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Psicología

Die Traumdeutung

Edición BooksWhale en alemán de Sigmund Freud

Ein grundlegendes Werk der Psychoanalyse über Träume, Wunsch, Symbolik und unbewusste seelische Vorgänge.

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Introducción del libro

Die Traumdeutung

Die Traumdeutung ist eines der einflussreichsten Werke Sigmund Freuds und ein Schlüsseltext der frühen Psychoanalyse. Freud untersucht Traumerzählungen, Wunschbildung, Symbolik und die Beziehung zwischen bewusstem Erleben und unbewussten Vorgängen. Diese BooksWhale-Ausgabe bietet den deutschen Originaltext zum Online-Lesen sowie als EPUB und PDF.

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Sigmund Freud starb 1939, und Die Traumdeutung erschien erstmals 1899. Diese Daten stützen die Gemeinfreiheit dieser deutschen Originalausgabe, sofern der verwendete Quelltext gemeinfrei ist.

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Die Traumdeutung

Sigmund Freud

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Vorbemerkung.

Indem ich hier die Darstellung der Traumdeutung versuche, glaube ich den Umkreis neuropathologischer Interessen nicht überschritten zu haben. Denn der Traum erweist sich bei der psychologischen Prüfung als das erste Glied in der Reihe abnormer psychischer Gebilde, von deren weiteren Gliedern die hysterische Phobie, die Zwangs- und die Wahnvorstellung den Arzt aus praktischen Gründen beschäftigen müssen. Auf eine ähnliche praktische Bedeutung kann der Traum -- wie sich zeigen wird -- Anspruch nicht erheben; um so größer ist aber sein theoretischer Wert als Paradigma, und wer sich die Entstehung der Traumbilder nicht zu erklären weiß, wird sich auch um das Verständnis der Phobien, Zwangs und Wahnideen, eventuell um deren therapeutische Beeinflussung, vergeblich bemühen.

Derselbe Zusammenhang aber, dem unser Thema seine Wichtigkeit verdankt, ist auch für die Mängel der vorliegenden Arbeit verantwortlich zu machen. Die Bruchflächen, welche man in dieser Darstellung so reichlich finden wird, entsprechen ebensovielen Kontaktstellen, an denen das Problem der Traumbildung in umfassendere Probleme der Psychopathologie eingreift, die hier nicht behandelt werden konnten, und denen, wenn Zeit und Kraft ausreichen und weiteres Material sich einstellt, spätere Bearbeitungen gewidmet werden sollen.

Eigentümlichkeiten des Materials, an dem ich die Traumdeutung erläutere, haben mir auch diese Veröffentlichung schwer gemacht. Es wird sich aus der Arbeit selbst ergeben, warum alle in der Literatur erzählten oder von Unbekannten zu sammelnden Träume für meine Zwecke unbrauchbar sein mußten; ich hatte nur die Wahl zwischen den eigenen Träumen und denen meiner in psychoanalytischer Behandlung stehenden Patienten. Die Verwendung des letzteren Materials wurde mir durch den Umstand verwehrt, daß hier die Traumvorgänge einer unerwünschten Komplikation durch die Einmengung neurotischer Charaktere unterlagen. Mit der Mitteilung meiner eigenen Träume aber erwies sich als untrennbar verbunden, daß ich von den Intimitäten meines psychischen Lebens fremden Einblicken mehr eröffnete als mir lieb sein konnte und als sonst einem Autor, der nicht Poet, sondern Naturforscher ist, zur Aufgabe fällt. Das war peinlich, aber unvermeidlich; ich habe mich also darein gefügt, um nicht auf die Beweisführung für meine psychologischen Ergebnisse überhaupt verzichten zu müssen. Natürlich habe ich doch der Versuchung nicht widerstehen können, durch Auslassungen und Ersetzungen manchen Indiskretionen die Spitze abzubrechen; so oft dies geschah, gereichte es dem Werte der von mir verwendeten Beispiele zum entschiedensten Nachteile. Ich kann nur die Erwartung aussprechen, daß die Leser dieser Arbeit sich in meine schwierige Lage versetzen werden, um Nachsicht mit mir zu üben, und ferner daß alle Personen, die sich in den mitgeteilten Träumen irgendwie betroffen finden, wenigstens dem Traumleben Gedankenfreiheit nicht werden versagen wollen.

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Vorwort zur zweiten Auflage.

Daß von diesem schwer lesbaren Buche noch vor Vollendung des ersten Jahrzehntes eine zweite Auflage notwendig geworden ist, verdanke ich nicht dem Interesse der Fachkreise, an die ich mich in den vorstehenden Sätzen gewendet hatte. Meine Kollegen von der Psychiatrie scheinen sich keine Mühe gegeben zu haben, über das anfängliche Befremden hinauszukommen, welches meine neuartige Auffassung des Traumes erwecken konnte, und die Philosophen von Beruf, die nun einmal gewöhnt sind, die Probleme des Traumlebens als Anhang zu den Bewußtseinszuständen mit einigen -- meist den nämlichen -- Sätzen abzuhandeln, haben offenbar nicht bemerkt, daß man gerade an diesem Ende allerlei hervorziehen könne, was zu einer gründlichen Umgestaltung unserer psychologischen Lehren führen muß. Das Verhalten der wissenschaftlichen Buchkritik konnte nur zur Erwartung berechtigen, daß Totgeschwiegenwerden das Schicksal dieses meines Werkes sein müsse; auch die kleine Schar von wackeren Anhängern, die meiner Führung in der ärztlichen Handhabung der Psychoanalyse folgen und nach meinem Beispiel Träume deuten, um diese Deutungen in der Behandlung von Neurotikern zu verwerten, hätte die erste Auflage des Buches nicht erschöpft. So fühle ich mich denn jenem weiteren Kreise von Gebildeten und Wißbegierigen verpflichtet, deren Teilnahme mir die Aufforderung verschafft hat, die schwierige und für so vieles grundlegende Arbeit nach neun Jahren von neuem vorzunehmen.

Ich freue mich, sagen zu können, daß ich wenig zu verändern fand. Ich habe hie und da neues Material eingeschaltet, aus meiner vermehrten Erfahrung einzelne Einsichten hinzugefügt, an einigen wenigen Punkten Umarbeitungen versucht; alles Wesentliche über den Traum und seine Deutung sowie über die daraus ableitbaren psychologischen Lehrsätze ist aber ungeändert geblieben; es hat, wenigstens subjektiv, die Probe der Zeit bestanden. Wer meine anderen Arbeiten (über Ätiologie und Mechanismus der Psychoneurosen) kennt, weiß, daß ich niemals Unfertiges für fertig ausgegeben und mich stets bemüht habe, meine Aussagen nach meinen fortschreitenden Einsichten abzuändern; auf dem Gebiete des Traumlebens durfte ich bei meinen ersten Mitteilungen stehen bleiben. In den langen Jahren meiner Arbeit an den Neurosenproblemen bin ich wiederholt ins Schwanken geraten und an manchem irre geworden; dann war es immer wieder die »Traumdeutung«, an der ich meine Sicherheit wiederfand. Meine zahlreichen wissenschaftlichen Gegner zeigen also einen sicheren Instinkt, wenn sie mir gerade auf das Gebiet der Traumforschung nicht folgen wollen.

Auch das Material dieses Buches, diese zum größten Teil durch die Ereignisse entwerteten oder überholten eigenen Träume, an denen ich die Regeln der Traumdeutung erläutert hatte, erwies bei der Revision ein Beharrungsvermögen, das sich eingreifenden Änderungen widersetzte. Für mich hat dieses Buch nämlich noch eine andere subjektive Bedeutung, die ich erst nach seiner Beendigung verstehen konnte. Es erwies sich mir als ein Stück meiner Selbstanalyse, als meine Reaktion auf den Tod meines Vaters, also auf das bedeutsamste Ereignis, den einschneidendsten Verlust im Leben eines Mannes. Nachdem ich dies erkannt hatte, fühlte ich mich unfähig, die Spuren dieser Einwirkung zu verwischen. Für den Leser mag es aber gleichgültig sein, an welchem Material er Träume würdigen und deuten lernt.

Wo ich eine unabweisbare Bemerkung nicht in den alten Zusammenhang einfügen konnte, habe ich ihre Herkunft von der zweiten Bearbeitung durch eckige Klammern angedeutet.

