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Genoveva

Edición BooksWhale en alemán de Friedrich Hebbel

Ein Legenden-Drama über Treue, Verdacht, Intrige, Heiligkeit und den Preis moralischer Reinheit.

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Introducción del libro

Genoveva

Genoveva greift eine mittelalterliche Legende auf und führt sie in Hebbels tragische Welt von Schuld, Verdacht und sittlichem Anspruch. Das Drama verbindet religiöse Vorstellung, höfische Intrige, Ehe, Leiden und die Frage nach unschuldiger Opferung.

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Friedrich Hebbel starb 1863, und Genoveva wurde 1843 veröffentlicht; diese Daten stützen die Gemeinfreiheit des deutschen Originaltexts.

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Capítulo de vista previaPart 1Leer vista previa

Genoveva

Friedrich Hebbel

Genoveva Eine Tragödie in fünf Akten (1843) Personen: Der Pfalzgraf

Siegfried . Genoveva . Golo . Katharina . Die alte

Margaretha . Ritter

Hildebrant . Ritter

Tristan . Die niedere Dienerschaft im Schloß: Drago ,

Caspar ,

Conrad , Jäger ,

Balthasar ,

Hans . Edelknecht , Siegfrieds Knappe . Der tolle

Klaus . Ein

Maler . Ein alter

Jude . Der Geist des

Drago . Zeit: die poetische. Erster Akt Zweiter Akt Dritter Akt Vierter Akt Fünfter Akt

Nachspiel

Genoveva Eine Tragödie in fünf Akten (1843) Personen: Der Pfalzgraf

Siegfried . Genoveva . Golo . Katharina . Die alte

Margaretha . Ritter

Hildebrant . Ritter

Tristan . Die niedere Dienerschaft im Schloß: Drago ,

Caspar ,

Conrad , Jäger ,

Balthasar ,

Hans . Edelknecht , Siegfrieds Knappe . Der tolle

Klaus . Ein

Maler . Ein alter

Jude . Der Geist des

Drago . Zeit: die poetische. Erster Akt Zweiter Akt Dritter Akt Vierter Akt Fünfter Akt

Nachspiel

Erste Szene.

Erster Akt. Saal im Schloß. Siegfried mit seinen Rittern , gerüstet. Im Hintergrund die Diener Caspar , Hans , Balthasar , Conrad . Ihm zur Seite Golo und Hildebrant . Man sieht durch die nach hinten geöffneten Fenster einen steil emporragenden Turm. In der Ferne Landschaft. Siegfried

