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Littérature
Der Ackermann aus Böhmen
Édition BooksWhale en allemand par Johannes von Tepl
Ein Streitgespräch mit dem Tod über Liebe, Verlust, Gerechtigkeit und menschliche Würde.
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Introduction du livre
Der Ackermann aus Böhmen
Der Ackermann aus Böhmen ist ein eindringlicher Dialog zwischen einem trauernden Witwer und dem Tod. Das spätmittelalterliche Werk verbindet Klage, Rhetorik, Theologie und frühe humanistische Würde in einer der wichtigsten Prosaschriften der deutschen Literatur.
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Der Ackermann aus Böhmen is a public-domain work: the author died in 1414, and the text was first published in 1401. This edition uses the original German text.
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Chapitre d'aperçuDer Ackermann aus BöhmenLire l'aperçu
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text were in a separate ‘Anmerkungen’ section. Notes to the ‘Abhandlung’
section appeared at the bottom of each page of that section. For
consistency in this e-text, all footnotes have been grouped together,
renumbered from 1 to 106, and moved to the end of the book.
Footnote 66 (in the current numbering) had been placed immediately after
footnote 62 in the original. A close examination has shown this to be an
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Line numbers at the end of a line in the main text have been retained
because they are indispensable for use of the critical apparatus and
other references. [Z. 10], for example, indicates the point where line
10 ended in the original text.
The critical apparatus to Chapter 1 points out that the chapter heading
‘Das erst capitel’ is missing. This heading has been added to the
e-text version so that it is now like ‘Das ander capitel’, ‘Das dritt
capitel’ and subsequent chapters.
This e-text contains many characters that will display only in UTF-8
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OE ligature: Œ
oe ligature: œ
C-hacek: Č
c-hacek: č
e-hacek: ě
o-hacek: ǒ
r-hacek: ř
S-hacek: Š
s-hacek: š
z-hacek: ž
y-acute: ý
u-ring: ů
e-macron: ē
n-macron: n̄
fraction 1/2: 1⁄2
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characters incorrectly or not at all. Likewise Greek characters with
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cases may be to ensure that the character set or file encoding is set
to Unicode (UTF-8).
The ^ (caret) symbol is used to denote that the following character is a
superscript in the original text. For example, II^1 represents II1. The
ˇ (inverted caret) symbol denotes that the following character is a
subscript (e.g., XIˇ2).
The changes listed in the ‘Verbesserungen und Zusätze’ section have not
been incorporated into the text.
Spelling inconsistencies that occur more than once, such as ‘herschen’
beside ‘herrschen’, have not been normalized. Obvious spelling and
punctuation errors have been silently corrected whenever encountered.
Several errors in the Greek text have been corrected after consulting
authoritative editions; since all involve incorrect diacritics and
do not affect the meaning, it has not been thought necessary to list
them individually.
In the critical apparatus, references to the line numbers of the text
are normally followed by a period in the original, but occasionally
they are followed by a comma or no punctuation at all and are assumed
to be typesetting errors. Since these inconsistencies are unlikely to
cause a misunderstanding, a systematic effort has not been made to
find and correct them, although many have been corrected if noticed
in the course of transcription.
Several apparent typesetter errors and one instance of an illegible
character deserve mention and have been changed as listed below:
i: ‘DRUCK DER ACTIEN-CESELLSCHAFT’ -> ‘DRUCK DER ACTIEN-GESELLSCHAFT’
21: (apparatus): ‘9. w<indistinct character> an klemnisz’ -> ‘9. w. an
klemnisz’ (where ‘w.’ refers to ‘wurkunge’ in the text)
55: ‘8. bis 10. das xxxxiii capitel’ -> ‘8. bis 10. das xxxiiii
capitel’
104: ‘das es keine abschliessenden Gedanken’ -> ‘dass es keine
abschliessenden Gedanken’
118: ‘entgültige’ -> ‘endgültige’
127: ‘da entgeht und’ -> ‘da entgeht uns’
134: ‘Uibersetzung’ -> ‘Uebersetzung’
BIBLIOTHEK
DER
MITTELHOCHDEUTSCHEN LITTERATUR
IN
BŒHMEN
HERAUSGEGEBEN VON
ERNST MARTIN
MIT UNTERSTÜTZUNG DES VEREINS FÜR GESCHICHTE DER
DEUTSCHEN IN BŒHMEN.
BAND II.
DER ACKERMANN AUS BŒHMEN
HERAUSGEGEBEN VON
JOHANN KNIESCHEK.
PRAG 1877.
Verlag des Vereins, in Commission bei F. A. Brockhaus in Leipzig.
DRUCK DER ACTIEN-GESELLSCHAFT BOHEMIA.
