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Teología
Reden über die Religion
Edición BooksWhale en alemán de Friedrich Schleiermacher
Schleiermacher verteidigt Religion als Anschauung, Gefühl und lebendige Erfahrung.
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Introducción del libro
Reden über die Religion
Reden über die Religion richtet sich an gebildete Skeptiker und begründet Religion nicht zuerst als Dogma, sondern als unmittelbares Bewusstsein des Unendlichen. Das Werk wurde ein Grundtext moderner protestantischer Theologie und romantischer Religionsphilosophie.
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Deutscher Originaltext, erstmals 1799 veröffentlicht. Friedrich Schleiermacher starb 1834; die urheberrechtlichen Schutzfristen sind abgelaufen.
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Reden über die Religion
Friedrich Schleiermacher
Capítulo de vista previaI. RechtfertigungVista previa
Es mag ein unerwartetes Unternehmen sein, über welches ihr euch billig wundert, daß noch einer wagen kann, gerade von denen, welche sich über das Gemeine erhoben haben und von der Weisheit des Jahrhunderts durchdrungen sind, Gehör zu verlangen für einen so gänzlich von ihnen vernachlässigten Gegenstand. Auch bekenne ich, daß ich nichts anzugeben weiß, was mir nur einmal jenen leichteren Ausgang weissagete, meinen Bemühungen euren Beifall zu gewinnen, viel weniger den erwünschteren, euch meinen Sinn einzuflößen und die Begeisterung für meine Sache. Denn schon von altersher ist der Glaube nicht jedermanns Ding gewesen; und immer haben nur wenige die Religion erkannt, indes Millionen auf mancherlei Art mit den Umhüllungen gaukelten, welche sie sich lächelnd gefallen läßt. Aber zumal jetzt ist das Leben der gebildeten Menschen fern von allem, was ihr auch nur ähnlich wäre. Ja, ich weiß, daß ihr ebensowenig in heiliger Stille die Gottheit verehrt, als ihr die verlassenen Tempel besucht, daß in euren aufgeschmückten Wohnungen keine anderen Heiligtümer angetroffen werden, als die klugen Sprüche unserer Weisen und die herrlichen Dichtungen unserer Künstler, und daß Menschlichkeit und Geselligkeit, Kunst und Wissenschaft, wie viel ihr eben dafür zu tun meint und euch davon anzueignen würdiget, so völlig von eurem Gemüte Besitz genommen haben, daß für das ewige und heilige Wesen, welches euch jenseit der Welt liegt, nichts übrig bleibt, und ihr keine Gefühle habt für dies und von diesem. Ich weiß, wie schön es euch gelungen ist, das irdische Leben reich und vielseitig auszubilden, daß ihr der Ewigkeit nicht mehr bedürfet, und wie ihr, nachdem ihr euch selbst ein Weltall geschaffen habt, nun überhoben seid an dasjenige zu denken, welches euch schuf. Ihr seid darüber einig, ich weiß es, daß nichts Neues und nichts Triftiges mehr gesagt werden kann über diese Sache, die von Weisen und Sehern, und dürfte ich nur nicht hinzusetzen von Spöttern und Priestern, nach allen Seiten zur Genüge besprochen ist. Am wenigsten – das kann niemandem entgehen – seid ihr geneigt, die letzteren darüber zu vernehmen, diese längst von euch ausgestoßenen und eures Vertrauens unwürdig erklärten, weil sie nämlich nur in den verwitterten Ruinen ihres Heiligtumes am liebsten wohnen und auch dort nicht leben können, ohne es noch mehr zu verunstalten und zu verderben. Dies alles weiß ich; und dennoch, offenbar von einer inneren und unwiderstehlichen Notwendigkeit göttlich beherrscht, fühle ich mich gedrungen zu reden, und kann meine Einladung, daß gerade ihr mich hören mögt, nicht zurücknehmen.