(tritt vom offenen Fenster zurück) . Frisch ist's und kühl. Ein Schütteln, wie vor Frost, In allen Bäumen. Und der Sonne Licht So welk, so matt! Ein Morgen ist's, wo man Zu Pferd muß. Ist denn alles jetzt bereit? Hildebrant . Nichts fehlt, als Ihr. Mit ungeduld'gem Huf Scharrt Euer Roß den Boden. Laufen wird's, Wenn Ihr es auch nicht spornen mögt. Es friert. Im Sattel sitzt schon Reisiger, wie Knecht, Nur, daß der Arm der Liebe hie und da Noch einen wieder sucht herabzuziehn. Allein im Bügel hält der Bursch sich fest Und lacht, um nicht zu weinen, beißt auch wohl Die Zähn' zusammen, oder schilt und flucht. Siegfried . Ein Beispiel für mich selbst. Dazu gehört Der Mannskraft mehr, wie zu dem wild'sten Kampf. Ich komm' mir hier, wie festgewachsen, vor. Hildebrant . Deß schämt Euch nimmermehr, vieledler Graf! Wenn ich mein Weib verließ, so war mir's stets, Als würd' ich mitten durchgehaun. Zwar pfiff Ich nach dem Abschied oft ein lustig Lied, Doch so, wie jener, der die Geige strich, Da man ihn führte in den bittren Tod. Siegfried . Ihr, Golo, steht abseits? Golo . Ich sinne nach, Worin ich schlechter, als die andern bin Und kann's nicht finden, Herr. Siegfried . Das glaub' ich Euch! Golo . Ich reit', wie einer – Siegfried . Ja, und stürzt dein Pferd, So stehst du eher auf noch, als das Tier, Und lachst. Wir andern brechen Hals und Bein. Golo . Ich fecht' – Siegfried . Wie keiner. Edelherzig lehrst Du jeden Gegner, wie er's machen soll. Nur, leider, frommt die Lektion ihm nicht, Weil er sie mit dem Tod bezahlen muß. Golo . Ich ziele – Siegfried . Ja, und triffst, was niemand gern Getroffen sieht: im Aug' das Weiße, und Zugleich das Hirn mit, das dahinter liegt. Golo . Ihr zwingt mich, Herr, mich selbst zu loben. Kann Ich alles das – warum denn bleib' ich hier? Meint Ihr vielleicht, ich sei ein schlecht'rer Christ, Wie andre, weil ich besser sing', als sie? Ich sage Euch, ich mag auf gar kein Wild Anlegen mehr, seit ich von Mohren weiß. Schien nicht der Eber, den ich gestern schoß, Ein trotz'ger, ausgemachter Heide mir: Er blieb verschont, so feist und dick er war. Denn billig spart man gegen Christi Feind Die Pfeile, die man zu verschießen hat. Ich bitt' Euch, laßt mich nicht zurück. Denn seht: Durch Fasten und durch Beten werd' ich nie Die Himmelstür mir öffnen. Dazu fehlt's An Gaben mir. Ich schickte aber gern Für jede Sünde, welche ich beging, Zur Hölle einen Mohren. Nehmt mich mit. Verzug gibt's meinetwegen nicht. Ich bin Bereit, wie Ihr, hab' zeitig vorgesorgt. Könnt Ihr mich denn nicht brauchen? Scheint mein Arm Euch überflüssig, daß Ihr ihn verschmäht, Ich laß es mir gefallen, wenn Ihr nur Bedenkt, wie meine Kehl' Euch taugen kann. Ei! Wenn Ihr abends liegt in Eurem Zelt: So finster ist's, als würd' es nie mehr Tag, Müd' sind die Glieder, doch es wacht das Herz Und tritt nach Haus die lange Reise an – Dann will ich meinen Harnisch von mir tun, Den rasselnden, und will mich jüngferlich Euch nahn und Euch mit Genovevas Ton Zulispeln: lieber Siegfried! Greift Ihr dann Nach meiner Hand, so lach' ich, doch nicht laut, Und sing' von ihren Augen Euch ein Lied, Und sing' so lange, bis Ihr sprecht: Du Schelm, Meinst du, das Feuer brennt nicht hell genug? Nicht wahr, ich bleibe nicht zurück? Ihr habt Mich oft gescholten wegen Übermuts: Wohlan, Herr, nehmt mich mit ins Feld, daß ich Bescheidenheit erlerne, wenn ich Euch Zu Dutzenden die Mohren mähen seh'; Und selbst als Stümper Euch zur Seite steh'. Siegfried

Capítulo de vista previaPart 2Vista previa

(Er küßt sie.) Genoveva

(umarmt ihn) . Mein Siegfried! Golo . Siegfried! Genoveva

(stößt ihn fort) . Weg! Wer bist du, Mensch! Golo . Ich glaube, ich bin Golo. Genoveva . Golo – Ihr? Wie kam ich denn in Euren Arm? Golo . Der Graf, Herr Siegfried, Eu'r Gemahl, legt' Euch hinein. Genoveva . So ist er fort! Golo . Jawohl, als Ihr vor Schmerz In Ohnmacht sankt, da eilt' er schnell hinweg. Euch zu erwecken, hatt' er nicht die Zeit.

(Für sich.) Wer spricht aus mir? Ich nicht! Schweig, böser Geist! Genoveva . Mir war, als weckt' er mich mit einem Kuß. Golo . Ich schwör' Euch zu, er hat Euch nicht geküßt. Er wagt' es nicht, er hatte Angst, daß Ihr Zu früh erwachtet, und das wollt' er nicht.