Chapitre d'aperçuBuch ein vollgültiges Zeugnis.Aperçu
Inhalt und Tendenz dieses Gespräches ist folgender: Der Kläger,
Tkadleček, »klagt, jammert und ruft offen und laut über das Unglück,
schreit über dasselbe und schmäht es, und verflucht es mit manigfachen
Verwünschungen.«—Er verflucht das Unglück nicht allein seinetwegen,
sondern überhaupt, dass es viele ausgezeichnete Leute vernichtet
hat.—Das Unglück antwortet dann dem Kläger, indem es ihm zu wissen
gibt, weshalb es ihm mit einer Rede antworten will und fragt dann den
Kläger, wer er sei, und weshalb er ihm so unverschämt zurede. Es hält
ihm auch sein unmännliches Klagen vor. »Wie willst du denn mit deinem
Sinne jemanden wohin leiten, wenn du ihn selbst nicht gebrauchen
kannst!—Weshalb du lästerst, wissen wir nicht,« sagt das Unglück,
»ausser dass wir jetzt unlängst in Graz an der Elbe, in dieser umwallten
Stadt in Böhmen, mit unserer Macht und unserem Amte zwei junge Leute,
einander an Jahren fast gleich, die mit einander seit einigen Jahren gut
und ehrbar gelebt haben, getrennt und entfernt haben mit unserer Macht
und nicht blos getrennt haben, sondern wir gedenken, sie von beiden
Theilen bis zu ihrem beiderseitigen Tode nicht mehr zu vereinigen. Das
geschah vor der Verbrennung dieser Stadt etwa im dritten Monate.«
Auf diese Weise wird uns bekannt der Ort und die Zeit, ja sogar schon
die ganze Begebenheit. Nach dem Anzeichen wäre dies beiläufig das Jahr
1339, im welchem im April ganz Gräz abbrannte. Der Kläger nennt sich
dann mit verstecktem Namen und bildlich, und gibt dem Unglück damit
seinen Rang und Stand an, und weshalb er es schmäht; dass er nämlich der
sei, der so unbarmherzig und so schmählich von seinem Troste getrennt
und alles weltlichen Trostes damit beraubt sei.
»Sie war es«, sagt Tkadleček, »mit der ich seit einigen Jahren lebte,
doch deucht es mir, als wäre ich mit ihr eine Stunde gewesen! Sie ist
es, die immer mit mir gewesen ist und ich mit ihr ... doch sie hat sich
von mir schon entfernt! Sie war mein Schild gegen alle weltlichen
Feinde!... Hinweg ist meines ganzen Wohles zuversichtliche
Wahrsagerin; du Unglück, du hast mich mit ihr verfeindet. Hinweg
gewendet von mir hat sie sich, sie denkt vielleicht nicht daran,
zurückzukehren, vielleicht kann sie nicht, hat sie nicht die
Absicht—will sie nicht! Allein bin ich geblieben in verwaistem Zustande
durch ein so grosses Unglück! Hinweg ist die, die zu lieben meine
Freude, mein Trost war; wenn ich mit dieser mich unterreden konnte,
verlangte ich keine andere Speise.... Hinweg ist die, bei der ein
Mensch, wenn man mit ihr hätte leben können, in Ewigkeit sich nicht
bekümmert hätte!... Hinweg ist die, die meine Jugendjahre in aller
Ehrbarkeit zur Mannbarkeit gebracht hatte, Verstand gab, den Muth
erhöhte, Kurzweil vermehrte ... Verborgen hat sich mein tägliches Licht
und hinweg begeben hat sich mein lichter Stern, nach dem ich mich mit
meinem ganzen Sinn gerichtet habe, wie der Fährmann auf dem Meere nach
dem himmlischen, umwölkten Sterne!—Hinweg ist der lichte Schein meiner
Sonne!... Schon ist sie unter den Berg gesunken, in meinen Zeiten kehrt
sie nicht wieder zu mir zurück!... Finstere Nacht hat mich in ihre
Macht genommen; wo ich gehe, da irre ich und Nebel hat mich umfangen,
schauend sehe ich nicht, ausblickend kann ich mich nicht bemerken, mich
kennend habe ich mich selbst vergessen.... Ach Unglück, du hast mir
schon meine Fahne herabgerissen, unter der ich meinen Verstand
gerichtet habe.... Verloren habe ich den Kampf, an Ehre bin ich
verringert! Wehe über den unglücklichen Tag, über die unglückliche
Stunde, über die leidvolle Weile, in der mein Diamant zerbrochen
ist!... Schon habe ich mein erstes und letztes Kleinod verloren, das
ich als Schatz in meinem ungetheilten Herzen bewahrt habe, woran ich
mich in Noth, und wann es nothwendig war, erfreute.... Hinweg ist sie,
Table des matières
Dans cette édition
- 01Der Ackermann aus Böhmen
- 02Buch ein vollgültiges Zeugnis.
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