Berchtesgaden, im Sommer 1908.

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Vorwort zur dritten Auflage.

Während zwischen der ersten und der zweiten Auflage dieses Buches ein Zeitraum von neun Jahren verstrichen ist, hat sich das Bedürfnis nach einer dritten bereits nach wenig mehr als einem Jahre bemerkbar gemacht. Ich darf mich dieser Wandlung freuen; wenn ich aber vorhin die Vernachlässigung meines Werkes von Seite der Leser nicht als Beweis für dessen Unwert gelten lassen wollte, kann ich das nunmehr zu Tage getretene Interesse auch nicht als Beweis für seine Trefflichkeit verwerten.

Der Fortschritt wissenschaftlicher Erkenntnis hat auch die »Traumdeutung« nicht unberührt gelassen. Als ich sie 1899 niederschrieb, bestand die »Sexualtheorie« noch nicht, war die Analyse der komplizierteren Formen von Psychoneurosen noch in ihren Anfängen. Die Deutung der Träume sollte ein Hilfsmittel werden, um die psychologische Analyse der Neurosen zu ermöglichen; seither hat das vertiefte Verständnis der Neurosen auf die Auffassung des Traumes zurückgewirkt. Die Lehre von der Traumdeutung selbst hat sich nach einer Richtung weiterentwickelt, auf welche in der ersten Auflage dieses Buches nicht genug Akzent gefallen war. Durch eigene Erfahrung wie durch die Arbeiten von W. Stekel und anderen habe ich seither den Umfang und die Bedeutung der Symbolik im Traume (oder vielmehr im unbewußten Denken) richtiger würdigen gelernt. So hat sich im Laufe dieser Jahre vieles angesammelt, was Berücksichtigung verlangte. Ich habe versucht, diesen Neuerungen durch zahlreiche Einschaltungen in den Text und Anfügung von Fußnoten Rechnung zu tragen. Wenn diese Zusätze nun gelegentlich den Rahmen der Darstellung zu sprengen drohen, oder wenn es doch nicht an allen Stellen gelungen ist, den früheren Text auf das Niveau unserer heutigen Einsichten zu heben, so bitte ich für diese Mängel des Buches um Nachsicht, da sie nur Folgen und Anzeichen der nunmehr beschleunigten Entwicklung unseres Wissens sind. Ich getraue mich auch vorherzusagen, nach welchen anderen Richtungen spätere Auflagen der Traumdeutung -- falls sich ein Bedürfnis nach solchen ergeben würde -- von der vorliegenden abweichen werden. Dieselben müßten einerseits einen engeren Anschluß an den reichen Stoff der Dichtung, des Mythus, des Sprachgebrauchs und des Folklore suchen, anderseits die Beziehungen des Traumes zur Neurose und zur Geistesstörung noch eingehender, als es hier möglich war, behandeln.

Herr Otto Rank hat mir bei der Auswahl der Zusätze wertvolle Dienste geleistet und die Revision der Druckbogen allein besorgt. Ich bin ihm und vielen anderen für ihre Beiträge und Berichtigungen zu Dank verpflichtet.

Wien, im Frühjahr 1911.

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Vorwort zur vierten Auflage.

Im Vorjahre (1913) hat Dr. A. A. Brill in New York eine englische Übersetzung dieses Buches zu Stande gebracht. [The interpretation of dreams. G. Allen & Cy., London.]

Herr Dr. Otto Rank hat diesmal nicht nur die Korrekturen besorgt, sondern auch den Text um zwei selbständige Beiträge bereichert. (Anhang zu Kap. VI.)

Wien, im Juni 1914.

Inhaltsverzeichnis.

Seite

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I. Die wissenschaftliche Literatur der Traumprobleme (bis 1900) 1

a) Beziehung des Traumes zum Wachleben 5

b) Das Traummaterial. -- Das Gedächtnis im Traume 8

c) Traumreize und Traumquellen 16

d) Warum man den Traum nach dem Erwachen vergißt? 32

e) Die psychologischen Besonderheiten des Traumes 36

f) Die ethischen Gefühle im Traume 49

g) Traumtheorien und Funktion des Traumes 56

h) Beziehungen zwischen Traum und Geisteskrankheiten 66

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II. Die Methode der Traumdeutung. Die Analyse eines Traummusters 73

II. Die Methode der Traumdeutung. Die Analyse eines Traummusters 73

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III. Der Traum ist eine Wunscherfüllung 94

III. Der Traum ist eine Wunscherfüllung 94

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IV. Die Traumentstellung 103

IV. Die Traumentstellung 103

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V. Das Traummaterial und die Traumquellen 124

a) Das Rezente und das Indifferente im Traume 125

b) Das Infantile als Traumquelle 142

c) Die somatischen Traumquellen 165

d) Typische Träume 181

α) Der Verlegenheitstraum der Nacktheit 182

β) Die Träume vom Tod teurer Personen 186

γ) Der Prüfungstraum 204

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VI. Die Traumarbeit 207

a) Die Verdichtungsarbeit 208

b) Die Verschiebungsarbeit 227

c) Die Darstellungsmittel des Traumes 230

d) Die Rücksicht auf Darstellbarkeit 252

e) Die Darstellung durch Symbole. -- Weitere typische Träume 260

f) Beispiele von Darstellungen. Rechnen und Reden im Traume 292

g) Absurde Träume. Die intellektuellen Leistungen im Traume 304

h) Die Affekte im Traume 329

i) Die sekundäre Bearbeitung 349

Anhang 1. Traum und Dichtung (O. Rank) 365

Anhang 2. Traum und Mythus (O. Rank) 389

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VII. Zur Psychologie der Traumvorgänge 403

a) Das Vergessen der Träume 405

b) Die Regression 420

c) Zur Wunscherfüllung 432

d) Das Wecken durch den Traum. Die Funktion des Traumes. Der Angsttraum 446

e) Der Primär- und der Sekundärvorgang. Die Verdrängung 456

f) Das Unbewußte und das Bewußtsein. Die Realität 472

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VIII. Literaturverzeichnis:

A. Bis zum Erscheinen dieses Buches (1900) 482

B. Seit dem Erscheinen dieses Buches (bis Ende 1913) 488

I.

Die wissenschaftliche Literatur der Traumprobleme.

Auf den folgenden Blättern werde ich den Nachweis erbringen, daß es eine psychologische Technik gibt, welche gestattet, Träume zu deuten, und daß bei Anwendung dieses Verfahrens jeder Traum sich als ein sinnvolles psychisches Gebilde herausstellt, welches an angebbarer Stelle in das seelische Treiben des Wachens einzureihen ist. Ich werde ferner versuchen, die Vorgänge klarzulegen, von denen die Fremdartigkeit und Unkenntlichkeit des Traumes herrührt, und aus ihnen einen Rückschluß auf die Natur der psychischen Kräfte ziehen, aus deren Zusammen- oder Gegeneinanderwirken der Traum hervorgeht. So weit gelangt, wird meine Darstellung abbrechen, denn sie wird den Punkt erreicht haben, wo das Problem des Träumens in umfassendere Probleme einmündet, deren Lösung an anderem Material in Angriff genommen werden muß.

Eine Übersicht über die Leistungen früherer Autoren sowie über den gegenwärtigen Stand der Traumprobleme in der Wissenschaft stelle ich voran, weil ich im Verlaufe der Abhandlung nicht häufig Anlaß haben werde, darauf zurückzukommen. Das wissenschaftliche Verständnis des Traumes ist nämlich trotz mehrtausendjähriger Bemühung sehr wenig weit gediehen. Dies wird von den Autoren so allgemein zugegeben, daß es überflüssig scheint, einzelne Stimmen anzuführen. In den Schriften, deren Verzeichnis ich zum Schlusse meiner Arbeit anfüge, finden sich viele anregende Bemerkungen und reichlich interessantes Material zu unserem Thema, aber nichts oder wenig, was das Wesen des Traumes träfe oder eines seiner Rätsel endgültig löste. Noch weniger ist natürlich in das Wissen der gebildeten Laien übergegangen.