Was aber das letzte betrifft, so könnte ich euch wohl fragen, wie es denn komme, daß, da ihr über jeden Gegenstand, er sei wenig oder gering, am liebsten von denen belehrt sein wollt, welche ihm ihr Leben und ihre Geisteskräfte gewidmet haben, und eure Wißbegierde deshalb sogar die Hütten des Landmanns und die Werkstätten der niederen Künstler nicht scheuet, ihr nur in Sachen der Religion alles für desto verdächtiger haltet, wenn es von denen kommt, welche die Erfahrenen darin zu sein nicht nur selbst behaupten, sondern auch von Staat und Volk dafür angesehen werden? Oder solltet ihr etwa, wunderbar genug, zu beweisen vermögen, daß eben diese die Erfahrenen nicht sind, Vielmehr alles andere eher haben und anpreisen, als Religion? Wohl schwerlich, ihr besten Männer! Ein solches unberechtigtes Urteil also nicht sonderlich achtend, wie billig, bekenne ich vor euch, daß auch ich ein Mitglied dieses Ordens bin, und ich wage es auf die Gefahr, daß ich von euch, wenn ihr mich nicht aufmerksam anhöret, mit dem großen Haufen desselben, von dem ihr so wenig Ausnahmen gestattet, unter eine Benennung geworfen werde. Dies ist wenigstens ein freiwilliges Geständnis, da meine Sprache mich wohl nicht leicht sollte verraten haben, und noch weniger, hoffe ich, die Lobsprüche, die meine Zunftgenossen diesem Unternehmen spenden werden. Denn was ich hier betreibe, liegt so gut als völlig außer ihrem Kreise, und dürfte dem wenig gleichen, was sie am liebsten sehen und hören mögen! Schon in das Hilferufen der meisten über den Untergang der Religion stimme ich nicht ein, weil ich nicht wüßte, daß irgendein Zeitalter sie besser aufgenommen hätte als das gegenwärtige; und ich habe nichts zu schaffen mit den altgläubigen und barbarischen Wehklagen, wodurch sie die eingestürzten Mauern ihres jüdischen Zions und seine gotischen Pfeiler wieder emporschreien möchten. Deswegen also und auch sonst hinreichend bin ich mir bewußt, daß ich in allem, was ich euch zu sagen habe, meinen Stand völlig verleugne; warum sollte ich ihn also nicht wie irgendeine andere Zufälligkeit bekennen? Die ihm erwünschten Vorurteile sollen uns ja keineswegs hindern, und seine heiliggehaltenen Grenzsteine alles Fragens und Mitteilens sollen nichts gelten zwischen uns. Als Mensch also rede ich zu euch von den heiligen Geheimnissen der Menschheit nach meiner Ansicht, von dem, was in mir war, als ich noch in jugendlicher Schwärmerei das Unbekannte suchte, von dem, was, seitdem ich denke und lebe, die innerste Triebfeder meines Daseins ist, und was mir auf ewig das Höchste bleiben wird, auf welche Weise auch noch die Schwingungen der Zeit und der Menschheit mich bewegen mögen. Und daß ich rede, rührt nicht her aus einem vernünftigen Entschlusse, auch nicht aus Hoffnung oder Furcht, noch geschieht es aus sonst irgendeinem willkürlichen oder zufälligen Grunde; vielmehr ist es die reine Notwendigkeit meiner Natur; es ist ein göttlicher Beruf; es ist das, was meine Seele in der Welt bestimmt und mich zu dem macht, der ich bin. Sei es also weder schicklich noch ratsam, von der Religion zu reden: dasjenige, was mich also drängt, erdrückt mit seiner himmlischen Gewalt diese kleinen Rücksichten.