(Für sich.) Ich hab' ihm nichts geraubt, der Kuß ist sein!

(Zu ihr.) Vielleicht, daß er in Ohnmacht fiel, wie Ihr, Und daß die Geister, aus der Leiber Haft Fortstürmend, feurig sich begegneten.

(Leise und verschämt.) War er denn heiß, der Kuß, den Ihr gefühlt?

(Für sich.) Ha, er war so, wie Morgens ihn ein Kind Mit glühndem Mund auf junge Rosen drückt, Schnell abgebrochen, keinen Tropfen Taus, Verschüttend, heilig, wie nur je ein Kuß! Genoveva . O schwache Sinne, daß Ihr rißt, bevor Euch noch das Bitterste geboten ward. Nun hört' ich nicht des Liebsten letzten Gruß. Golo . Wohl Euch! Ihr hörtet auch den Hufschlag nicht Des Rosses, das ihn rasch von dannen trug!

(Für sich.) Und saht nicht, daß er ohne Tränen schied. Genoveva . Der soll der Wertste mir vor allen sein, Der ihn zuletzt gesehn. Seid Ihr's? Golo . Ich sah Ihm durch dies Fenster nach. Er hatte Eil'! Er schaute nicht zu Euch und mir hinauf. Genoveva . Er hat es nicht gewagt. Er hat gedacht, Ich könnt' am Fenster stehn, und, gar zu schwach, Zurück ihn winken. Doch, ich kenne mich, Das hätt' ich nimmer, nimmermehr getan! Dritte Szene. Drago tritt ein . Drago . Verzeiht mir, daß ich komme, edle Frau, Ich bringe Euch den letzten Gruß des Herrn. Genoveva . So bist du mir von jetzt der Werteste! Drago . Ich schlich mich früh am Morgen aus der Burg, Ging eine Viertelstund' und harrte sein, Am Wege, hinter ein Gebüsch versteckt. Und als er nun dahergezogen kam, Der letzte, all die andern weit voraus, Da trat ich vor und sprach: Vieledler Graf, Habt Ihr an Genoveva noch ein Wort? Vielleicht vergaßt Ihr etwa; tragt mir's auf, Damit ich es bestellte, kam ich her. Er sprang vom Roß, und hätt' ich nicht gewehrt, Er hätte mich geküßt, mein schlechter Mund War ihm durch Euren Namen, wie geweiht. Nun rief er: Sag' ihr, sag' ihr – was du siehst, Und wandte sich, und schwang sich auf sein Roß; Ich aber sah die große Träne wohl, Die sich verschämt aus seinem Auge schlich. Dann sprach er: Sag' ihr dieses noch einmal: Sie soll in allem Golo sich vertraun! Er führt an meiner Statt das Regiment, Denk' ich an ihn, so wird mir leicht ums Herz. Nun trocknet' er sein Aug' und sprengte fort. Golo . Er sprach: dächt' er an mich, so würd' ihm leicht, Und trocknete sein Aug' und sprengte fort? Drago . Er tat's! Genoveva . Schon gestern abend sprach er so, Auch weiß ich es ja längst, wie Ihr ihn liebt, Und wer ihn liebt, den lieb' auch ich! Golo

(will abgehen) . Verzeiht! Genoveva . Ist Euch nicht wohl? Golo . Recht wohl! (Für sich.) Ich will nur sehn, Ob nicht das Tor der Hölle offen steht.