Welche Auffassung der Traum in den Urzeiten der Menschheit bei den primitiven Völkern gefunden und welchen Einfluß er auf die Bildung ihrer Anschauungen von der Welt und von der Seele genommen haben mag, das ist ein Thema von so hohem Interesse, daß ich es nur ungern von der Bearbeitung in diesem Zusammenhange ausschließe. Ich verweise auf die bekannten Werke von Sir J. Lubbock, H. Spencer, E. B. Tylor u. a. und füge nur hinzu, daß uns die Tragweite dieser Probleme und Spekulationen erst begreiflich werden kann, nachdem wir die uns vorschwebende Aufgabe der »Traumdeutung« erledigt haben.

Ein Nachklang der urzeitlichen Auffassung des Traumes liegt offenbar der Traumschätzung bei den Völkern des klassischen Altertums zu grunde. Es war bei ihnen Voraussetzung, daß die Träume mit der Welt übermenschlicher Wesen, an die sie glaubten, in Beziehung stünden und Offenbarungen von Seite der Götter und Dämonen brächten. Ferner drängte sich ihnen auf, daß die Träume eine für den Träumer bedeutsame Absicht hätten, in der Regel, ihm die Zukunft zu verkünden. Die außerordentliche Verschiedenheit in dem Inhalt und dem Eindruck der Träume machte es allerdings schwierig, eine einheitliche Auffassung derselben durchzuführen und nötigte zu mannigfachen Unterscheidungen und Gruppenbildungen der Träume, je nach ihrem Wert und ihrer Zuverlässigkeit. Bei den einzelnen Philosophen des Altertums war die Beurteilung des Traumes natürlich nicht unabhängig von der Stellung, die sie der Mantik überhaupt einzuräumen bereit waren.

In den beiden den Traum behandelnden Schriften des Aristoteles ist der Traum bereits Objekt der Psychologie geworden. Wir hören, der Traum sei nicht gottgesandt, nicht göttlicher Natur, wohl aber dämonischer, da ja die Natur dämonisch, nicht göttlich ist, d. h. der Traum entstammt keiner übernatürlichen Offenbarung, sondern folgt aus den Gesetzen des allerdings mit der Gottheit verwandten menschlichen Geistes. Der Traum wird definiert als die Seelentätigkeit des Schlafenden, insofern er schläft.

Aristoteles kennt einige der Charaktere des Traumlebens, z. B. daß der Traum kleine, während des Schlafes eintretende Reize ins Große umdeutet (»man glaubt, durch ein Feuer zu gehen und heiß zu werden, wenn nur eine ganz unbedeutende Erwärmung dieses oder jenes Gliedes stattfindet«), und zieht aus diesem Verhalten den Schluß, daß die Träume sehr wohl die ersten bei Tag nicht bemerkten Anzeichen einer beginnenden Veränderung im Körper dem Arzte verraten können.

griechische Arzt Hippokrates in einem Kapitel seines berühmten Werkes.

Die Alten vor Aristoteles hatten den Traum wie erwähnt nicht für ein Erzeugnis der träumenden Seele gehalten, sondern für eine Eingebung von göttlicher Seite, und die beiden gegensätzlichen Strömungen, die wir in der Schätzung des Traumlebens als jederzeit vorhanden auffinden werden, machten sich bereits bei ihnen geltend. Man unterschied wahrhafte und wertvolle Träume, dem Schläfer gesandt, um ihn zu warnen oder ihm die Zukunft zu verkünden, von eitlen, trügerischen und nichtigen, deren Absicht es war, ihn in die Irre zu führen oder ins Verderben zu stürzen.

Die Traumlehre der Alten. -- Artemidorus.

Gruppe (Griechische Mythologie und Religionsgeschichte, p. 390) gibt eine solche Einteilung der Träume nach Makrobius und Artemidoros wieder: »Man teilte die Träume in zwei Klassen. Die eine sollte nur durch die Gegenwart (oder Vergangenheit) beeinflußt, für die Zukunft aber bedeutungslos sein; sie umfaßte die ἐνύπνια, insomnia, die unmittelbar die gegebene Vorstellung oder ihr Gegenteil wiedergeben, z. B. den Hunger oder dessen Stillung, und die φαντάσματα, welche die gegebene Vorstellung phantastisch erweitern, wie z. B. der Alpdruck, Ephialtes. Die andere Klasse dagegen galt als bestimmend für die Zukunft; zu ihr gehören: 1. die direkte Weissagung, die man im Traume empfängt (χρηματισμός, oraculum), 2. das Voraussagen eines bevorstehenden Ereignisses (ὅραμα, visio), 3. der symbolische, der Auslegung bedürftige Traum (ὄνειρος, somnium). Diese Theorie hat sich viele Jahrhunderte hindurch erhalten.«

Mit dieser wechselnden Einschätzung der Träume stand die Aufgabe einer »Traumdeutung« im Zusammenhange. Da man von den Träumen im allgemeinen wichtige Aufschlüsse erwartete, aber nicht alle Träume unmittelbar verstand und nicht wissen konnte, ob nicht ein bestimmter unverständlicher Traum doch Bedeutsames ankündigte, war der Anstoß zu einer Bemühung gegeben, welche den unverständlichen Inhalt des Traumes durch einen einsichtlichen und dabei bedeutungsvollen ersetzen konnte. Als die größte Autorität in der Traumdeutung galt im späteren Altertum Artemidoros aus Daldis, dessen ausführliches Werk uns für die verloren gegangenen Schriften des nämlichen Inhaltes entschädigen muß.

Diepgen und in den Spezialuntersuchungen von M. Förster, Gotthard u. a. Über die Traumdeutung bei den Juden handeln Almoli, Amram, Löwinger sowie neuestens, mit Berücksichtigung des psychoanalytischen Standpunktes, Lauer. Kenntnis der arabischen Traumdeutung vermitteln Drexl, F. Schwarz und der Missionär Tfinkdji, der japanischen Miura und Iwaya, der chinesischen Secker, der indischen Negelein.

Die vorwissenschaftliche Traumauffassung der Alten stand sicherlich im vollsten Einklange mit ihrer gesamten Weltanschauung, welche als Realität in die Außenwelt zu projizieren pflegte, was nur innerhalb des Seelenlebens Realität hatte. Sie trug überdies dem Haupteindruck Rechnung, welchen das Wachleben durch die am Morgen übrigbleibende Erinnerung von dem Traume empfängt, denn in dieser Erinnerung stellt sich der Traum als etwas Fremdes, das gleichsam aus einer anderen Welt herrührt, dem übrigen psychischen Inhalt entgegen. Es wäre übrigens irrig zu meinen, daß die Lehre von der übernatürlichen Herkunft der Träume in unseren Tagen der Anhänger entbehrt; von allen pietistischen und mystischen Schriftstellern abgesehen -- die ja recht daran tun, die Reste des ehemals ausgedehnten Gebietes des Übernatürlichen besetzt zu halten, solange sie nicht durch naturwissenschaftliche Erklärung erobert sind --, trifft man doch auch auf scharfsinnige und allem Abenteuerlichen abgeneigte Männer, die ihren religiösen Glauben an die Existenz und an das Eingreifen übermenschlicher Geisteskräfte gerade auf die Unerklärbarkeit der Traumerscheinungen zu stützen versuchen (Haffner). Die Wertschätzung des Traumlebens von Seite mancher Philosophenschulen, z. B. der Schellingianer, ist ein deutlicher Nachklang der im Altertum unbestrittenen Göttlichkeit des Traumes, und auch über die divinatorische, die Zukunft verkündende Kraft des Traumes ist die Erörterung nicht abgeschlossen, weil die psychologischen Erklärungsversuche zur Bewältigung des angesammelten Materials nicht ausreichen, so unzweideutig auch die Sympathien eines jeden, der sich der wissenschaftlichen Denkungsart ergeben hat, zur Abweisung einer solchen Behauptung hinneigen mögen.

Eine Geschichte unserer wissenschaftlichen Erkenntnis der Traumprobleme zu schreiben, ist darum so schwer, weil in dieser Erkenntnis, so wertvoll sie an einzelnen Stellen geworden sein mag, ein Fortschritt längs gewisser Richtungen nicht zu bemerken ist. Es ist nicht zur Bildung eines Unterbaues von gesicherten Resultaten gekommen, auf dem dann ein nächstfolgender Forscher weitergebaut hätte, sondern jeder neue Autor faßt die nämlichen Probleme von neuem und wie vom Ursprung her wieder an. Wollte ich mich an die Zeitfolge der Autoren halten und von jedem einzelnen im Auszug berichten, welche Ansichten über die Traumprobleme er geäußert, so müßte ich darauf verzichten, ein übersichtliches Gesamtbild vom gegenwärtigen Stande der Traumerkenntnis zu entwerfen; ich habe es darum vorgezogen, die Darstellung an die Themata anstatt an die Autoren anzuknüpfen und werde bei jedem der Traumprobleme anführen, was an Material zur Lösung desselben in der Literatur niedergelegt ist.