Capítulo de vista previaII. Über das Wesen der ReligionVista previa
Ihr werdet wissen, wie der alte Simonides durch immer wiederholtes und verlängertes Zögern denjenigen zur Ruhe verwies, der ihn mit der Frage belästigt hatte, was wohl die Götter seien. Ich möchte nicht ungern bei der unsrigen, jener so genau entsprechenden und nicht minder umfassenden, was Religion sei, mit einer ähnlichen Zögerung anfangen. Natürlich nicht in der Absicht, um zu schweigen und euch wie jener in der Verlegenheit zu lassen; sondern ob ihr etwa, um auch für euch selbst etwas zu versuchen, eure Blicke eine Zeit lang unverwandt auf den Punkt, den wir suchen, wolltet gerichtet halten, und euch aller anderen Gedanken indes gänzlich entschlagen. Ist es doch die erste Forderung auch derer, welche nur gemeine Geister beschwören, daß der Zuschauer, der ihre Erscheinungen sehen und in ihre Geheimnisse will eingeweiht werden, sich durch Enthaltsamkeit von irdischen Dingen und durch heilige Stille vorbereite, und dann, ohne sich durch den Anblick fremder Gegenstände zu zerstreuen mit ungeteilten Sinnen auf den Ort hinschaue, wo die Erscheinung sich zeigen soll. Wie viel mehr werde ich eine solche Folgsamkeit verlangen dürfen, der ich euch einen seltenen Geist hervorrufen soll, welchen ihr lange mit angestrengter Aufmerksamkeit werdet beobachten müssen, um ihn für den, den ihr begehrt, zu erkennen und seine bedeutsamen Züge zu verstehen. Ja gewiß, nur wenn ihr vor den heiligen Kreisen stehet mit jener unbefangenen Nüchternheit des Sinnes, die jeden Umriß klar und richtig auffaßt, und weder von alten Erinnerungen verführt, noch von vorgefaßten Ahnungen bestochen, nur aus sich selbst das Dargestellte zu verstehen trachtet, nur dann kann ich hoffen, daß ihr die Religion, die ich euch zeigen will, wo nicht liebgewinnen, doch wenigstens euch über ihre Bedeutung einigen und ihre höhere Natur anerkennen werdet. Denn ich wollte wohl, ich könnte sie euch unter irgendeiner wohlbekannten Gestalt darstellen, damit ihr sogleich an ihren Zügen, ihrem Gang und Anstand euch erinnern möchtet, daß ihr sie hier oder dort so gesehen habt im Leben. Aber es will nicht angehen; denn so wie ich sie euch zeigen möchte in ihrer ursprünglichen, eigentümlichen Gestalt, pflegt sie öffentlich nicht aufzutreten, sondern nur im Verborgenen läßt sie sich so sehen von denen, die sie liebt. Auch gilt es ja nicht etwa von der Religion allein, daß das, worin sie öffentlich dargestellt und vertreten wird, nicht mehr ganz sie selbst ist; sondern von jedem, was ihr seinem inneren Wesen nach als ein Eigentümliches und Besonderes für sich annehmen möget, kann dasselbe mit Recht gesagt werden, daß, in was für einem äußerlichen es sich auch darstelle, dieses nicht mehr ganz sein eigen ist, noch ihm genau entspricht. Ist doch nicht einmal die Sprache das reine Werk der Erkenntnis, noch die Sitte das reine Werk der Gesinnung. Zumal jetzt und unter uns ist dieses wahr. Denn es gehört zu dem sich noch immer weiter bildenden Gegensatz der neuen Zeit gegen die alte, daß nirgend mehr einer eines ist, sondern jeder alles. Und daher ist, wie die gebildeten Völker einen so vielseitigen Verkehr unter einander eröffnet haben, daß ihre eigentümliche Sinnesart in den einzelnen Momenten des Lebens nicht mehr unvermischt heraustritt, so auch innerhalb des menschlichen Gemütes eine so ausgebreitete und vollendete Geselligkeit gestiftet, daß, was ihr auch absondern möget in der Betrachtung als einzelnes Talent und Vermögen, dennoch keineswegs ebenso abgeschlossen seine Werke hervorbringt; sondern – ich meine es im ganzen, versteht sich – jedes wird bei jeder Verrichtung dergestalt von der zuvorkommenden Liebe und Unterstützung der anderen bewegt und durchdrungen, daß ihr nun in jedem Werk alles findet, und schon zufrieden sein müßt; wenn es euch nur gelingt, die herrschend hervorbringende Kraft zu unterscheiden in dieser Verbindung. Darum kann nun jeder jede Tätigkeit des Geistes nur insofern verstehen, als er sie zugleich in sich selbst finden und anschauen kann. Und da ihr auf diese Weise die Religion nicht zu kennen behauptet, was liegt mir näher, als euch vor jenen Verwechselungen vornehmlich zu warnen, welche aus der gegenwärtigen Lage der Dinge so natürlich hervorgehn? Laßt uns deshalb recht bei den Hauptmomenten eurer eigenen Ansicht anheben, und sie sichten, ob sie wohl die rechte sei, oder wenn nicht, wie wir vielleicht von ihr zu dieser gelangen können.
Índice
Dentro de esta edición
- 01Full text
- 02I. Rechtfertigung
- 03II. Über das Wesen der Religion
- 04III. Über die Bildung zur Religion
- 05IV. Über das Gesellige in der Religion oder über Kirche und Priestertum
- 06V. Über die Religionen
- 07Nachrede
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