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Literatura
Der arme Heinrich
Edición BooksWhale en alemán de Hartmann von Aue
Ein Klassiker von Hartmann von Aue über Gesellschaft, Schicksal und menschliche Entscheidungen.
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Introducción del libro
Der arme Heinrich
Der arme Heinrich verbindet Handlung, Atmosphäre und moralische Spannung; die Figuren zeigen, wie Ehre, Erinnerung und gesellschaftliche Erwartungen das Leben bestimmen.
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Capítulo de vista previaPart 1Leer vista previa
Ein ritter so geleret was,
daz er an den buochen las,
swaz er dar an geschriben vant:
der was Hartman genant,
dienstman was er zouwe.
er nam im manige schouwe
an mislichen buochen:
dar an begunde er suochen,
ob er iht des vunde,
da mitte er swaere stunde
möhte senfter machen,
und von so gewanten sachen,
daz gotes eren töhte
und da mite er sich möhte
gelieben den liuten:
nu beginnet er iu diuten
ein rede, die er geschriben vant.
dar umbe hat er sich genant,
daz er siner arbeit,
die er dar an hat geleit,
iht ane lon belibe, und swer nach sinem libe
si hoere sagen oder lese,
daz er im bittende wese
der sele heiles hin ze gote.
man giht, er si sin selbes bote
und erloese sich da mite,
swer vür des andern schulde bite.
Er las daz selbe maere,
wie ein herre waere
ze Swaben gesezzen:
an dem enwas vergezzen
deheiner der tugent
die ein ritter in siner jugent
ze vollem lobe haben sol.
man sprach do nieman also wol
in allen den landen.
er hete ze sinen handen
geburt unde richeit:
ouch was sin tugent vil breit.
swie ganz sin habe waere,
sin geburt unwandelbaere
und wol den vürsten gelich,
doch was er unnach also rich
der geburt und des guotes
so der eren und des muotes.
Sin name was gnuoc erkennelich:
er hiez der herre Heinrich
und was von Ouwe geborn.
sin herze hate versworn
valsch und alle dörperheit
und behielt ouch vaste den eit
staete unz an sin ende.
ane alle missewende
stuont sin ere und sin leben.
im was der rehte wunsch gegeben
von werltlichen eren:
die kunde er wol gemeren
mit aller hande reiner tugent.
er was ein bluome der jugent,
der werltvreude ein spiegelglas,
staeter triuwe ein adamas,
ein ganziu krone der zuht.
er was der nothaften vluht,
ein schilt siner mage,
der milte ein glichiu wage:
im enwart über noch gebrast.
er truoc den arbeitsamen last
der eren über rücke.
er was des rates brücke
und sanc vil wol von minnen.
alsus kunde er gewinnen
der werlte lop unde pris.
er was hövesch unde wis.
Do der herre Heinrich
alsus geniete sich
eren unde guotes
und vroeliches muotes
und werltlicher wünne
(er was vür al sin künne
gepriset unde geret),
sin hochmuot wart verkeret
in ein leben gar geneiget.
an im wart erzeiget,
als ouch an Absalone,
daz diu üppige krone
werltlicher süeze
vellet under vüeze
ab ir besten werdekeit,
als uns diu schrift hat geseit.
ez sprichet an einer stat da:
*mediä vita
in morte sumus*.
daz diutet sich alsus,
daz wir in dem tode sweben,
so wir aller beste waenen leben.
Dirre werlte veste,
ir staete und ir beste
und ir groeste mankraft,
diu stat ane meisterschaft.
des muge wir an der kerzen sehen
ein warez bilde geschehen,
daz si zeiner aschen wirt,
iemitten daz si lieht birt.
wir sin von broeden sachen.
nu sehet, wie unser lachen
mit weinenne erlischet.
unser süeze ist gemischet
mit bitterer gallen.
unser bluome der muoz vallen,
so er aller grüenest waenet sin.
an hern Heinriche wart wol schin:
der in dem hoehsten werde
lebet uf dirre erde,
derst der versmahte vor gote.
er viel von sinem gebote
ab siner besten werdekeit
in ein smaehlichez leit:
in ergreif diu miselsuht.
do man die swaeren gotes zuht
ersach an sinem libe,
manne unde wibe
wart er do widerzaeme.
nu sehet, wie genaeme
er e der werlte waere,
und wart nu als unmaere.
ze hewe wart sin grüenez gras,
der e der werlte venre was,
daz in niemen gerne sach:
als ouch Jobe geschach,
dem edeln und dem richen,
der ouch vil jaemerlichen
dem miste wart ze teile
iemitten in sinem heile.
