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Filosofia
Die Philosophie der Freiheit
Edição BooksWhale em alemão por Rudolf Steiner
Ein deutsches philosophisches Werk über Freiheit, Erkenntnis, ethischen Individualismus, Bewusstsein und menschliches Handeln.
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Introdução do livro
Die Philosophie der Freiheit
Die Philosophie der Freiheit entwickelt Rudolf Steiners Gedanken zu Erkenntnis, Denken, moralischer Intuition und freiem Handeln. Diese deutsche Originalausgabe ist für Leser von Philosophie, Anthroposophie, Bewusstseinslehre, Ethik und klassischer Geistesgeschichte besonders geeignet.
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Rudolf Steiner starb 1925, und Die Philosophie der Freiheit erschien erstmals 1894. Diese Daten stützen die Gemeinfreiheit dieser deutschen Originalausgabe.
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Die Philosophie der Freiheit
Rudolf Steiner
Capítulo de préviaWISSENSCHAFT DER FREIHEIT.Prévia
WISSENSCHAFT DER FREIHEIT.
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DIE ZIELE ALLES WISSENS.
Ich glaube einen Grundzug unseres Zeitalters richtig zu treffen, wenn ich sage: der Kultus des menschlichen Individuums strebt gegenwärtig dahin, Mittelpunkt aller Lebensinteressen zu werden. Mit Energie wird die Überwindung jeder wie immer gearteten Autorität erstrebt. Was gelten soll, muß seinen Ursprung in den Wurzeln der Individualität haben. Abgewiesen wird alles, was die volle Entfaltung der Kräfte des Einzelnen hemmt. "Ein jeglicher muß seinen Helden wählen, dem er die Wege zum Olymp hinauf sich nacharbeitet," gilt nicht mehr für uns. Wir lassen uns keine Ideale aufdrängen; wir sind überzeugt, daß in jedem von uns etwas lebt, das edel ist und wert, zur Entwicklung zu kommen, wenn wir nur tief genug, bis in den Grund unseres Wesens, hinabzusteigen vermögen. Wir glauben nicht mehr daran, daß es einen Normalmenschen giebt, zu dem alle hinstreben sollen. Unsere Anschauung von der Vollkommenheit des Ganzen ist die, daß es auf der besonderen Vollkommenheit jedes einzelnen Individuums beruht. Nicht das, was jeder andere auch kann, wollen wir hervorbringen, sondern, was nach der Eigentümlichkeit unseres Wesens nur uns möglich ist, soll als unser Scherflein der Weltentwicklung einverleibt werden. Niemals wollten die Künstler weniger wissen von Normen und Regeln der Kunst als heute. Jeder behauptet ein Recht zu haben, das künstlerisch zu gestalten, was ihm eigen ist. Es giebt Dramatiker, die lieber im Dialekt schreiben, als in einer von der Grammatik geforderten Normalsprache.
Keinen besseren Ausdruck kann ich finden für diese Erscheinungen als den: sie gehen hervor aus dem bis aufs Höchste gesteigerten Freiheitsdrang des Individuums. Wir wollen nach keiner Richtung abhängig sein; und wo Abhängigkeit sein muß, da ertragen wir sie nur, wenn sie mit einem Lebensinteresse unseres Individuums zusammenfällt.
Ein solches Zeitalter kann auch die Wahrheit nur aus der Tiefe des menschlichen Wesens schöpfen wollen. Von Schillers bekannten zwei Wegen:
"Wahrheit suchen wir beide, du außen im Leben, ich innen In dem Herzen, und so findet sie jeder gewiß.
Ist das Auge gesund, so begegnet es außen dem Schöpfer; Ist es das Herz, dann gewiß spiegelt es innen die Welt"
wird der Gegenwart vorzüglich der zweite frommen. Eine Wahrheit, die uns von außen kommt, trägt immer den Stempel der Unsicherheit an sich. Nur was einem jeden von uns in seinem eigenen Innern als Wahrheit erscheint, daran mögen wir glauben.
Nur die Wahrheit kann uns Sicherheit bringen im Entwickeln unserer individuellen Kräfte. Wer von Zweifeln gequält ist, dessen Kräfte sind gelähmt. In einer Welt, die ihm rätselhaft ist, kann er kein Ziel seines Schaffens finden.
Wir wollen nicht mehr glauben; wir wollen wissen. Der Glaube fordert Anerkennung von Wahrheiten, die wir nicht ganz durchschauen. Was wir aber nicht durchschauen, widerstrebt dem Individuellen, das alles mit seinem tiefsten Innern durchleben will. Nur das Wissen befriedigt uns, das keiner äußeren Norm sich unterwirft, sondern aus dem Innenleben der Persönlichkeit entspringt.
Wir wollen auch kein solches Wissen, das in eingefrornen Schulregeln sich ein- für allemal ausgestaltet hat, und in, für alle Zeiten gültigen Kompendien aufbewahrt ist. Wir halten uns jeder berechtigt, von seinen nächsten Erfahrungen, seinen unmittelbaren Erlebnissen auszugehen, und von da aus zur Erkenntnis des ganzen Universums aufzusteigen. Wir erstreben ein sicheres Wissen, aber jeder auf seine eigene Art.
Unsere wissenschaftlichen Lehren sollen auch nicht mehr eine solche Gestalt annehmen, als wenn ihre Anerkennung Sache eines unbedingten Zwanges wäre. Keiner von uns möchte einer wissenschaftlichen Schrift einen Titel geben, wie einst Fichte: "Sonnenklarer Bericht an das größere Publikum über das eigentliche Wesen der neuesten Philosophie. Ein Versuch, die Leser zum Verstehen zu zwingen." Heute soll niemand zum Verstehen gezwungen werden. Wen nicht ein besonderes, individuelles Bedürfnis zu einer Anschauung treibt, von dem fordern wir keine Anerkennung. Auch dem noch unreifen Menschen, dem Kinde, wollen wir gegenwärtig keine Erkenntnisse eintrichtern, sondern wir suchen seine Fähigkeiten zu entwickeln, damit es nicht mehr zum Verstehen gezwungen zu werden braucht, sondern verstehen will.
Sumário
Nesta edição
- 01Full text
- 02WISSENSCHAFT DER FREIHEIT.
- 03I.
- 04Wissenschaft keine frommen Übungen und keine Askese mehr, aber es
- 05Wissenschaft. Ein ähnliches Verhältnis herrscht in den Künsten. Der
- 06wissenschaftlichen Ausführungen stehen hier nur, weil sie zuletzt
- 07II.
- 08Wissenschaft zu thun hat, das fühlt jeder, bei dem nicht das Gegenteil
- 09III.
- 10wissenschaftlichen Forschers allerdings viel tiefer aufgefaßt wird,
- 11Wissenschaft nicht entsprechen, gliche etwa dem, der jemand gemacht
- 12IV.
- 13V.
- 14VI.
- 15VII.
- 16VIII.
- 17GIEBT ES GRENZEN DES ERKENNENS?
- 18DIE WIRKLICHKEIT DER FREIHEIT.
- 19IX.
- 20X.
- 21XI.
- 22XII.
- 23XIII.
- 24(DARWINISMUS UND SITTLICHKEIT.)
- 25XIV.
- 26XV.
- 27wissenschaftlicher Betrachtung sein. Die Rassen-, Stammes-, Volks-
- 28Wissenschaften. Nur Menschen, die allein als Exemplare der Gattung
- 29DIE LETZTEN FRAGEN.
- 30ANMERKUNGEN
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