Da es mir aber nicht gelungen ist, die gesamte, so sehr verstreute und auf anderes übergreifende Literatur des Gegenstandes zu bewältigen, so muß ich meine Leser bitten, sich zu bescheiden, wenn nur keine grundlegende Tatsache und kein bedeutsamer Gesichtspunkt in meiner Darstellung verloren gegangen ist.

Bis vor kurzem haben die meisten Autoren sich veranlaßt gesehen, Schlaf und Traum in dem nämlichen Zusammenhange abzuhandeln, in der Regel auch die Würdigung analoger Zustände, welche in die Psychopathologie reichen, und traumähnlicher Vorkommnisse (wie der Halluzinationen, Visionen usw.) anzuschließen. Dagegen zeigt sich in den jüngsten Arbeiten das Bestreben, das Thema eingeschränkt zu halten und etwa eine einzelne Frage aus dem Gebiete des Traumlebens zum Gegenstand zu nehmen. In dieser Veränderung möchte ich einen Ausdruck der Überzeugung sehen, daß in so dunklen Dingen Aufklärung und Übereinstimmung nur durch eine Reihe von Detailuntersuchungen zu erzielen sein dürften. Nichts anderes als eine solche Detailuntersuchung, und zwar speziell psychologischer Natur, kann ich hier bieten. Ich hatte wenig Anlaß, mich mit dem Problem des Schlafes zu befassen, denn dies ist ein wesentlich physiologisches Problem, wenngleich in der Charakteristik des Schlafzustandes die Veränderung der Funktionsbedingungen für den seelischen Apparat mitenthalten sein muß. Es bleibt also auch die Literatur des Schlafes hier außer Betracht.

Beziehung zum Wachleben.

Das wissenschaftliche Interesse an den Traumphänomenen an sich führt zu den folgenden, zum Teil ineinanderfließenden Fragestellungen:

a) Beziehung des Traumes zum Wachleben.

Das naive Urteil des Erwachten nimmt an, daß der Traum -- wenn er schon nicht aus einer anderen Welt stammt -- doch den Schläfer in eine andere Welt entrückt hatte. Der alte Physiologe Burdach, dem wir eine sorgfältige und feinsinnige Beschreibung der Traumphänomene verdanken, hat dieser Überzeugung in einem vielbemerkten Satze Ausdruck gegeben (p. 474): ». . . nie wiederholt sich das Leben des Tages mit seinen Anstrengungen und Genüssen, seinen Freuden und Schmerzen, vielmehr geht der Traum darauf aus, uns davon zu befreien. Selbst wenn unsere ganze Seele von einem Gegenstand erfüllt war, wenn tiefer Schmerz unser Inneres zerrissen oder eine Aufgabe unsere ganze Geisteskraft in Anspruch genommen hatte, gibt uns der Traum entweder etwas ganz Fremdartiges oder er nimmt aus der Wirklichkeit nur einzelne Elemente zu seinen Kombinationen oder er geht nur in die Tonart unserer Stimmung ein und symbolisiert die Wirklichkeit.« -- J. H. Fichte (I, 541) spricht im selben Sinne direkt von Ergänzungsträumen und nennt diese eine von den geheimen Wohltaten selbstheilender Natur des Geistes. In ähnlichem Sinne äußert sich noch L. Strümpell in der mit Recht von allen Seiten hochgehaltenen Studie über die Natur und Entstehung der Träume (p. 16): »Wer träumt, ist der Welt des wachen Bewußtseins abgekehrt« . . . (p. 17): »Im Traume geht das Gedächtnis für den geordneten Inhalt des wachen Bewußtseins und dessen normales Verhalten so gut wie ganz verloren« . . . (p. 19): »Die fast erinnerungslose Abgeschiedenheit der Seele im Traume von dem regelmäßigen Inhalt und Verlaufe des wachen Lebens« . . . .

Die überwiegende Mehrheit der Autoren hat aber für die Beziehung des Traumes zum Wachleben die entgegengesetzte Auffassung vertreten. So Haffner (p. 19): »Zunächst setzt der Traum das Wachleben fort. Unsere Träume schließen sich stets an die kurz zuvor im Bewußtsein gewesenen Vorstellungen an. Eine genaue Beobachtung wird beinahe immer einen Faden finden, in welchem der Traum an die Erlebnisse des vorhergehenden Tages anknüpfte.« Weygandt (p. 6) widerspricht direkt der oben zitierten Behauptung Burdachs, »denn es läßt sich oft, anscheinend in der überwiegenden Mehrzahl der Träume beobachten, daß dieselben uns gerade ins gewöhnliche Leben zurückführen, statt uns davon zu befreien.« Maury (p. 56) sagt in seiner knappen Formel: »Nous rêvons de ce que nous avons vu, dit, desiré ou fait«; Jessen in seiner 1855 erschienenen Psychologie (p. 530) etwas ausführlicher: »Mehr oder weniger wird der Inhalt der Träume stets bestimmt durch die individuelle Persönlichkeit, durch das Lebensalter, Geschlecht, Stand, Bildungsstufe, gewohnte Lebensweise und durch die Ereignisse und Erfahrungen des ganzen bisherigen Lebens.«

Am unzweideutigsten nimmt zu dieser Frage der Philosoph I. G. E. Maaß (Über die Leidenschaften, 1805) Stellung: »Die Erfahrung bestätigt unsere Behauptung, daß wir am häufigsten von den Dingen träumen, auf welche unsere wärmsten Leidenschaften gerichtet sind. Hieraus sieht man, daß unsere Leidenschaften auf die Erzeugung unserer Träume Einfluß haben müssen. Der Ehrgeizige träumt von den (vielleicht nur in seiner Einbildung) errungenen oder noch zu erringenden Lorbeeren, indes der Verliebte sich in seinen Träumen mit dem Gegenstand seiner süßen Hoffnungen beschäftigt, . . . Alle sinnlichen Begierden und Verabscheuungen, die im Herzen schlummern, können, wenn sie durch irgend einen Grund angeregt werden, bewirken, daß aus den mit ihnen vergesellschafteten Vorstellungen ein Traum entsteht oder daß sich diese Vorstellungen in einen bereits vorhandenen Traum einmischen.« (Mitgeteilt von Winterstein im Zbl. f. Ps.-A. . . . .)

Nicht anders dachten die Alten über die Abhängigkeit des Trauminhaltes vom Leben. Ich zitiere nach Radestock (p. 139): Als Xerxes vor seinem Zuge gegen Griechenland von diesem seinem Entschluß durch guten Rat abgelenkt, durch Träume aber immer wieder dazu angefeuert wurde, sagte schon der alte rationelle Traumdeuter der Perser, Artabanos, treffend zu ihm, daß die Traumbilder meist das enthielten, was der Mensch schon im Wachen denke.

Im Lehrgedichte des Lucretius, De rerum natura, findet sich (IV, v. 959) die Stelle:

»Et quo quisque fere studio devinctus adhaeret, aut quibus in rebus multum sumus ante morati atque in ea ratione fuit contenta magis mens, in somnis eadem plerumque videmur obire; causidici causas agere et componere leges, induperatores pugnare ac proelia obire,« etc. etc.