(Laut.) Es haust da drüben, in und an dem Turm, Verwünscht und häßlich, eine Dohlenbrut, Durch Teufelsfarben und Gestalt den Tag Entweihend, durch Gekrächz' die stille Nacht. Längst hat der Graf das finstre Volk verflucht, Doch hoffte er, daß wohl einmal der Sturm Herunterfegen würde Nest für Nest. Seit gestern siedeln sich auch Eulen an, Es wird 'ne Wirtschaft, wie Beelzebubs, Wenn man bei Zeiten nicht zu steuern sucht. Der Sturm, so ernstlich er's auch meint, vermag Nichts dran zu tun, drum muß ein Mensch hinauf. Heut ist der Tag dazu, heut führ' ich's aus, Wenn Eu'r Gemahl zu Hause kommt, so muß Doch ihm zu Liebe was geschehen sein. Drago . Herr Golo, wer den Schwindelrand des Turms Umwandeln will, der bricht gewiß den Hals! Golo . Das denk' ich auch! Ei, Narr, das denk' ich nicht! Und wer es tut, verdient kein beßres Los, Warum denn hat er's Klettern nicht erlernt? Drago . Nur einer hat's bis diesen Tag versucht; Noch sieht man an dem bröckelnden Gestein Sein Blut, das seit Jahrhunderten der Wut Des Wetters trotzt, weil es uns warnen soll. Ihr kennt die Sage, daß ein grausam Weib Einst einen Freier, der ihr lästig war, Die Höh' erklimmen hieß, um dort für sie – Ich weiß nicht was, zu tun. Den Knaben zeigt Man früh den Ort, wo er zerschmettert sank, Damit ihr Übermut sich zeitig bricht. Golo . Mein Freund, man hat auch mit den Ort gezeigt; Doch jener Ungeschickte, der den Turm Verrufen machte, soll im Grabe heut Erröten! (Will abgehen.) Drago . Gnäd'ge Frau, erlaubt es nicht! Genoveva . Ihr werdet das nicht tun! Golo . Ich muß! Ich muß! O Heilige, halt' du mich nur nicht ab! Bloß deinetwegen soll's geschehn! (Sich fassend.) Das heißt: Dein holdes Auge soll nicht länger mehr Beleidigt werden durch das Nachtgezücht; Nein, weiße Tauben, morgenrot-beglänzt, Sie sollen niederschaun vom Turm auf dich, Wenn in der Früh' du zur Kapelle gehst, Um für uns alle, die wie sündigten, Durch dein Gebet dem Herrn genug zu tun. Genoveva . Wenn Ihr nicht ablaßt – nie verzeih' ich's Euch! Golo

Capítulo de vista previaPart 3Vista previa

(im Hintergrund) . Von Bildern spricht man, heilig-fremd und kalt, Wovor man alle Sünden doppelt fühlt, Daß sie, die Gläub'gen sahn es schaudernd an, Geseufzt, geweint, geächzt und Blut geschwitzt. Mir deucht, ein solches Wunder seh' ich hier, Denn Genoveva, der ich selten nur Ins Aug' zu schauen wagte, weil, so oft Ich's tat, ein Licht durch meine Seele fuhr, Das mich erröten machte vor mir selbst; Ja, weil ihr Auge mir ein Spiegel schien, So rein, daß alles drin zum Flecken ward; Dieselbe Genoveva liebt und weint, Sie ist ein Weib! Sie ist ein Weib, wie keins! (Drei heftige Trompetenstöße.) Siegfried . Ich bin's, der geht. So muß denn ich's auch sein, Der diesen Abschied endet. Lebe wohl!

(Für sich.) Ein Mann muß scheiden, eh' ins Auge ihm Die Tränen treten. Das geschieht wohl bald. Golo

(im Hintergrund) . Ich werd' dich hassen, wenn dir das gelingt! Ha! Willst du sie erniedrigen? Soll sie Erkennen, daß du kälter bist, als sie, Und drob erstarren, wie ein Quell erstarrt, Der sich, wenn's draußen friert, ans Licht getraut?

