BooksWhaleBooksWhale
Der Tunnel cover

allemand Édition

Littérature

Der Tunnel

Édition BooksWhale en allemand par Bernhard Kellermann

Ein technischer Zukunftsroman über Größenwahn, Arbeit, Kapital und den Traum eines Atlantiktunnels.

Aperçu
Extrait du texte préparé
Formats
Lecteur en ligne, EPUB, PDF
Accès
Claim Bibliothèque

Introduction du livre

Der Tunnel

Der Tunnel erzählt vom gigantischen Projekt eines transatlantischen Tunnels und von den sozialen, wirtschaftlichen und menschlichen Kräften, die daran zerbrechen. Kellermanns Bestseller verbindet Technikfantasie mit Gesellschaftsroman.

Édition BooksWhale

Préparation de cette édition

Cette édition repose sur un texte du domaine public et a été préparée par BooksWhale pour la lecture numérique.

Base du domaine public

Pourquoi cette édition peut être partagée

Bernhard Kellermann starb 1951; Der Tunnel erschien 1913. Diese Daten stützen die Gemeinfreiheit dieser deutschen Originalausgabe.

Lire l'aperçu

Extrait du texte préparé

Aperçu sélectionné depuis le texte de lecture préparé.

Chapitre d'aperçuFull textLire l'aperçu

Der Tunnel

Bernhard Kellermann

Chapitre d'aperçuErster TeilAperçu

1.

Das Einweihungskonzert des neuerbauten Madison-Square-Palastes bildete den Höhepunkt der Saison. Es war eines der außerordentlichsten Konzerte aller Zeiten. Das Orchester umfaßte zweihundertundzwanzig Musiker, und jedes einzelne Instrument war mit einem Künstler von Weltruf besetzt.

Als Dirigent war der gefeiertste lebende Komponist, ein Deutscher, gewonnen worden, der für den einen Abend das unerhörte Honorar von sechstausend Dollar erhielt.

Die Eintrittspreise verblüfften selbst New York. Unter dreißig Dollar war kein Platz zu haben, und die Billettspekulanten hatten die Preise für eine Loge bis auf zweihundert Dollar und höher getrieben. Wer irgendwie etwas sein wollte, durfte nicht fehlen.

Um acht Uhr abends waren 26., 27. und 28. Straße und Madison Avenue von knatternden, ungeduldig bebenden Automobilen blockiert. Die

Billetthändler, die ihr Leben zwischen den Pneumatiken von sausenden

Automobilen verbringen, stürzten sich, schweißtriefend trotz einer

Temperatur von zwölf Grad Kälte, Bündel von Dollarscheinen in den

Händen, tollkühn mitten in den endlos heranrollenden Strom wütend donnernder Wagen. Sie schwangen sich auf die Trittbretter, Führersitze und selbst Dächer der Cars und versuchten das Schnellfeuer der Motoren mit ihren heiser heulenden Stimmen zu überbrüllen. »~Here you are!

Here you are!~ Zwei Parkettsitze, zehnte Reihe! Ein Logenplatz! Zwei

Parkettsitze ...!!« Ein schräger Hagel von Eiskörnern fegte wie

Maschinengewehrfeuer auf die Straße nieder.

Sobald ein Wagenfenster klappte -- »Hierher!« -- warfen sie sich blitzschnell wie Taucher wieder zwischen die Wagen. Während sie aber ihr Geschäft abschlossen, Geld in die Taschen stopften, gefroren ihnen die Schweißtropfen auf der Stirn.

Das Konzert sollte um acht Uhr beginnen, aber noch ein Viertel nach acht warteten unabsehbare Reihen von Wagen darauf, bei dem in Nässe und Licht schreiend rot leuchtenden Baldachin vorzufahren, der in das blitzende Foyer des Konzertpalastes hineinführte. Unter dem Lärm der

Billetthändler, dem Knattern der Motoren und Trommeln der Eiskörner auf dem Baldachin quollen aus den einander blitzschnell ablösenden

Cars immer neue Menschenbündel hervor, von den dunkeln Mauern der

Neugierigen mit stets neuer Spannung erwartet: kostbare Pelze, ein funkelndes Haargebäude, aufsprühende Steine, ein seideglänzender

Schenkel, ein entzückender weißbeschuhter Fuß, Lachen, kleine

Schreie ...