Cicero (De Divinatione II) sagt ganz ähnlich, wie so viel später Maury: »Maximeque reliquiae earum rerum moventur in animis et agitantur, de quibus vigilantes aut cogitavimus aut egimus.«

Der Widerspruch dieser beiden Ansichten über die Beziehung von Traumleben und Wachleben scheint in der Tat unauflösbar. Es ist darum am Platz, der Darstellung von F. W. Hildebrandt (1875) zu gedenken, welcher meint, die Eigentümlichkeiten des Traumes ließen sich überhaupt nicht anders beschreiben als durch eine »Reihe von Gegensätzen, welche scheinbar bis zu Widersprüchen sich zuspitzen« (p. 8). »Den ersten dieser Gegensätze bilden einerseits die _strenge Abgeschiedenheit oder Abgeschlossenheit_ des Traumes von dem wirklichen und wahren Leben und anderseits das stete Hinübergreifen des einen in das andere, die stete Abhängigkeit des einen von dem anderen. -- Der Traum ist etwas von der wachend erlebten Wirklichkeit durchaus Gesondertes, man möchte sagen, ein in sich selbst hermetisch abgeschlossenes Dasein, von dem wirklichen Leben getrennt durch eine unübersteigliche Kluft. Er macht uns von der Wirklichkeit los, löscht die normale Erinnerung an dieselbe in uns aus und stellt uns in eine andere Welt und in eine ganz andere Lebensgeschichte, die im Grunde nichts mit der wirklichen zu schaffen hat . . . .« Hildebrandt führt dann aus, wie mit dem Einschlafen unser ganzes Sein mit seinen Existenzformen »wie hinter einer unsichtbaren Falltür« verschwindet. Man macht dann etwa im Traume eine Seereise nach St. Helena, um dem dort gefangenen Napoleon etwas Vorzügliches in Moselweinen anzubieten. Man wird von dem Exkaiser aufs liebenswürdigste empfangen und bedauert fast, die interessante Illusion durch das Erwachen gestört zu sehen. Nun aber vergleicht man die Traumsituation mit der Wirklichkeit. Man war nie Weinhändler und hat's auch nie werden wollen. Man hat nie eine Seereise gemacht und würde St. Helena am wenigsten zum Ziele einer solchen nehmen. Gegen Napoleon hegt man durchaus keine sympathische Gesinnung, sondern einen grimmigen patriotischen Haß. Und zu alledem war der Träumer überhaupt noch nicht unter den Lebenden, als Napoleon auf der Insel starb; eine persönliche Beziehung zu ihm zu knüpfen lag außerhalb des Bereiches der Möglichkeit. So erscheint das Traumerlebnis als etwas eingeschobenes Fremdes zwischen zwei vollkommen zueinander passenden und einander fortsetzenden Lebensabschnitten.

»Und dennoch,« setzt Hildebrandt fort, »ebenso wahr und richtig ist das scheinbare Gegenteil. Ich meine, mit dieser Abgeschlossenheit und Abgeschiedenheit geht doch die innigste Beziehung und Verbindung Hand in Hand. Wir dürfen geradezu sagen: Was der Traum auch irgend biete, er nimmt das Material dazu aus der Wirklichkeit und aus dem Geistesleben, welches an dieser Wirklichkeit sich abwickelt . . . Wie wunderlich er's damit treibe, er kann doch eigentlich niemals von der realen Welt los und seine sublimsten wie possenhaften Gebilde müssen immer ihren Grundstoff entlehnen von dem, was entweder in der Sinnwelt uns vor Augen getreten ist oder in unserem wachen Gedankengange irgendwie bereits Platz gefunden hat, mit anderen Worten, von dem, was wir äußerlich oder innerlich bereits erlebt haben.«

b) Das Traummaterial. -- Das Gedächtnis im Traume.

Daß alles Material, was den Trauminhalt zusammensetzt, auf irgend eine Weise vom Erlebten abstammt, also im Traume reproduziert, erinnert wird, dies wenigstens darf uns als unbestrittene Erkenntnis gelten. Doch wäre es ein Irrtum anzunehmen, daß ein solcher Zusammenhang des Trauminhaltes mit dem Wachleben sich mühelos als augenfälliges Ergebnis der angestellten Vergleichung ergeben müsse. Derselbe muß vielmehr aufmerksam gesucht werden und weiß sich in einer ganzen Reihe von Fällen für lange Zeit zu verbergen. Der Grund hiefür liegt in einer Anzahl von Eigentümlichkeiten, welche die Erinnerungsfähigkeit im Traume zeigt, und die, obwohl allgemein bemerkt, sich doch bisher jeder Erklärung entzogen haben. Es wird der Mühe lohnen, diese Charaktere eingehend zu würdigen.

Es kommt zunächst vor, daß im Trauminhalt ein Material auftritt, welches man dann im Wachen nicht als zu seinem Wissen und Erleben gehörig anerkennt. Man erinnert wohl, daß man das Betreffende geträumt, aber erinnert nicht, daß und wann man es erlebt hat. Man bleibt dann im unklaren darüber, aus welcher Quelle der Traum geschöpft hat, und ist wohl versucht, an eine selbständig produzierende Tätigkeit des Traumes zu glauben, bis oft nach langer Zeit ein neues Erlebnis die verloren gegebene Erinnerung an das frühere Erlebnis wiederbringt und damit die Traumquelle aufdeckt. Man muß dann zugestehen, daß man im Traume etwas gewußt und erinnert hatte, was der Erinnerungsfähigkeit im Wachen entzogen war.

Traum fremde Sprachen geläufiger und reiner spreche als im Wachen.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dieser Art erzählt Delboeuf aus seiner eigenen Traumerfahrung. Er sah im Traume den Hof seines Hauses mit Schnee bedeckt und fand zwei kleine Eidechsen halb erstarrt und unter dem Schnee begraben, die er als Tierfreund aufnahm, erwärmte und in die für sie bestimmte kleine Höhle im Gemäuer zurückbrachte. Außerdem steckte er ihnen einige Blätter von einem kleinen Farnkraut zu, das auf der Mauer wuchs und das sie, wie er wußte, sehr liebten. Im Traume kannte er den Namen der Pflanze: Asplenium ruta muralis. -- Der Traum ging dann weiter, kehrte nach einer Einschaltung zu den Eidechsen zurück und zeigte Delboeuf zu seinem Erstaunen zwei neue Tierchen, die sich über die Reste der Farne hergemacht hatten. Dann wandte er den Blick aufs freie Feld, sah eine fünfte, eine sechste Eidechse den Weg zu dem Loche in der Mauer nehmen und endlich war die ganze Straße bedeckt von einer Prozession von Eidechsen, die alle in derselben Richtung wanderten.

Delboeufs Wissen umfaßte im Wachen nur wenige lateinische Pflanzennamen und schloß die Kenntnis eines Asplenium nicht ein. Zu seinem großen Erstaunen mußte er sich überzeugen, daß ein Farn dieses Namens wirklich existiert. Asplenium ruta muraria war seine richtige Bezeichnung, die der Traum ein wenig entstellt hatte. An ein zufälliges Zusammentreffen konnte man wohl nicht denken; es blieb aber für Delboeuf rätselhaft, woher er im Traume die Kenntnis des Namens Asplenium genommen hatte.

Das Traumgedächtnis. -- Hypermnesie des Traumes.

Der Traum war im Jahre 1862 vorgefallen; sechzehn Jahre später erblickt der Philosoph bei einem seiner Freunde, den er besucht, ein kleines Album mit getrockneten Blumen, wie sie als Erinnerungsgaben in manchen Gegenden der Schweiz an die Fremden verkauft werden. Eine Erinnerung steigt in ihm auf, er öffnet das Herbarium, findet in demselben das Asplenium seines Traumes und erkennt seine eigene Handschrift in dem beigefügten lateinischen Namen. Nun ließ sich der Zusammenhang herstellen. Eine Schwester dieses Freundes hatte im Jahre 1860 -- zwei Jahre vor dem Eidechsentraume -- auf der Hochzeitsreise Delboeuf sich und Delboeuf unterzog sich der Mühe, unter dem Diktat eines Botanikers zu jedem der getrockneten Pflänzchen den lateinischen Namen hinzuzuschreiben.

Die Gunst des Zufalls, welche dieses Beispiel so sehr mitteilenswert macht, gestattete Delboeuf, noch ein anderes Stück aus dem Inhalt dieses Traumes auf seine vergessene Quelle zurückzuführen. Eines Tages im Jahre 1877 fiel ihm ein alter Band einer illustrierten Zeitschrift in die Hände, in welcher er den ganzen Eidechsenzug abgebildet sah, wie er ihn 1862 geträumt hatte. Der Band trug die Jahreszahl 1861 und Delboeuf wußte sich zu erinnern, daß er von dem Erscheinen der Zeitschrift an zu ihren Abonnenten gehört hatte.