Do der arme Heinrich
von erste verstuont sich,
daz er der werlte widerstuont,
Capítulo de vista previaPart 2Vista previa
Swer joch danne die lenge
mit arbeiten leben sol,
dem ist ouch niht ze wol:
wan swenne er hie geringet
und uf sin alter bringet
den lip mit micheler not,
so muoz er liden doch den tot.
ist im diu sele danne verlorn,
so waere er bezzer ungeborn.
ez ist mir komen uf daz zil,
des ich got iemer loben wil,
daz ich den jungen lip mac geben
umbe daz ewige leben.
Nu sult ir mirz niht leiden.
ich wil mir und in beiden
vil harte wol inne varn.
ich mac uns eine wol bewarn
vor schaden und vor leide,
als ich in nu bescheide.
wir han ere unde guot:
daz meinet mines herren muot,
wan er uns leit nie gesprach
und ouch daz guot nie abe gebrach.
die wile daz er leben sol,
so stat unser sache wol:
und laze wir den ersterben,
so müezen wir verderben.
den wil ich uns vristen
mit also schoenen listen,
da mite wir alle sin genesen.
nu gunnet mirs, wan ez muoz wesen.'
Diu muoter weinende sprach,
do si der tohter ernest sach:
gedenke, tohter, liebez kint,
wie groz die arbeite sint,
die ich durch dich erliten han,
und la mich bezzern lon emphan,
dan ich dich hoere sprechen.
du wilt min herze brechen.
senfte mir der rede ein teil.
ja wiltu allez din heil
an uns verwürken wider got?
wan gedenkestu an sin gebot?
ja gebot er unde bater,
daz man muoter unde vater
minne und ere biete,
und geheizet daz ze miete,
daz der sele genist werde
und lanclip uf der erde.
du gihst, du wellest din leben
durch unser beider vreude geben:
du wilt iedoch uns beiden
daz leben vaste leiden.
daz din vater unde ich
gerne leben, daz ist durch dich.
waz solde uns lip unde guot,
waz solde uns werltlicher muot,
swenne wir din enbaeren?
dun solt uns niht beswaeren.
ja soltu, liebiu tohter min,
unser beider vreude sin,
unser liebe ane leide,
unser liehtiu ougenweide
unser libes wünne,
ein bluome in dinem künne,
unsers alters ein stap.
und lazestu uns über din grap
gestan von dinen schulden,
du muost von gotes hulden
iemer sin gescheiden:
daz koufest an uns beiden.
wiltu uns, tohter, wesen guot,
so soltu rede und den muot
durch unsers herren hulde lan,
diu ich von dir vernomen han.
Si sprach: 'muoter, ich getruwe dir
und minem vater her ze mir
aller der genaden wol,
der vater unde muoter sol
leisten ir kinde,
als ich ez wol bevinde
an iu aller tegelich.
von iuwern gnaden han ich
die sele und einen schoenen lip.
mich lobet man unde wip,
alle, die mich sehende sint,
ich si daz schoeneste kint,
daz si zir lebene haben gesehen.
wem solde ich der genaden jehen
niuwan in zwein nach gote?
des sol ich ziuwerm gebote
iemer vil gerne stan:
wie michel reht ich des han!
Muoter, saeligez wip,
sit ich nu sele unde lip
von iuwern genaden han,
so latz an iuwern hulden stan,
daz ich ouch diu beide
von dem tiuvel scheide
und mich gote müeze geben.
ja ist dirre werlte leben
niuwan der sele verlust.
ouch hat mich werltlich gelust
unz her noch niht berüeret,
der hin zer helle vüeret.
nu wil ich gote gnade sagen,
daz er in minen jungen tagen
mir die sinne hat gegeben,
daz ich uf diz broede leben
ahte harte kleine.
ich wil mich alsus reine
antwürten in gotes gewalt.
ich vürhte, so!de ich werden alt,
daz mich der werlte süeze
zuhte under vüeze,
als si vil manigen hat gezogen,
den ouch ir süeze hat betrogen:
so würde ich lihte gote entsaget.