Kein Mann zu sein, das ist jetzt deine Pflicht, Nun sie gewagt hat, ganz ein Weib zu sein! Läg' ich, wie du, an ihrer keuschen Brust, Ich schiede nie, und spottete man mein, Ich würd' es lächelnd dulden, mir wär's recht, Ihr meinen Wert und meine Würdigkeit Durch Opfer darzutun, die keiner bringt. O Liebe, niemals hab' ich dich erkannt, Doch jetzt erkenne ich dein heilig Recht! Du bist's, die diese kalte spröde Welt Durchflammen, schmelzen und verzehren soll! Du bist nicht Leben, du bist Tod, ja Tod! Du bist des Todes schönste, höchste Form, Die einzige, die gibt, indem sie nimmt! Dir widerstehen, heißt den Kampf mit Gott Und mit dem Weltgeheimnis einzugehn, Du sollst vertilgen, was nicht ewig ist, Doch nie wird Märt'rer, wer den Holzstoß löscht! Siegfried . Ein Baum ist besser dran doch, wie ein Mensch: Man reißt ihn aus, vom Menschen wird verlangt, Daß er es selber tu! Was sinnest du? Genoveva . Ich denk', daß es im Krieg viel Wunden gibt, Und daß ich Wunden gut verbinden kann. Golo

(im Hintergrund) . Ich möchte gleich mich hauen in den Arm. Siegfried . Ich aber sinne nach, was besser ist: Ein letztes Wort, ein letzter Kuß. Man kann Von beiden eines nur haben. Wähle du! Genoveva

(umarmt und küßt Siegfried) . Golo . O, wie sie küßt! Man fühlt's, indem man's sieht. Ich trenne sie, denn ihm gebührt kein Kuß!

(Er tritt hervor.) Siegfried

(setzt den Helm auf) . Genoveva

(fällt in Ohnmacht) . (Golo und Siegfried springen hinzu; Golo fängt sie auf.) Golo . Ihr hattet recht, Herr Graf, es muß von uns Hier einer bleiben! Siegfried

(will Genoveva küssen) . Golo

(wehrt ihn ab) . Laßt! Ihr weckt sie auf. Dann hält sie Euch! Siegfried . Und hat noch einmal ihn, Den Schmerz, dem jetzt die Ohnmacht sie entzieht. Ich geh'! Golo . Ihr seid ein Held! Siegfried . Bei Gott, dies ist Ein Heldenstück, wie ich noch keins bestand. Leb wohl und schütze sie! Leb wohl, mein Weib! (Mit einem Blick auf Genoveva ab. Bald hört man hinter der Szene lustiges Trompetengeschmetter.) Golo . Sie liegt im Arm mir, wie im Sarg. Er schleicht Sich, wie ein Mörder, von der Toten weg. O, ganz zurückgewichen ist sie jetzt In die bewußtlos-fromme Majestät Der Kindlichkeit, der sie ihr Schmerz entriß! O weiße Ros', die von der roten träumt, Und die der Traum mit sanfter Glut durchhaucht! Erwachend wird's ihr sein, als ob sie sich Geflüchtet hätt' aus einer Feuersbrunst, Die sie im Beten unterbracht! Jetzt steht sie zweifelnd zwischen dieser Welt Und zwischen jener, gastlich offen sind Die Pforten beider, jede wirbt um sie Und zeigt ihr alles, was sie Schönes hat. Stirbt sie – ich will nicht knirschen! Doch, sie seufzt, Das holde Fieber, was man Leben nennt, Es kehrt zurück, der dunkle Born des Seins Entläßt auf's neu' die innern Strömungen, Und auf die Lippen tritt das erste Rot. O Lippen, süße Lippen! Wer euch küßt, Der stiehlt sich hier die ew'ge Seligkeit, Denn nie, o nie! verglüht ein solcher Kuß. Ich könnt' es tun! Die heil'gen Augen stehn Noch nicht, wie Cherubime mit dem Schwert, Abwehrend vor dem roten Paradies. Ich muß, ich will sie küssen, und mich dann, Vor Wonne zitternd, von dem steilsten Hang Hinunterstürzen in des Abgrunds Nacht.

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  2. 02Part 2
  3. 03Part 3
  4. 04Part 4
  5. 05Part 5
  6. 06Part 6
  7. 07Part 7
  8. 08Part 8
  9. 09Part 9
  10. 10Part 10
  11. 11Part 11
  12. 12Part 12
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  18. 18Part 18
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