Der Reichtum der fünften Avenue, Bostons, Philadelphias, Buffalos,

Chikagos füllte den pompösen, in Lachsrot und Gold gehaltenen überhitzten Riesensaal, der während des ganzen Konzerts von Tausenden von hastig bewegten Fächern vibrierte. Aus all den weißen Schultern und Büsten der Frauen stieg eine Wolke betäubender Parfüme empor, zuweilen ganz unvermittelt von dem nüchternen und trivialen Geruch von Lack, Gips und Ölfarbe durchsetzt, der dem neuen Raum anhaftete.

Scharen und Aberscharen von Glühlampen blendeten aus den Kassetten der Decke und Emporen über den Raum, so gleißend und grell, daß nur starke und gesunde Menschen die Lichtflut ertragen konnten. Die

Pariser Modekünstler hatten für diesen Winter kleine venezianische

Häubchen lanciert, die die Damen auf den Frisuren, etwas nach hinten gerückt, trugen. Gespinste, Spinngewebe aus Spitzen, Silber, Gold, mit

Borden, Quasten, Gehängsel aus den kostbarsten Materialien, Perlen und

Diamanten. Da aber die Fächer unausgesetzt vibrierten und die Köpfe stets in leichter Bewegung waren, so glitt fortwährend ein Glitzern und Flimmern über das dichtgedrängte Parkett, und hundertfach sprühten gleichzeitig an verschiedenen Stellen die Feuer der Brillanten auf.

Über diese Gesellschaft, ebenso neu und prunkvoll wie der Konzertsaal, fegte die Musik der alten, längst vermoderten Meister dahin ...

Der Ingenieur Mac Allan hatte mit seiner jungen Frau, Maud, eine kleine

Loge dicht über dem Orchester inne. Hobby, sein Freund, der Erbauer des neuen Madison-Square-Palastes, hatte sie ihm zur Verfügung gestellt und

Allan kostete diese Loge keinen Cent. Er war zudem nicht aus Buffalo, wo er eine Fabrik für Werkzeugstahl besaß, hierhergekommen, um Musik zu hören, für die er gar kein Verständnis hatte, sondern um eine zehn

Chapitre d'aperçuC. H. Lloyd: »Europa wird ein Vorort Amerikas werden.«Aperçu

Der Tabakmann H. F. Herbst: »Du kannst einen Waggon Waren von New

Orleans nach St. Petersburg schicken, ohne umladen zu müssen.«

Der Multimillionär H. I. Bell: »Ich werde meine Tochter, die in Paris verheiratet ist, anstatt dreimal im Jahr, zwölfmal sehen können.«

Verkehrsminister de la Forest: »Der Tunnel bedeutet für jeden

Geschäftsmann ein geschenktes Lebensjahr an ersparter Zeit.«

Man verlangte ausführliche Nachrichten und man hatte ein Recht, sie zu verlangen. Vor den Zeitungspalästen stauten sich die Menschen, so daß die Führer der elektrischen Wagen mit den Stiefeln auf den

Glockenknopf hämmern mußten, um ihre Trains durchschieben zu können.

Stundenlang waren die Augen des kompakten Menschenblocks auf die

Projektionsfläche im zweiten Stock des »Herald-buildings« gerichtet, obgleich seit Stunden die gleichen Bilder erschienen: Mac Allan, Hobby, die Gesellschaft auf dem Dachgarten.

»Sieben Milliarden sind vertreten!!« »Mac Allan verkündet sein

Projekt.« (Kinematographisch). »Mrs. Brown zeichnet 10 Millionen.«

(Kinematographisch). »C. H. Smith wird aus dem Lift gezerrt.«

»Wir sind die einzigen, die Vanderstyffts Ankunft auf dem Roofgarden bis zur unmittelbaren Landung zeigen können. Unser Photograph wurde von der Maschine niedergerissen.« (Kinematographisch). New Yorks weiße, mit Fenstern punktierte Wolkenkratzer, aus denen dünner, weißer Dampf steigt. Ein weißer Schmetterling erscheint, ein Vogel, eine Möwe, ein

Monoplan! Der Monoplan saust über den Roofgarden hinweg, beschreibt eine Kurve, kommt zurück, senkt sich, ein Riesenflügel schwenkt heran.