dem müezez iemer sin geklaget,
daz ich unz morgen leben sol.
mir behaget diu werlt niht so wol:
ir gemach ist michel arbeit,
ir meiste liep ein herzeleit,
ir süezer lon ein bitter not,
Capítulo de vista previaPart 3Vista previa
in des narnen ez geschehen sol:
der erkennet dienest harte wol
und lat sin ungelonet niht.
ich weiz wol, daz er selbe giht,
swer grozen dienest leiste,
des lon si ouch der meiste.
da von sol ich disen rat
han vür eine süeze not
nach sus gewissem lone.
lieze ich die himelkrone,
so hete ich alwaeren sin,
wan ich doch lihtes künnes bin.'
Nu vernam er, daz si waere
genuoc unwandelbaere,
und vuorte si wider dan
hin zuo dem siechen man
und sprach zuo ir herren:
'uns enmac niht gewerren,
iuwer maget ensi vollen guot.
nu habet vroelichen muot:
ich mache iuch schiere gesunt.'
hin vuorte er si anderstunt
in sin heimlich gemach,
da ez ir herre niht ensach,
und besloz im vor die tür
und warf einen rigel vür:
er enwolde in niht sehen lan,
wie ir ende solde ergan.
in einer kemenaten,
die er vil wol beraten
mit guoter arzenie vant,
hiez er die maget da zehant
abe ziehen diu kleit.
des was si vro und gemeit:
si zarte diu kleider in der nat.
schiere stuont si ane wat
und wart nacket unde bloz:
si enschamte sich niht eins hares groz.
Do si der meister ane sach,
in sinem herzen er des jach,
daz schoener kreatiure
al der werlte waere tiure.
so gar erbarmete si in,
daz im daz herze und der sin
vil nach was dar an verzaget.
nu ersach diu guote maget
einen hohen tisch da stan:
da hiez er si uf gan.
dar uf er si vil vaste bant
und begunde nemen in die hant
ein scharphez mezzer, daz da lac,
des er ze selhen dingen phlac.
ez was lanc unde breit,
wan daz ez so wol niene sneit,
als im waere liep gewesen.
do si niht solde genesen,
do erbarmete in ir not
und wolde ir sanfte tuon den tot.
Nu lac da bi im ein
harte guot wetzestein.
da begunde erz ane strichen
harte unmüezeclichen,
da bi wetzen. daz erhorte
der ir vreude storte,
der arme Heinrich hin vür,
da er stuont vor der tür,
und erbarmete in vil sere,
daz er si niemer mere
lebende solde gesehen.
nu begunde er suochen unde spehen,
unz daz er durch die want
ein loch gande vant,
und ersach si durch die schrunden
nacket und gebunden.
ir lip der was vil minneclich.
nu sach er si an unde sich
und gewan einen niuwen muot:
in duhte do daz niht guot,
des er e gedaht hate
und verkertevil drate
sin altez gemüete
in eine niuwe güete.
Nu er si also schoene sach,
wider sich selben er do sprach:
'du hast einen tumben gedanc,
daz du sunder sinen danc
gerst ze lebenne einen tac,
wider den nieman niht enmac.
du enweist ouch rehte, waz du tuost,
sit du benamen ersterben muost,
daz du diz lasterliche leben,
daz dir got hat gegeben,
niht vil willeclichen treist
und ouch dar zuo niene weist,
ob dich des kindes tot ernert.
swaz dir got hat beschert,
daz la allez geschehen.
ich enwil des kindes tot niht sehen.
'Des bewac er sich zehant
und begunde bozen an die want:
er hiez sich lazen dar in.
der meister sprach: 'Ich enbin
nu niht müezic dar zuo,
daz ich iu iht uf tuo.'
'nein, meister, gesprechet mich.
''herre, ja enmac ich.
beitet unz daz diz erge.
'nein, meister sprechet mich e.'
'nu saget mirz her durch die want.*
'ja enist ez niht also gewant.'
zehant liez er in dar in.
do gienc der arme Heinrich hin,
da er die maget gebunden sach.
zuo dem meister er do sprach:
'diz kint ist also wünneclich:
zeware ja enmac ich
sinen tot niht gesehen.
gotes wille müeze an mir geschehen!
wir suln si wider uf lan.
als ich mit iu gedinget han,
daz silber daz wil ich iu geben.
ir sult die maget lazen leben.'
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