Daß der Traum über Erinnerungen verfügt, welche dem Wachen unzugänglich sind, ist eine so merkwürdige und theoretisch bedeutsame Tatsache, daß ich durch Mitteilung noch anderer »hypermnestischer« Träume die Aufmerksamkeit für sie verstärken möchte. Maury erzählt, daß ihm eine Zeitlang das Wort Mussidan bei Tag in den Sinn zu kommen pflegte. Er wußte, daß es der Name einer französischen Stadt sei, aber weiter nichts. Eines Nachts träumte ihm von einer Unterhaltung mit einer gewissen Person, die ihm sagte, sie käme aus Mussidan, und auf seine Frage, wo die Stadt liege, zur Antwort gab: Mussidan sei eine Kreisstadt im Département de la Dordogne. Erwacht, schenkte Maury der im Traume erhaltenen Auskunft keinen Glauben; das geographische Lexikon belehrte ihn aber, daß sie vollkommen richtig sei. In diesem Falle ist das Mehrwissen des Traumes bestätigt, die vergessene Quelle dieses Wissens aber nicht aufgespürt worden.

Jessen erzählt (p. 55) ein ganz ähnliches Traumvorkommnis aus älteren Zeiten: »Dahin gehört unter anderem der Traum des älteren Scaliger (Hennings l. c., p. 300), welcher ein Gedicht zum Lobe der berühmten Männer in Verona schrieb und dem ein Mann, welcher sich Brugnolus nannte, im Traume erschien und sich beklagte, daß er vergessen sei. Obgleich Scaliger sich nicht erinnerte, je etwas von ihm gehört zu haben, so machte er doch Verse auf ihn, und sein Sohn erfuhr nachher in Verona, daß ehemals ein solcher Brugnolus als Kritiker daselbst berühmt gewesen sei.«

Einen hypermnestischen Traum, welcher sich durch die besondere Eigentümlichkeit auszeichnet, daß sich in einem darauffolgenden Traum die Agnoszierung der zuerst nicht erkannten Erinnerung vollzieht, erzählt der Marquis d'Hervey de St. Denis (nach Vaschide, p. 232): »Ich träumte einmal von einer jungen Frau mit goldblondem Haar, die ich mit meiner Schwester plaudern sah, während sie ihr eine Stickereiarbeit zeigte. Im Traum kam sie mir sehr bekannt vor, ich meinte sogar, sie zu wiederholten Malen gesehen zu haben. Nach dem Erwachen habe ich dieses Gesicht noch lebhaft vor mir, kann es aber absolut nicht erkennen. Ich schlafe nun wieder ein; das Traumbild wiederholt sich. In diesem neuen Traum spreche ich nun die blonde Dame an und frage sie, ob ich nicht schon das Vergnügen gehabt, sie irgendwo zu treffen. Gewiß, antwortet die Dame, erinnern Sie sich nur an das Seebad von Pornic. Sofort wache ich wieder auf und weiß mich nun mit aller Sicherheit an die Einzelheiten zu besinnen, mit denen dieses anmutige Traumgesicht verknüpft war.«

Derselbe Autor (bei Vaschide, p. 233) berichtet:

Ein ihm bekannter Musiker hörte einmal im Traum eine Melodie, die ihm völlig neu erschien. Erst mehrere Jahre später fand er dieselbe in einer alten Sammlung von Musikstücken aufgezeichnet, die vorher in der Hand gehabt zu haben er sich noch immer nicht erinnert.

An einer mir leider nicht zugänglichen Stelle (Proceedings of the Society for psychical research) soll Myers eine ganze Sammlung solcher hypermnestischer Träume veröffentlicht haben. Ich meine, jeder, der sich mit Träumen beschäftigt, wird es als ein sehr gewöhnliches Phänomen anerkennen müssen, daß der Traum Zeugnis für Kenntnisse und Erinnerungen ablegt, welche der Wachende nicht zu besitzen vermeint. In den psycho-analytischen Arbeiten mit Nervösen, von denen ich später berichten werde, komme ich jede Woche mehrmals in die Lage, den Patienten aus ihren Träumen zu beweisen, daß sie Zitate, obszöne Worte u. dgl. eigentlich sehr gut kennen, und daß sie sich ihrer im Traume bedienen, obwohl sie sie im wachen Leben vergessen haben. Einen harmlosen Fall von Traumhypermnesie will ich hier noch mitteilen, weil sich bei ihm die Quelle, aus welcher die nur dem Traume zugängliche Kenntnis stammte, sehr leicht auffinden ließ.

Ein Patient träumte in einem längeren Zusammenhange, daß er sich in einem Kaffeehause eine »Kontuszówka« geben lasse, fragte aber nach der Erzählung, was das wohl sei; er habe den Namen nie gehört. Ich konnte antworten, Kontuszówka sei ein polnischer Schnaps, den er im Traume nicht erfunden haben könne, da mir der Name von Plakaten her schon lange bekannt sei. Der Mann wollte mir zuerst keinen Glauben schenken. Einige Tage später, nachdem er seinen Traum im Kaffeehause hatte zur Wirklichkeit werden lassen, bemerkte er den Namen auf einem Plakat und zwar an einer Straßenecke, welche er seit Monaten wenigstens zweimal im Tage hatte passieren müssen.

Ich habe selbst an eigenen Träumen erfahren, wie sehr man mit der Aufdeckung der Herkunft einzelner Traumelemente vom Zufalle abhängig bleibt. So verfolgte mich durch Jahre vor der Abfassung dieses Buches das Bild eines sehr einfach gestalteten Kirchturmes, den gesehen zu haben ich mich nicht erinnern konnte. Ich erkannte ihn dann plötzlich, und zwar mit voller Sicherheit, auf einer kleinen Station zwischen Salzburg und Reichenhall. Es war in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre, und ich hatte die Strecke im Jahre 1886 zum erstenmal befahren. In späteren Jahren, als ich mich bereits intensiv mit dem Studium der Träume beschäftigte, wurde das häufig wiederkehrende Traumbild einer gewissen merkwürdigen Lokalität mir geradezu lästig. Ich sah in bestimmter örtlicher Beziehung zu meiner Person, zu meiner Linken, einen dunklen Raum, aus dem mehrere groteske Sandsteinfiguren hervorleuchteten. Ein Schimmer von Erinnerung, dem ich nicht recht glauben wollte, sagte mir, es sei ein Eingang in einen Bierkeller; es gelang mir aber weder aufzuklären, was dieses Traumbild bedeuten wolle, noch woher es stamme. Im Jahre 1907 kam ich zufällig nach Padua, das ich zu meinem Bedauern seit 1895 nicht wieder hatte besuchen können. Mein erster Besuch in der schönen Universitätsstadt war unbefriedigend geblieben; ich hatte die Fresken Giottos in der Madonna dell' Arena nicht besichtigen können und machte mitten auf der dahin führenden Straße kehrt, als man mir mitteilte, das Kirchlein sei an diesem Tage gesperrt. Bei meinem zweiten Besuche, zwölf Jahre später, gedachte ich mich zu entschädigen und suchte vor allem den Weg zur Madonna dell' Arena auf. An der zu ihr führenden Straße, linkerhand von meiner Wegrichtung, wahrscheinlich an der Stelle, wo ich 1895 umgekehrt war, entdeckte ich die Lokalität, die ich so oft im Traume gesehen hatte, mit den in ihr enthaltenen Sandsteinfiguren. Es war in der Tat der Eingang in einen Restaurationsgarten.