Schluß. Ein Porträt: Mr. C. G. Spinnaway, unser Photograph, den

Vanderstyffts Maschine zu Boden schleuderte und schwer verletzte.

Neueste Aufnahme: Mac Allan verabschiedet sich in Bronx von seiner Frau und seinem Kind, um in die Office zu fahren.

Und wieder beginnt dieselbe Serie von Bildern.

Plötzlich -- gegen elf Uhr -- stockt die Serie. Etwas Neues?! Alle

Gesichter sind nach oben gerichtet.

Ein Porträt: Mr. Hunter, Broker, 37. Straße 212 East, buchte soeben sein Billett für die erste Fahrt New York--Europa.

Die Menge lacht, schwingt die Hüte, schreit!

Die Telephonämter waren überarbeitet, die Telegraphen und Kabel konnten die Arbeit nicht mehr bewältigen. In all den Tausenden von Bureaus New

Yorks riß man den Hörer vom Apparat, um mit Verbündeten die Lage zu besprechen. Ganz Manhattan fieberte! Die Zigarre im Mund, den steifen

Hut im Nacken, in Hemdärmeln, schweißtriefend, saß und stand man und schrie und gestikulierte. Bankiers, Broker, Agenten, Clerks. Offerten ausarbeiten! Es galt, seine Stellung einzunehmen, so rasch, so günstig wie möglich! Eine Riesenkampagne stand bevor, eine Völkerschlacht des

Kapitals, bei der man niedergeritten wurde, wenn man sich umsah. Wer würde das Riesenunternehmen finanzieren? Wie würde es geschehen? Lloyd?

Wer sagt Lloyd? Wittersteiner? Wer wußte etwas? Wer war dieser Teufel

Mac Allan, der für fünfundzwanzig Millionen Ländereien über Nacht aufkaufte, deren Bodenwert sich verdreifachen, verfünffachen, -- wie sagst du! -- verhundertfachen mußte?

Am erregtesten ging es in den vornehmen Geschäftsräumen der großen transatlantischen Schiffahrtskompanien zu. Mac Allan war der Mörder des transatlantischen Passagierverkehrs! Sobald sein Tunnel fertig war -- und es war ja recht wohl möglich, daß er eines Tages fertig sein würde! -- konnte man die viermalhunderttausend Tonnen, die man schwimmen hatte, einschmelzen lassen. Man konnte in Luxusschiffen

Reisende zu Zwischendeckpreisen befördern, man konnte die Kähne in schwimmende Sanatorien für Lungenkranke umbauen oder sie nach Afrika zu den Schwarzen schicken. Innerhalb von zwei Stunden hatte sich ein

Anti-Tunnel-Trust zusammentelephoniert und -telegraphiert, der eine

Interpellation an die verschiedenen Regierungen entwarf.

Von New York aus verbreitete sich die Erregung über Chikago, Buffalo,

Pittsburg, St. Louis, San Franzisko, während das Tunnelfieber drüben in

Europa London, Paris, Berlin zu ergreifen begann.

New York flimmerte und glitzerte in der Mittagshitze und als sich die Leute wieder auf die Straße wagten, donnerten ihnen von allen

Straßenecken riesenhafte Plakate entgegen: »Hunderttausend Arbeiter!«

Endlich erfuhr man nun auch den Sitz des Syndikats:

Table des matières

Dans cette édition

  1. 01Full text
  2. 02Erster Teil
  3. 03C. H. Lloyd: »Europa wird ein Vorort Amerikas werden.«
  4. 04Zweiter Teil
  5. 05Dritter Teil
  6. 06Vierter Teil

Disponibilité linguistique

Autres langues

Aucune autre édition linguistique n'est encore publiée. Cette section les reliera lorsqu'elles seront disponibles.

Demander une autre langue

Der Tunnel

Abonnement $9.99 / an · accès claim

AperçuRejoindre