist nicht mehr Platz. Kriemhild . Der Recke holt sich doch den Stein noch wieder. Ute . Wozu nur? – Großer Gott, was gibt es jetzt? Bricht über unserm Haupt die Burg zusammen? Das dröhnt! Kriemhild . Bis in den Turm hinauf. Die Dohlen Und Fledermäuse fahren aus den Nestern – Ute . Sie fliegen blind ins Licht hinein! Kriemhild . Die Wand Hat einen Riß. Ute . Unmöglich. Kriemhild . Warte nur, Bis sich der Staub verzieht. Groß, wie ein Fenster! Da ging der Wurf hindurch. Ute . Jetzt seh ich's auch. Kriemhild . Der Stein flog in den Rhein. Ute . Wer sollt es glauben! Und doch ist's wahr, das Wasser selbst bezeugt's, Es spritzt ja himmelhoch empor. Kriemhild . Das ist Noch etwas über einen Schuh. Ute . Dafür Wischt er sich endlich auch einmal die Stirn. Gott Lob! Sonst käm der Tronjer um vor Wut! Kriemhild . Nun ist es aus. Sie schütteln sich die Hände; Dankwart und Volker kamen um ihr Recht. Ute . Komm, wir vergessen, es ist Messezeit. (Beide ab.)
Sumário
Nesta edição
- 01Part 1
- 02Part 2
- 03Part 3
- 04Part 4
- 05Part 5
- 06Part 6
- 07Part 7
- 08Part 8
- 09Part 9
- 10Part 10
- 11Part 11
- 12Part 12
- 13Part 13
- 14Part 14
- 15Part 15
- 16Part 16
- 17Part 17
- 18Part 18
- 19Part 19
- 20Part 20
- 21Part 21
- 22Part 22
- 23Part 23
- 24Part 24
- 25Part 25
- 26Part 26
- 27Part 27
- 28Part 28
- 29Part 29
- 30Part 30
- 31Part 31
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