* * * * *

Eine der Quellen, aus welcher der Traum Material zur Reproduktion bezieht, zum Teil solches, das in der Denktätigkeit des Wachens nicht erinnert und nicht verwendet wird, ist das Kindheitsleben. Ich werde nur einige der Autoren anführen, die dies bemerkt und betont haben:

Hildebrandt (p. 23): »Ausdrücklich ist schon zugegeben worden, daß der Traum bisweilen mit wunderbarer Reproduktionskraft uns ganz abgelegene und selbst vergessene Vorgänge aus fernster Zeit treu vor die Seele zurückführt.«

Strümpell (p. 40): »Die Sache steigert sich noch mehr, wenn man bemerkt, wie der Traum mitunter gleichsam aus den tiefsten und massenhaftesten Verschüttungen, welche die spätere Zeit auf die frühesten Jugenderlebnisse gelagert hat, die Bilder einzelner Lokalitäten, Dinge, Personen ganz unversehrt und mit ursprünglicher Frische wieder hervorzieht. Dies beschränkt sich nicht bloß auf solche Eindrücke, die bei ihrer Entstehung ein lebhaftes Bewußtsein gewonnen oder sich mit starken psychischen Werten verbunden haben, und nun später im Traume als eigentliche Erinnerungen wiederkehren, an denen das erwachte Bewußtsein sich erfreut. Die Tiefe des Traumgedächtnisses umfaßt vielmehr auch solche Bilder von Personen, Dingen, Lokalitäten und Erlebnissen der frühesten Zeit, die entweder nur ein geringes Bewußtsein oder keinen psychischen Wert besaßen oder längst das eine wie das andere verloren hatten und deshalb auch sowohl im Traume wie nach dem Erwachen als gänzlich fremd und unbekannt erscheinen, bis ihr früher Ursprung entdeckt wird.«

Volkelt (p. 119): »Besonders bemerkenswert ist es, wie gern Kindheits und Jugenderinnerungen in den Traum eingehen. Woran wir längst nicht mehr denken, was längst für uns alle Wichtigkeit verloren: der Traum mahnt uns daran unermüdlich.«

Die Herrschaft des Traumes über das Kindheitsmaterial, welches bekanntlich zum größten Teil in die Lücken der bewußten Erinnerungsfähigkeit fällt, gibt Anlaß zur Entstehung von interessanten hypermnestischen Träumen, von denen ich wiederum einige Beispiele mitteilen will.

Maury erzählt (p. 92), daß er von seiner Vaterstadt Meaux als Kind häufig nach dem nahe gelegenen Trilport gekommen war, wo sein Vater den Bau einer Brücke leitete. In einer Nacht versetzt ihn der Traum nach Trilport und läßt ihn wieder in den Straßen der Stadt spielen. Ein Mann nähert sich ihm, der eine Art Uniform trägt. Maury fragt ihn nach seinem Namen; er stellt sich vor, er heiße C. . . und sei Brückenwächter. Nach dem Erwachen fragt der an der Wirklichkeit der Erinnerung noch zweifelnde Maury eine alte Dienerin, die seit der Kindheit bei ihm ist, ob sie sich an einen Mann dieses Namens erinnern kann. Gewiß, lautet die Antwort, er war der Wächter der Brücke, die Ihr Vater damals gebaut hat.

Índice

Dentro de esta edición

  1. 01Full text
  2. 02Vorbemerkung.
  3. 03Vorwort zur zweiten Auflage.
  4. 04Vorwort zur dritten Auflage.
  5. 05Vorwort zur vierten Auflage.
  6. 06I. Die wissenschaftliche Literatur der Traumprobleme (bis 1900) 1
  7. 07II. Die Methode der Traumdeutung. Die Analyse eines Traummusters 73
  8. 08III. Der Traum ist eine Wunscherfüllung 94
  9. 09IV. Die Traumentstellung 103
  10. 10V. Das Traummaterial und die Traumquellen 124
  11. 11VI. Die Traumarbeit 207
  12. 12VII. Zur Psychologie der Traumvorgänge 403
  13. 13VIII. Literaturverzeichnis:
  14. 141. Äußere (objektive) Sinneserregung.
  15. 152. Innere (subjektive) Sinneserregung.
  16. 163. Innerer (organischer) Leibreiz.
  17. 174. Rein psychische Reizquellen.
  18. 181. Er wird an Lippen und Nasenspitze mit einer Feder gekitzelt. --
  19. 192. Man wetzt eine Schere an einer Pinzette. -- Er hört Glocken läuten,
  20. 203. Man läßt ihn Kölnerwasser riechen. -- Er ist in Kairo im Laden von
  21. 214. Man kneipt ihn leicht in den Nacken. -- Er träumt, daß man ihm ein
  22. 225. Man nähert ein heißes Eisen seinem Gesicht. -- Er träumt von den
  23. 238. Man gießt ihm einen Tropfen Wasser auf die Stirn. -- Er ist in
  24. 249. Man läßt wiederholt durch ein rotes Papier das Licht einer Kerze auf
  25. 25M. Simon hat versucht, aus der Vergleichung einer Reihe von ähnlichen
  26. 261. Die Stellung eines Gliedes im Traume entspricht ungefähr der in der
  27. 272. Wenn man von der Bewegung eines Gliedes träumt, so ist diese immer
  28. 283. Man kann die Stellung des eigenen Gliedes im Traume auch einer
  29. 294. Man kann auch träumen, daß die betreffende Bewegung gehindert ist.
  30. 305. Das Glied in der betreffenden Stellung kann im Traume als Tier oder
  31. 316. Die Stellung eines Gliedes kann im Traume Gedanken anregen, die zu
  32. 321. Solche Theorien, welche die volle psychische Tätigkeit des Wachens
  33. 332. Solche Theorien, welche im Gegenteil für den Traum eine Herabsetzung
  34. 343. Zu einer dritten Gruppe kann man jene Theorien des Traumes
  35. 354. Veränderung beziehungsweise Umkehrung der Persönlichkeit und zuweilen
  36. 362. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung geboren, hat uns die
  37. 37M. sieht ganz anders aus als sonst; er ist sehr bleich, hinkt, ist am
  38. 382. Aufl. 1910.)
  39. 39I. _Freund R. ist mein Onkel. -- Ich empfinde große Zärtlichkeit für
  40. 40II. _Ich sehe sein Gesicht etwas verändert vor mir. Es ist wie in die
  41. 411. Daß der Traum die Eindrücke der letzten Tage deutlich bevorzugt
  42. 422. daß er eine Auswahl nach anderen Prinzipien als unser Wachgedächtnis
  43. 433. daß er die Verfügung über unsere frühesten Kindheitseindrücke besitzt
  44. 441. Ich mache einen Besuch in einem Hause, wo ich nur mit Schwierigkeiten
  45. 452. Ich habe eine Monographie über eine gewisse (unklar) Pflanzenart
  46. 463. Ich sehe zwei Frauen auf der Straße, Mutter und Tochter, von denen
  47. 474. In der Buchhandlung von S. und R. nehme ich ein Abonnement auf eine
  48. 485. Ich erhalte eine Zuschrift vom sozialdemokratischen Komitee, in der
  49. 496. Ein Mann auf einem steilen Felsen mitten im Meere in Böcklinscher
  50. 50I. Traum vom 1./2. Oktober 1910.
  51. 51II. Traum vom 10./11. Oktober.
  52. 52L. lädt mich ein, an einen anderen Ort zu kommen und geht auf dem
  53. 53III. Traum vom 2./3. Oktober 1910.
  54. 54I. Eine kluge und feine junge Dame, die aber auch im Leben zu den
  55. 55II. Ein anderer harmloser Traum derselben Patientin, in gewisser
  56. 56III. Ich unterbreche diese Reihe, indem ich einen kurzen harmlosen Traum
  57. 57IV. _Sie steckt eine Kerze in den Leuchter; die Kerze ist aber
  58. 58V. Damit man sich die Schlüsse aus den Träumen auf die wirklichen
  59. 59I. Bei einer meiner Patientinnen haben alle Träume den Charakter des
  60. 60II. Von einer anderen folgender Traum: _Sie ist in einem großen Zimmer,
  61. 61III. Der Traum eines Mannes: _Er sieht zwei Knaben, die sich balgen, und
  62. 62IV. Eine ganze Summe von Kindererinnerungen, zu einer Phantasie
  63. 63II. Ein zweiter Traum erfordert einen längeren Vorbericht:
  64. 6415. Jahre. Wir hatten gegen einen mißliebigen und ignoranten Lehrer
  65. 65I. Ein noch nicht vierjähriger Knabe erzählt: _Er hat eine große
  66. 66II. Ich träume einmal, daß ich in der Auslage einer Buchhandlung ein
  67. 67III. Ich träume ein andermal, daß ein mir bekannter Lehrer an unserer
  68. 68IV. Ein Beispiel von wirklich niedrigen egoistischen Gefühlen, die sich
  69. 69II. »Ein schöner Traum.«
  70. 70III. Trauminhalt: _Sie besinnt sich, daß sie zwei Maikäfer in einer
  71. 71M. meines Traumes entstanden, er trägt den Namen des Dr. M., spricht und
  72. 72II. Eine meiner Patientinnen teilt mir einen kurzen Traum mit, der in
  73. 73III. Ein junger Mann, bei dem ein Bekannter spät abends angeläutet hat,
  74. 74IV. In einem längeren wüsten Traume von mir, der eine Schiffsreise zum
  75. 75V. Ein anderes Mal habe ich einen Traum, der aus zwei gesonderten
  76. 76VI. Marcinowski: »Heute früh erlebte ich zwischen Traum und Wachen
  77. 771. Der Hut als Symbol des Mannes (des männlichen Genitales)(137).
  78. 782. Das Kleine ist das Genitale -- _das Überfahrenwerden ist ein
  79. 793. Darstellung des Genitales durch Gebäude, Stiegen, Schachte.
  80. 804. _Das männliche Genitale durch Personen, das weibliche durch eine
  81. 815. Zur Harnsymbolik.
  82. 826. Ein Stiegentraum.
  83. 837. Ein modifizierter Stiegentraum.
  84. 848. »Zur Frage der Symbolik in den Träumen Gesunder«(145).
  85. 859. Traum eines Chemikers,
  86. 86II. Er ist mit seiner ganzen Familie in ***ing; soll um ½12 Uhr beim
  87. 87I. Ich stehe tatsächlich seit kurzem in zahnärztlicher Behandlung und
  88. 88II. Am Nachmittag desselben Tages war ich genötigt, einer Dame
  89. 89III. Dieses Sprichwort interessierte mich mit Rücksicht auf die von
  90. 90I. Je mehr man sich mit der Lösung von Träumen beschäftigt, desto
  91. 912. Aufl. 1910.
  92. 921. Ein Mann träumt, man frage ihn nach einem Namen, an den er sich aber
  93. 932. Eine Patientin erzählt einen Traum, in welchem alle handelnden
  94. 943. Ein im Wachleben zu abstrakter und unbestimmter Ausdrucksweise
  95. 954. Derselbe Träumer berichtet ein anderes Mal von einem kurzen Traum,
  96. 965. Der Träumer zieht eine Frau hinter dem Bett hervor. Das heißt: Er
  97. 976. Der Träumer sitzt als Offizier an einer Tafel dem Kaiser gegenüber:
  98. 987. Der Träumer behandelt eine andere Person wegen eines
  99. 998. Die Tageszeiten vertreten im Trauminhalt sehr häufig Lebenszeiten der
  100. 1009. Eine andere Darstellung von Lebenszeiten im Traume: Eine Frau geht
  101. 10110. (H. Sachs.) »Aus der ›Traumdeutung‹ wissen wir, daß die
  102. 102I. Aus dem Traume einer Dame, kurz vor Beendigung ihrer Kur:
  103. 103II. Zu komplizierteren Beziehungen führen die Zahlen in einem anderen
  104. 104III. Ein anderes Beispiel führt uns die Rechenkunst des Traumes vor, die
  105. 105IV. Einen anderen Zahlentraum, der durch durchsichtige Determinierung
  106. 106I. Der Traum des Patienten, der seinen Vater vor sechs Jahren verloren:
  107. 107II. Ein zweites, ganz ähnliches Beispiel aus meinen eigenen Träumen (ich
  108. 108III. In dem Beispiel, das ich jetzt anführe, kann ich die Traumarbeit
  109. 109IV. Ein neuer absurder Traum vom toten Vater:
  110. 110V. Ein anderer absurder Traum, der mit Zahlen spielt.
  111. 111VI. Ich bin es schuldig geblieben, noch von einem anderen Traume, in dem
  112. 112I. Ein auffälliges Beispiel hiefür habe ich bereits angeführt. Eine
  113. 113II. Ein ähnlicher Fall: Einer meiner Patienten hat einen Traum, der ihm
  114. 114III. Ein drittes Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung:
  115. 115IV. Dieselbe Befriedigung verbleibt mir nach dem Erwachen aus dem
  116. 116V. Wenn ich nun Urteilsäußerungen, die im Traume selbst verbleiben, sich
  117. 117VI. Ich suche nach anderen Beispielen von Urteilsarbeit in den bereits
  118. 118VII. In einem Traume, den ich bisher nur gestreift habe, wird eingangs
  119. 119VIII. In dem Zusammenhang eines anderen Traumes findet sich gleichfalls
  120. 12018. auf den 19. Juli auf der Südbahnstrecke und höre im Schlafe:
  121. 121I. _Sie sieht in einer Wüste drei Löwen, von denen einer lacht, fürchtet
  122. 122II. Als zweites Beispiel ziehe ich den Traum jenes Mädchens heran, das
  123. 123III. _Ein Schloß am Meere, später liegt es nicht direkt am Meere,
  124. 124IV. _Eine Anhöhe, auf dieser etwas wie ein Abort im Freien, eine sehr
  125. 125V. In dem Traume von der sonderbaren Aufgabe, die mir der alte Brücke
  126. 1261. Traum und Dichtung.
  127. 127XII. römischen Elegie Goethes, wo es heißt:
  128. 1282. Traum und Mythus.
  129. 129II. Bd., Leipzig 1869, deutsche Ausg., S. 20.
  130. 1304. Aufl., 1912.
  131. 131C. G. Jung durch Analysen bei Dementia praecox erbracht hat. (»Zur
  132. 1322. Diese Gehirnanämie erzeugt eine Charakterveränderung, dämonomanische
  133. 1333. Die Dämonomanie und die Selbstvorwürfe des Knaben gehen auf die
  134. 1344. Alle Erscheinungen sind infolge eines längeren Landaufenthaltes durch
  135. 1355. Vielleicht darf man der Heredität und der alten Syphilis des Vaters
  136. 1361. Die Intensitäten der einzelnen Vorstellungen werden nach ihrem ganzen
  137. 1372. Es werden wiederum durch freie Übertragbarkeit der Intensitäten und
  138. 1383. Die Vorstellungen, die einander ihre Intensitäten übertragen, stehen
  139. 1394. Einander widersprechende Gedanken streben nicht danach, einander
  140. 1404. Aufl. 1912).
  141. 141VIII. Literaturverzeichnis.
  142. 142D. L. A propos de l'appréciation du temps dans le rêve. Rev. philos.
  143. 143I. Teil. Leipzig 1864.
  144. 1443. Aufl. 1871.
  145. 145XV. und XVI. 1858-1859.
  146. 1462. Aufl. Freiburg i. B. 1892.
  147. 147X. Ce qu'on peut rêver en cinq secondes. Rev. sc. 3e série, I. XII,
  148. 14830. oct. 1886.
  149. 1491911. p. 54.
  150. 15060. Jhg. Nr. 47, 11. Nov. 1913.
  151. 1511913. (Vergl. auch Dez. 1913.)
  152. 15210. J. 1909, 294-301.
  153. 153104. B. p. 385-401.
  154. 1541910. (Ins Englische übersetzt unter dem Titel: The psychological
  155. 1551911. (Englisch »On Dreams« author. trans. by M. D. Eder, with an
  156. 15623. Bd., 1912, p. 415-483.
  157. 15733. J., 1906, p. 20-32.
  158. 15824. Bd. 1907, p. 1-19.
  159. 1592. Aufl. 1912.
  160. 160II. Bd. 1912.
  161. 16120. Bd., 1902, p. 456-486.
  162. 1621. Der Hut als Symbol des Mannes (des männlichen Genitales.
  163. 1631. Der Hut als Symbol des Mannes (des männlichen Genitales)(137).
  164. 164D. L. A propos de l'appréciation du temps dans le rêve Rev. philos.
  165. 165D. L. A propos de l'appréciation du temps dans le rêve. Rev. philos.
  166. 1663. Aufl. 1871.
  167. 167X. Ce qu'on peut rêver en cinq. secondes. Rev. sc. 3e série, I. XII,
  168. 168X. Ce qu'on peut rêver en cinq secondes. Rev. sc. 3e série, I. XII,
  169. 1691911. (Englisch »On Dreams« author. trans by M. D. Eder, with an
  170. 1701911. (Englisch »On Dreams« author. trans. by M. D. Eder, with an
  171. 17120. Bd, 1902, p. 456-486.
  172. 17220. Bd., 1902, p. 456-486.

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